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STADT LUZERN: Sek-Schulversuch wird weitergeführt

Städtische Sek-Schüler besuchen neuerdings den Deutsch- und Mathe-Unterricht gemeinsam, egal wie gut ihr Niveau ist. Ob dieses System auch Sinn macht, darüber wird erst in zwei Jahren entschieden.
Sekundarschüler während des Unterrichts im Schulhaus Gasshof im Stadtteil Littau. (Bild: Boris Bürgisser)

Sekundarschüler während des Unterrichts im Schulhaus Gasshof im Stadtteil Littau. (Bild: Boris Bürgisser)

Zu Beginn des aktuellen Schuljahres im vergangenen August ist in der Stadt Luzern eine gewichtige Neuerung eingeführt worden: Seither werden Sek-Schüler der Niveaus A, B und C in Mischklassen unterrichtet. «Integrierte Sekundarstufe» heisst das Modell, das sich an die Integrative Förderung der Primarschule anlehnt. Diese Systemänderung haben zwar schon diverse Luzerner Gemeinden gemacht. Doch die Stadt geht einen entscheidenden Schritt weiter: Statt wie üblich nur die Nebenfächer, werden in hier auch die Hauptfächer Deutsch und Mathematik integrativ unterrichtet. Das bedeutet: In derselben Deutschstunde sitzen leistungsstarke Schüler des Niveaus A zusammen mit Kollegen der Niveaus B und C.

Für FDP-Grossstadträtin Sandra Felder ist dies ein klarer Rückschritt. «Es darf nicht sein, dass die Leistung zugunsten der Integration auf der Strecke bleibt.» Sie forderte per Postulat, dass die Hauptfächer Deutsch und Mathe wieder wie früher in getrennten Leistungs-Klassen unterrichtet werden. Das Stadtparlament hatte in der Debatte am Donnerstag dafür – genauso wie der Stadtrat – aber kein Musikgehör. Linke, GLP und CVP wollten den eingeschlagenen Weg weiter gehen. «Integration ist ein Trend im Bildungswesen», sagte Adrian Albisser (SP). Sandra Felder stellte das integrative Modell nicht grundsätzlich in Frage. Aber für die Hauptfächer sei es nicht geeignet. Das zeigten auch Rückmeldungen von Lehrpersonen.

Der Stadtrat brauchte für die Einführung des integrativen Deutsch- und Mathematikunterrichts eine Spezialbewilligung des Kantons. Denn gemäss Volksschulgesetz müssen diese Fächer niveaugetrennt unterrichtet werden. Der Pilotversuch ist zunächst auf drei Jahre beschränkt. Für Marcel Lingg (SVP) ist es «sehr heikel», dass die Regierung Ausnahmen von geltenden Gesetzen bewilligt. Linke, GLP und CVP plädierten aber dafür, den Versuch zumindest zu Ende zu führen und nicht nach ein paar Monaten schon wieder rückgängig zu machen.

Lehrer brauchen mehrVorbereitungszeit

Stadtpräsident und Bildungsdirektor Beat Züsli (SP) räumte ein, dass der Systemwechsel eine grosse Herausforderung für die Lehrpersonen sei. «Es braucht mehr Vorbereitungszeit.» Zudem müsse man das Problem der fehlenden Durchmischung in einzelnen Klassen angehen. Es könne nicht sein, dass etwa das Niveau B in einer Klasse nur durch ein einziges Kind vertreten ist. Ansonsten zeige eine erste Auswertung nach einem Jahr eine positive Bilanz. «Die Schüler haben damit wenig Probleme. Sie kommen ja schon aus dem integrativen System der Primarschule», so Züsli. Einzelne Rückmeldungen von Eltern seien aber tatsächlich negativ gewesen. Züsli wehrte sich auch gegen den Vorwurf, die Stadt mache ein Bildungsexperiment. «Wir sind keine Pionierin. Andere Kantone kennen seit Jahren ähnliche Systeme.»

Klar ist aber auch: Die Integrierte Sek ist kein Spar-Modell. Zumindest in der Anfangsphase brauche es sogar mehr Geld, sagt der Stadtrat. Deshalb hat das Parlament gestern auch beschlossen, 1,27 Millionen Franken aus dem Überschuss der Rechnung 2016 für die Sekundarschule zu verwenden. Damit sollen die Lehrpersonen während der Einführungszeit gezielt entlastet werden.

Robert Knobel

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