STADT LUZERN: Rektor nimmt Bilder vom Netz

Eine Schule zeigt Bilder von ihren Schülern im Internet. Bis ein besorgter Vater bei der Schulleitung vorstellig wird - aus Angst vor Pädophilen.

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Rolf von Rohr, Rektor der Volksschule der Stadt Luzern. (Bild Daniel Auf der Mauer/Neue LZ)

Rolf von Rohr, Rektor der Volksschule der Stadt Luzern. (Bild Daniel Auf der Mauer/Neue LZ)

Der Rektor der Volksschule Stadt Luzern, Rolf von Rohr, hat rasch gehandelt. Als er letzte Woche erfuhr, dass ein Klassenfoto samt Stundenplan im Internet einzusehen war, liess er die Seite vom Netz nehmen. Er begründet seinen Entscheid: «Das geht heutzutage nicht mehr.» Der Vorfall betraf das Schädrüti-Schulhaus.

Den Stein ins Rollen gebracht hat der Vater einer Tochter, welche die 5. Klasse besucht. Der besorgte Mann erklärt, dass potenzielle Kinderschänder durch solche Darstellungen zu Verbrechen animiert werden könnten. «Die Daten, die dem Stundenplan zu entnehmen waren, hätten einen Täter möglicherweise dazu verleiten können, den Kindern abzupassen.»

Heikle Veröffentlichung
Das Beispiel vom Schädrüti-Schulhaus zeigt: Trotz Leitfäden und Merkblättern, mit denen sich kantonale Datenschützer an die Schulen wenden, kommts zu heiklen Publikationen.

Der Luzerner Anwalt und Spezialist für Medienrecht Rudolf Mayr von Baldegg erklärt: «Ist jemand keine Person des öffentlichen Interesses, hat sie das Recht auf das eigene Bild. Bei Publikationen von Kindern braucht es die Einwilligung der Eltern.»

Während Luzern und Zug Internet-Richtlinien erlassen haben, gibts in den Halbkantonen Ob- und Nidwalden nichts Vergleichbares. Das trifft auch auf Schwyz und Uri zu. Der Nidwaldner Landschreiber Josef Baumgartner sagt: «Wir hatten diesbezüglich noch nie Probleme.»

Thomas Heer


Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Sonntag in der Zentralschweiz am Sonntag.