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Stadt Luzern prüft Flaniermeile am Pilatusplatz

Der Pilatusplatz könnte in Zukunft ganz anders aussehen. Quartiervertreter schlagen einen verkehrsberuhigten Abschnitt vor. Im Gegensatz soll der Hallwilerweg mehr Verkehr schlucken. Dafür müssten aber zahlreiche Parkplätze aufgehoben werden.
Stefan Dähler
Das gelb markierte Gebiet soll dank der Y-Lösung (grüne Pfeile) beruhigt werden. (Visualisierung: Stadt Luzern)

Das gelb markierte Gebiet soll dank der Y-Lösung (grüne Pfeile) beruhigt werden. (Visualisierung: Stadt Luzern)

Eine grosse Baustelle an zentraler Lage ist in Planung: Die Stadt Luzern prüft eine neue Verkehrsführung am Pilatusplatz, wie sie mitteilt. Zur Diskussion stehen zwei Varianten: Ein Regime wie heute mit leichten Änderungen und die sogenannte Y-Lösung. Letztere sieht die Umgestaltung des Abschnitts der Obergrundstrasse bei der Stadtverwaltung in eine verkehrsberuhigte Zone vor (siehe Karte oben). Bei der ersten Variante würde der Verkehr weiter im Einbahnregime stadtauswärts auf der Obergrundstrasse und stadteinwärts auf dem Hallwilerweg geführt.

Die Planungen gehen darauf zurück, dass am Pilatusplatz ohnehin Sanierungsarbeiten für den Krienbachkanal sowie eine Wasserleitung anstehen. Für die erstgenannte Variante hat die Stadt daher bereits ein Vorprojekt erarbeitet. Dieses könnte ab 2022 umgesetzt werden. Das Projekt stiess jedoch in einer Begleitgruppe, der Vertreter von Anstössern, Liegenschaftsbesitzern, Quartiervereinen und Interessenverbänden angehören, auf Kritik. Es entstehe zu wenig Mehrwert.

Bis zu 46 Parkplätze könnten wegfallen

Stattdessen kam auch seitens der Quartiervertreter die Idee auf, die Verkehrsführung, die eigentlich provisorisch während der Bauzeit vorgesehen war, definitiv einzuführen. «Der Stadtrat findet diesen Ansatz interessant und will ihn nun vertieft prüfen», sagt Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne). «Man könnte die Aufenthaltsqualität verbessern, es entstünde ein Eingangstor zur Kleinstadt.» Der Baustart für die Y-Lösung könnte frühestens zwischen 2023 bis 2026 erfolgen.

So könnte der verkehrsberuhigte Abschnitt der Obergrundstrasse aussehen. (Visualisierung: Stadt Luzern)

So könnte der verkehrsberuhigte Abschnitt der Obergrundstrasse aussehen. (Visualisierung: Stadt Luzern)

Krux dieser Variante ist, dass bis zu 46 Parkplätze wegfallen würden. Denn durch die Verkehrsberuhigung auf der Obergrundstrasse müsste der Hallwilerweg zu Hauptzeiten rund 1350 Autos pro Stunde mehr schlucken. Um mehr Spuren zu schaffen, müssten die dortigen Schrägparkplätze weichen. Beim bisher vorgesehenen Projekt wären es 26 bis 34, da die Schrägparkplätze auf der Obergrundstrasse aus Sicherheitsgründen ohnehin aufgehoben werden müssten.

«Es ist klar, dass die Geschäfte auf gute Zulieferung und gewisse Parkplätze angewiesen sind», sagt Borgula. Daher sei beim Y-Projekt denkbar, auf der verkehrsberuhigten Fläche Kurzzeitparkplätze zu schaffen. Die Frage der Parkplätze werde in der Detailplanung noch eingehend geprüft. Denkbar ist auch eine Tempo-20-Zone. Klar ist, dass die Busse weiterhin durch die Obergrundstrasse fahren könnten und via Lichtsignal, an dem sie bevorzugt würden, in den Hirschengraben einbiegen sollen.

Und hier der Pilatusplatz mit dem verkehrsberuhigten Abschnitt der Obergrundstrasse aus der Vogelperspektive. (Visualisierung: Stadt Luzern)

Und hier der Pilatusplatz mit dem verkehrsberuhigten Abschnitt der Obergrundstrasse aus der Vogelperspektive. (Visualisierung: Stadt Luzern)

Mit der Umgestaltung des Pilatusplatzes will der Stadtrat «diverse Defizite» beheben, so Borgula: «Der Fussgängerstreifen auf der Obergrundstrasse quert drei Spuren ohne Mittelinseln oder Lichtsignale, was nicht den Sicherheitsnormen entspricht.» Beim Y-Projekt wäre dieses Problem hinfällig, bei der bisherigen Variante würde dort eine Ampel erstellt. Weiter fehlt heute eine Veloquerung ins Bruchquartier. Vorgesehen ist, eine solche bei der Pilatusstrasse entlang des Fussgängerstreifens zu schaffen. Eine weitere wäre allenfalls bei der Kasimir-Pfyffer-Strasse denkbar. Kaum Verbesserungen möglich seien bei den langen Wartezeiten vor den Fussgängerstreifen. «Die Strassenkapazität muss beibehalten werden», sagt Borgula.

Stadtrat entscheidet wohl im Frühjahr 2019

Wie geht es nun weiter? Vorerst will der Stadtrat Rückmeldungen von Kanton, Verkehrsverbund, anderen Anspruchsgruppen, den Anwohnern und den Kommissionen einholen. Nach Abschluss dieser Abklärungen wird sich die Exekutive für eine der Varianten entscheiden – im Frühling 2019 könnte es soweit sein. Sollte die Y-Variante obenaus schwingen, seien noch Verhandlungen mit dem Kanton nötig. Weiter müsste das Projekt genauer ausgearbeitet werden.

Kostenschätzungen seien gemäss Stadtrat noch keine möglich. Auch noch offen ist der Kostenteiler zwischen Kanton und Stadt. Zwar handelt es sich heute um Kantonsstrassen. Denkbar ist aber, dass der beruhigte Teil an die Stadt übergeht.

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