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STADT LUZERN: Sek-Schulversuch: Ein teurer Versuch

Ressort-Leiter Robert Knobel zum Versuch, städtische Sek-Schüler in Mathe und Deutsch trotz unterschiedlichem Niveau gemeinsam zu unterrichten.
Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region
Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region.

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region.

Was auf der Primarstufe schon länger Standard ist, hält zunehmend in der Sekundarschule Einzug: das integrative Unterrichtsmodell. Dabei werden Schüler mit grossen Leistungsunterschieden in derselben Klasse unterrichtet. Die Auswirkungen auf Sekundarstufe waren bisher gering, da das Modell meist nur in Nebenfächern angewendet wurde.

Die Stadt Luzern geht jetzt aber so weit wie keine andere Gemeinde im Kanton: Auch in Deutsch und Mathematik werden die verschiedenen Leistungsniveaus gemeinsam unterrichtet. Ausgerechnet die beiden mit Abstand wichtigsten Fächer werden also integrativ unterrichtet – und dies in der Oberstufe, einer entscheidenden Phase der Schullaufbahn, steht doch die Berufswahl oder der Übertritt ins Gymnasium vor der Tür. Kein Wunder, war für diesen Systemwechsel eine befristete Sonderbewilligung des Kantons nötig.

Der Stadtrat begründet das neue Modell mit sozialen Argu­menten. Der Zusammenhalt innerhalb der Klasse werde gestärkt, weil die Schüler auch für die Hauptfächer in ihrer Stammklasse bleiben können. Bei diesem Argument geht allerdings vergessen, dass erst die Einführung des integrativen Modells zur Schwächung der bisherigen Klassenverbände geführt hat. Vorher waren die Sek-Schüler grundsätzlich in A-, B- oder C-Klassen eingeteilt – die Klassenzusammensetzung blieb also immer gleich.

Die Sekundarschule hat die Aufgabe, schwache Schüler zu unterstützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die leistungsstarken möglichst ungehindert ihren Weg gehen können. Ob dies mit dem aktuellen Stadtluzerner Modell erreicht werden kann, ist fraglich. Selbst wenn der Stadtrat feststellt, dass die Schüler «wenig Prob­leme» damit hätten, ist zumindest der grosse Vorteil des inte­grierten Modells à la Luzern nicht offensichtlich.

Fest steht hingegen, dass es zu­sätzliche Kosten verursacht. Ganze 1,3 Millionen Franken leistet die Stadt als «Anschubfinanzierung» für das integrierte Modell. Sollte sich nach Ablauf der dreijährigen Versuchsphase zeigen, dass es sich nicht bewährt, wäre dies eine teure Übung gewesen. Der Stadtrat muss die Entwicklung ganz genau beobachten und darf sich nicht scheuen, bei Bedarf schon früher die Notbremse zu ziehen.

Robert Knobel, Leiter Ressort Stadt/Region

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

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