STADT LUZERN: Seeüberquerung auf Hochseil nicht bewilligt

Der Circus Knie hatte die Idee einer spektakulären Überquerung des Luzerner Seebeckens auf dem Hochseil. Daraus wird nun aber aus Sicherheits- und Logistikgründen nichts.

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Aus dem Hochseilakt über dem Luzerner Seebecken wird vorest nichts. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Aus dem Hochseilakt über dem Luzerner Seebecken wird vorest nichts. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Am 13. Juli 2010 ist bei der Stadt Luzern das Gesuch der Gebrüder Knie, Schweizer National-Circus AG, für eine Seeüberquerung vom Dach des Bahnhofgebäudes bis zum Dach des Hotels Schweizerhof für Donnerstag, 22. Juli 2010, zwischen 20 und 21 Uhr eingegangen. Mit dieser Aktion soll über das Gastspiel des Zirkus in Luzern informiert werden. Die Distanz von Dach zu Dach beträgt ca. 500 Meter und das Seil soll auf einer Höhe von 20 Meter gespannt werden.

Sperrung der Seebrücke wäre nötig
Die Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen hat ein intensives Vernehmlassungsverfahren gestartet. Dabei wurden verschiedene Dienstabteilungen der Stadt und des Kantons Luzern, diverse Sicherheitsorgane, Partner des öffentlichen Verkehrs und weitere Involvierte zur Meinungsäusserung eingeladen (Kanton, SBB, vbl, KKL, Luzerner Polizei, Blue Balls Festival, SGV usw). Es wurden rund zehn Stellungnahmen eingereicht. Einige Rückmeldungen zeigen auf, dass dieser Anlass eine einmalige Chance ist, die es zu nutzen gilt. Die Mehrheit äussert sich aber skeptisch bis ablehnend zum geplanten Anlass, heisst es in einer Mitteilung der Stadt Luzern vom Montag.

Mehrere Gründe sprechen gegen die Durchführung. Die wichtigsten sind:

  • Die Luzerner Polizei fordert aus Sicherheitsgründen die Sperrung der Seebrücke während des Anlasses. Sie befürchtet, dass es sonst zu Unfällen zwischen Schaulustigen und dem Verkehr kommen könnte. Diese Sperrung ist für eine Werbeaktion unverhältnismässig.
  • Der Pneukran zur Spannung des Seils kann aus statischen Gründen nicht wie geplant auf dem unterirdischen Parkhaus Schweizerhof aufgestellt werden.
  • Aus Sicherheitsgründen müsste der Bus- und Taxibetrieb am Bahnhofplatz während der Überquerung eingestellt werden. Betroffen wären in dieser Zeit rund 200 Busse.
  • In einer sehr wichtigen Phase einen Tag vor der Eröffnung würden die Aufbau- und Anlieferungsarbeiten des Blue Balls Festival stark beeinträchtigt. Dieses Festival hat bereits seit Langem eine Bewilligung. Eine Verzögerung der Aufbauarbeiten könnte hohe Kosten verursachen.

Die Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen hat den Veranstalter informiert. Sie hat ihm signalisiert, dass sie bei einem entsprechenden Bedürfnis in den kommenden Jahren gerne bereit ist, bei frühem Einbezug die Suche nach einer möglichen Lösung zu unterstützen.

pd/zim