STADT LUZERN: Senioren zeigen den Hüftschwung in Perfektion

Alter schützt vor Fasnacht nicht. Die Ü-60-Generation traf sich gestern im Casino Luzern zur legendären Seniorenfasnacht.

Monika Van De Giessen
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Auch Regenschirme und Örgeli waren im Casino Luzern für einmal auf der Tanzfläche zu finden. (Bilder: Dominik Wunderli (Luzern, 25. Februar 2017))

Auch Regenschirme und Örgeli waren im Casino Luzern für einmal auf der Tanzfläche zu finden. (Bilder: Dominik Wunderli (Luzern, 25. Februar 2017))

Monika van de Giessen

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Gute Laune, viel Schwung und eine gute Kondition waren an der Seniorenfasnacht im Casino Luzern gefragt. Was das Festen angeht, steht die Ü-60-Generation den jüngeren Fasnächtlern in keiner Weise nach. Echt toll, wie da noch sauber ein klassischer Walzer, ein zackiger Marsch, ein Fox, ein Schottisch oder ein Tango aufs Parkett gelegt wird. Zeitweise wurde es ziemlich eng auf der Tanzfläche. Die Swinging Boys mit Bandleader Walti Brun, verstärkt durch Röbi Odermatt, legten sich so richtig ins Zeug. Sie liessen die Fünfziger- und Sechzigerjahre musikalisch aufleben, sehr zur Freude der tanzverrückten Senioren. Es gab Paare, die keinen Tanz ausliessen. So beispielsweise Ruedi Bisang (71) und Anita Mandolin (64) aus Luzern, die sich als regelrechte «Tanzfüdli» outeten. Beide erinnern sich gerne an die Zeiten, als noch im Union, im Hubertus, im Astoria oder im Kunsthaus Bälle stattfanden. «Wir würden es begrüssen, wenn wieder vermehrt Bälle stattfinden würden.» Ins gleiche Horn stiessen Ruth Benedetti (82) und ihr Gatte Ceo Benedetti (77). «Wir finden es toll, dass man etwas für die Alten macht», freut sich Ruth Benedetti.

Wenn 400 Senioren schwungvoll tanzen

Der Saal im Casino Luzern war mit 400 Fasnächtlern bis auf den letzten Platz besetzt. Fast alle kamen verkleidet, so wie es halt schon früher war. Bei vielen genügte auch schon eine Clown-Nase oder ein mit Federbüschen verzierter Hut als Verkleidung. Die Hüften bewegt man/frau unter anderem zu den Hits «Ja, losed Sie, Frau Küenzi, e bitzle gwaggle müend Sie …», zum ­Ohrwurm aus dem Jahr 1965 «Spanish Eyes», zur traditionellen Polka aus dem Appenzellerland «Berewegge, Chäs ond Brot» oder zum Stimmungslied «Rosamunde». Seit 1991 findet die Seniorenfasnacht jeweils am Rüüdige Samschtig statt. Seit letztem Jahr wird der Anlass vom LFK organisiert. Laut Rolf Keller vom OK Seniorenfasnacht wird am bisherigen Erfolgskonzept festgehalten, will heissen, einer Maskenprämierung und viel Unterhaltung. Unterstützung erhält das LFK auch vom Luzerner Gewerbe. Bäckermeister aus Luzern stellen jeweils rund 400 Schenkeli und Krapfen her, die den Ballbesuchern gratis abgegeben werden. Die Casino Kursaal AG stellt dem LFK den Saal ebenfalls gratis zur Verfügung.

Höhepunkt ist jeweils der Einmarsch der Fasnachtsgewaltigen in vollem Ornat mit Gefolge und der Rüüdig-Samschtig-Musig. Die Senioren begrüssten die Gesellschaften mit tosendem Applaus. Der «höchste Fasnächtler», LFK-Präsident Patrick Hauser, betonte, wie wichtig die Seniorenfasnacht sei. «Wir machen viel für die Kinder, aber wir dürfen die ältere Generation nicht vergessen», erklärte er.