STADT LUZERN: Roth ärgert sich über Steuerstrategie des Kantons

Luzerns Stadtpräsident Stefan Roth nimmt im Interview Stellung zur finanzpolitisch schwierigen Lage der Stadt. Mit deutlicher Kritik am Kanton.

Luca Wolf
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Muss sich als «Spar-Stapi» beweisen: Finanzdirektor Stefan Roth (52), hier auf der Terrasse des KKL. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Muss sich als «Spar-Stapi» beweisen: Finanzdirektor Stefan Roth (52), hier auf der Terrasse des KKL. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Sparen, sparen, sparen. Seit Stadtpräsident Stefan Roth (CVP, 52) als Finanzdirektor im Amt ist, kann er den Rotstift nicht mehr aus der Hand legen. Schuld daran sei auch der Kanton, sagt Roth: «Ich will mit der Regierung das Gespräch suchen. Der Ausbau der Angebote in der Volksschule ist ein wesentlicher Grund für die Finanzprobleme vieler Gemeinden.» So könne es nicht mehr weitergehen. Auch die Halbierung der Unternehmenssteuern verstärke die Finanzsorgen der Stadt. «Die Stadt Luzern gehört bis heute zur Verliererin dieser Strategie. Die erwarteten Kompensationen der Steuerausfälle werden auch in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht eintreffen. Diese Durststrecke ist hart!» Persönlich sei Roth der Auffassung, dass «der letzte Schritt, die letzte Halbierung der Unternehmenssteuern, zu viel des Guten war.» Ob die Strategie für die Stadt später aufgehe, müsse sich erst weisen.

Stefan Roth macht im Interview zudem brisante und bislang nicht bekannte Vorschläge, wie die Stadt weiter sparen könnte. Denn das muss sie: Bis 2018 darf nur das nötigste Ausgegeben werden, alles muss hinterfragt werden. Sonst könne die Finanzkrise nicht bewältigt werden.