Stadt Luzern setzt auf Öko-Strom

Seit Anfang Jahr bezieht Luzern für die städtischen Liegenschaften und die öffentliche Beleuchtung nur noch Strom aus erneuerbaren Energien. Dies ist ein Teil der Strombeschaffungspolitik des Stadtrats, welche er in einem aktuellen Bericht und Antrag darlegt.

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Die Stadt Luzern setzt bei der öffentlichen Beleuchtung - hier der Wasserturm - auf Strom aus erneuerbar Energie. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)

Die Stadt Luzern setzt bei der öffentlichen Beleuchtung - hier der Wasserturm - auf Strom aus erneuerbar Energie. (Bild: Nadia Schärli/Neue LZ)

Parlamentarische Vorstösse veranlassten den Luzerner Stadtrat, diese Auslegeordnung zu machen. Die Förderung erneuerbarer Energien sei dem Stadtrat gleich wie dem Parlament ein Anliegen mit grosser Bedeutung, schreibt der Stadtrat im am Montag veröffentlichten Bericht und Antrag.

Vorab die breite Zustimmung der Bevölkerung zum Energiereglement bestärkte den Stadtrat in seinen Anstrengungen für ein bewusstes ökologisch orientiertes Handeln. So beschloss er, den städtischen Strombedarf ab Januar 2013 nur noch mit Strom aus zertifizierten erneuerbaren Energien zu decken.

Damit gehe der Stadtrat über die Forderung einer Motion hinaus, die nicht konkret von zertifiziertem Strom ausgegangen sei, heisst es weiter. Auch die Forderung eines Postulats, «mindestesns 50 Prozent des stadteigenen Strombedarfs mit erneuerbaren Energien abzudecken», sei erfüllt.

Um den Ökoabsatz bei der Kundschaft von energie wasser luzern (ewl), deren Eigentümerin die Stadt ist, zu fördern, hatte der Stadtrat beschlossen, den städtischen Strombezug jährlich um die gleiche Menge Ökostrom zu erhöhen, wie sie ewl ab 2009 neu an Dritte verkauft. Und zwar so lange, bis die im Postulat geforderte Mengen erreicht sind.

CKW: Kosten für Stromveredelung

Für die Bezüge von ewl rechnet der Stadtrat mit jährlichen Mehrkosten von rund 100'000 Franken. Hinzu kommen die Kosten für die Veredelung von Strom aus Wasserkraft, Sonne, Biomasse und Wind der Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW).

Der Beschluss des Stadtrats, ausschliesslich zertifizierter erneuerbarer Strom zu beziehen, bedeutet nämlich, dass aller Strom die erforderliche Qualität aufweisen muss. Auch der Strom, den die Stadt von der CKW bezieht. Die CKW liefere zwar Strom, der aus Wasserkraft, Sonne, Biomasse und Wind gewonnen wird, heisst es weiter. Doch er sei nicht zertifiziert.

Aus diesem Grund kauft die Stadt im Versorgungsgebiet der CKW Strom ohne Herkunftsangabe und kauft zusätzlich bei der ewl die Zertifikate, damit daraus Strom der Qualität ewl Naturstrom wird. Diese so genannte Veredelung kostet jährlich rund 12'000 Franken.

Der Stadtrat beantragt dem Parlament, von diesem Bericht Kenntnis zu nehmen und die Motion "Deckung des eigenen Strombedarfs konsequent mit Strom aus erneuerbaren Energien" sowie das Postulat "Erneuerbare Energie für die Stadt als erledigt abzuschreiben.

sda