STADT LUZERN: Salle Modulable soll direkt an den See

Wird das neue Theater prominent von einer Landzunge in den Vierwaldstättersee hineinragen? Ein Vorschlag mit Brisanz.

Hugo Bischof
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Möglicher Standort für das geplante Theatergebäude: die teilüberbaute Landzunge mit dem SNG-Gebäude (hinten rechts). (Bild Jakob Ineichen)

Möglicher Standort für das geplante Theatergebäude: die teilüberbaute Landzunge mit dem SNG-Gebäude (hinten rechts). (Bild Jakob Ineichen)

Dieser Vorstoss im Grossen Stadtrat Luzern dürfte zu reden geben. Es geht um eine Dringliche Interpellation zur Salle Modulable, dem in Luzern geplanten (Musik-)Theatergebäude. Die FDP präsentiert den Vorstoss heute der Öffentlichkeit. Wie unsere Vorab-Recherchen zeigen, geht es dabei um den Standort Alpenquai. Die FDP will wissen: Wird neben dem bisher im Fokus stehenden Schotterplatz auch die benachbarte Landzunge als Salle-Standort geprüft? Dort hat unter anderem die Sankt-Niklausen-Schiffgesellschaft SNG einen ihrer Standorte.

Der Vorschlag könnte die festgefahrene Standortdebatte neu beleben. Die bisherigen Standort-Favoriten Inseli-Carparkplatz und Theaterplatz stehen nämlich stark im Gegenwind durch zwei hängige Initiativen (Ausgabe vom 11. Februar). Fabian Reinhard, Präsident der städtischen FDP, spricht deshalb von einem «möglichen Befreiungsschlag». Er warnt: «Bei der Standortwahl ist es 5 vor 12. Weitere Verzögerungen könnten für das Projekt lebensbedrohlich sein.»

«Nur eine Perimeter-Erweiterung»

Die FDP wolle keinen zusätzlichen Standort ins Spiel bringen, betont Reinhard: «Es geht nur darum, den Perimeter Alpenquai zu erweitern.» Die Idee dazu stammt vom Luzerner Architekten Frieder Hiss, der sich schon oft pointiert zu städtebaulichen Fragen in Luzern geäussert hat und aus eigenem Antrieb alle möglichen Salle-Modulable-Standorte evaluierte. «Der Schotterplatz scheint uns im Hinblick auf die Anforderungen der Salle Modulable wenig angemessen und zu klein», sagt Hiss. Auf der in den See auskragenden Landzunge hingegen dürfte der geplante Neubau «dem Anspruch, als visuelles Wahrzeichen wahrgenommen zu werden, am meisten entsprechen».

Auch Fabian Reinhard rühmt die herausragende Lage dieses Orts: «Ein neues Theater hier wäre vergleichbar mit dem Opernhaus von Sydney. Es könnte in Sichtweite und in 7 Minuten Gehdistanz zum KKL eine spannende Ergänzung zu diesem bilden.»

8 bis 10 Millionen Zusatzkosten

Die Landzunge neben dem Motorboothafen dient der Schifffahrt als technischer Sporn. Der grösste Teil des Areals gehört der Stadt Luzern, ein kleinerer Teil (Standort Seepolizei) dem Kanton. Ein Teil des Areals ist im Baurecht überbaut. Neben der SNG befinden sich dort weitere Gebäude, zwei Einwasserungskräne und ganz vorne das Gebäude der Seepolizei. Dies alles müsste beim Bau der Salle Modulable in einen Neubau auf den benachbarten Schotterplatz verlegt werden. Davor entstünde eine öffentliche Parkanlage.

Vorsichtig geschätzt, würde die Verlegung des technischen Sporns 8 bis 10 Millionen Franken kosten. Zwingend wäre auch eine Attraktivierung der Verbindung zwischen Inseli und Ufschötti. Die städtebauliche Aufwertung des Inseliquais ist seit langem ein Anliegen der Stadtpolitik. «Der Bau der Salle Modulable hier könnte dazu den Anschub geben», so Reinhard. «Das linke Seeufer würde dadurch stark aufgewertet.»

Interessant ist: Die FDP hat sich als einzige Partei frühzeitig für einen Standortfavoriten der Salle Modulable entschieden, den Theaterplatz. «Dabei bleibts grundsätzlich», sagt Reinhard, «das ist weiterhin ein sehr guter Standort.» Diese Haltung vertritt auch Frieder Hiss zusammen mit seinem Arbeitspartner Markus Heggli. Angesichts des politischen Widerstands dort müsse man als Alternative aber die Alpenquai-Landzunge unbedingt auch abklären, betont Reinhard: «Das ist wohl potenziell der beste, aussichtsreichste Standort.»

Bild: Grafik / web

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Hugo Bischof