Carfreies Inseli rückt näher – die Stadt Luzern prüft ein Carparking in Kriens beim Südpol

Statt im Hinterschlund könnte die Stadt Luzern jetzt beim Südpol ein Carparking realisieren. Rund 40 Plätze wären möglich.

Stefan Dähler
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Direkt gegenüber dem Kulturzentrum Südpol in Kriens befindet sich das Areal Rösslimatt, das Platz für rund 40 Carparkplätze bietet.

Direkt gegenüber dem Kulturzentrum Südpol in Kriens befindet sich das Areal Rösslimatt, das Platz für rund 40 Carparkplätze bietet.

Bild: Nadia Schärli (25. Mai 2020)

Es zeichnet sich nach langer Suche tatsächlich eine Ersatz­lösung für die Carparkplätze auf dem Luzerner Inseli ab. Diese sollen aufgrund einer 2017 vom Volk angenommenen Initiative aufgehoben werden. Die Stadt prüft nun eine Verlegung auf das Areal Rösslimatt in Kriens, wie sie mitteilt. Dieses befindet sich an der Arsenalstrasse gegenüber dem Kulturzentrum Südpol und liegt brach. Längerfristig ist dort eine Überbauung vorgesehen.

Auf der Rösslimatt seien maximal 40 Carparkplätze möglich, so die Stadt Luzern. Das wären 13 mehr als auf dem In­seli. Mit diesen soll der während der Sommersaison bestehende Engpass teilweise behoben werden. Es werden aber noch weitere Carparkplätze gesucht.

Nutzung auf rund zehn Jahre beschränkt

Ursprünglich plante die Stadt Luzern in Kriens ein Carparking im Hinterschlund in der Nähe des Pilatusmarkts – doch der Krienser Einwohnerrat sprach sich dagegen aus. In Absprache mit der Stadt Kriens habe man nun den neuen Standort gefunden, schreibt die Stadt Luzern. Der Hinterschlund dagegen soll gemeinsam mit Kriens entwickelt werden (mehr dazu hier).

Mit der Rösslimatt-Grundeigentümerin, der Amberg Bauunternehmung AG, habe man sich «in einem ersten Schritt über die Nutzungskonditionen einigen können», so die Stadt. In den nächsten Monaten werde der Standort nun detailliert beurteilt. Die Nutzung als Carparking soll auf rund zehn Jahre beschränkt sein – bis die Stadt ihre Car- und Tourismusstrategie festgelegt und eine langfristige Lösung für die Parkierung gefunden hat.

Krienser Stadtrat ist positiv gesinnt

In besagtem Gebiet wird jedoch bald die neue Musikhochschule stehen und es soll Teil der Süd-Allee werden. Ist da ein Carparking aus städtebaulicher Sicht nicht kontraproduktiv? «Für eine dauerhafte Überbauung auf der Rösslimatt bestehen noch viele Hürden und offene Fragen», sagt der Krienser Bauvorsteher Matthias Senn (FDP). Das Grundstück liegt im Perimeter der Baustelle des Autobahnprojekts Bypass. Ausserdem sei noch offen, ob dort im Rahmen des Bypass die Autobahn überdacht wird. Senn:

«Insofern ist eine Zwischennutzung
als Carparkplatz aus unserer Sicht
dort gut möglich.»

Luzern Tourismus äussert sich nicht zu möglichen Standorten.

Ein allfälliges Carparking müsste noch vom Luzerner Stadtparlament bewilligt werden. Gemäss Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) werden die Abklärungen noch ein paar Monate in Anspruch nehmen. Einen Bericht und Antrag werde man dem Grossen Stadtrat vielleicht noch dieses Jahr, eher aber 2021 vorlegen können.

Carparking blockiert keine anderen Projekte

Im Hinterschlund wären je nach Ausbaustandard deutlich mehr Parkplätze möglich gewesen, die Rösslimatt habe aber einen anderen Vorteil. «Wegen des Bypass kann man auf dem Grundstück zur Zeit ohnehin keine langfristigen Projekte realisieren», sagt Borgula. Das Carparking stehe also keinem anderen Vorhaben im Weg. Verkehrstechnisch ist der Hinterschlund mit unmittelbarem Autobahnanschluss zwar etwas besser gelegen. «Doch auch die Rösslimatt ist erreichbar, ohne dass man durch Wohnquartiere fahren muss.»

Wie die Zufahrt genau erfolgen soll, sei noch offen. Wahrscheinlich ist, dass die Cars, nachdem die Touristen in der Innenstadt ausgestiegen sind, via Hauptstrasse nach Kriens fahren. Ebenfalls noch unklar ist, welche Infrastruktur für das Carparking nötig ist und wie viel es kosten wird. «Das wird zur Zeit erarbeitet», sagt Borgula. Die Kosten sollen aber wegen der befristeten Nutzung nicht allzu hoch sein.

Konflikte wegen der Musikschule im Südpol oder der neuen Musikhochschule erwartet Borgula keine. «Der Fuss- und Veloverkehr bewegt sich auf der anderen Strassenseite und über das Freigleis. Zudem vermag die schon heute von vielen Autos, Bussen und Schwerverkehr befahrene Arsenalstrasse die zusätzlichen Carfahrten durchaus verkraften.»

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