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STADT LUZERN: Skurriles rund um Kirchtürme

Luzerns Kirchtürme warten mit allerlei Geschichten und kleinen Geheimnissen auf. Der älteste Turm der Stadt Luzern, jener der Hofkirche, birgt zum Beispiel das Fernwerk der Orgel, das den besonderen Hall und Klang im Kirchenraum erzeugt

rw. Ebenso ist im Nordturm die Christusfigur gelagert, die jeweils an Auffahrt dramatisch durch die Kirche fliegt, während sie in den Dachstock gezogen wird.

Männliche Grössenfantasien

Luzerns Kirchentürme sind Männersache. Die Wirklichkeit scheint dem Klischee von Türmen als Orten männlicher Grössenfantasien in nichts nachzustehen. In der Hof­kirche sind es die sogenannten Hofgeissen, denen alle Arbeiten in und am Turm obliegen.

Es sind dies ehemalige Absolventen der Hofschule, die 1966 ihre Pforten schloss (ihr Name erinnert an die Ziegenfelle, die sie für Dienste in der Kirche trugen, wenn zum Teil mitten in der Nacht Gottesdienste stattfanden). Bis heute sind es die leicht geheimbündlerischen Hofgeissen, die exklusiven Zutritt zum Turm haben. Sie bringen dort jeweils die Fahnen zum 1. August oder zum Bettag an oder betätigen die schaurige Rätsche am Karfreitag, wenn die Glocken schweigen.

Im Maihof-Turm sind es sechs Turm-Männer, die sich um ähnliche Aufgaben kümmern. «Das hat sich so ergeben», sagt Turmwart Feer, «meistens gehen wir nach den Arbeiten halt noch ein Bier trinken.»

Man wäre zwar durchaus offen für Frauen, manchmal sei bei gewissen Arbeiten aber schon etwas Kraft gefragt, so Feer. Auch in der Pfarrei St. Karl scheint dem Vernehmen nach bereits eine traditionell männlich dominierte Gruppe ein Auge auf den Turm geworfen zu haben: die Karli-Samichläuse.

Auch bei Vögeln beliebt

Die exponierte Lage der Kirchtürme gefällt auch Vögeln. Die geschützten Alpensegler und Fledermäuse schätzen sie als Nistplätze. In der Kirche St. Paul registrieren Experten der Vogelwarte Sempach und Fledermaus-Spezialisten dreimal jährlich deren Population. «Jede bauliche Veränderung muss an diese Stellen gemeldet werden, und vor allzu vielen Veranstaltungen sollten wir ihrer Meinung nach absehen», berichtet Pfarrer Leopold Kaiser.

Derweil verstanden im Maihof-Turm andere, weniger seltene und weniger beliebte Vögel die Attraktivitätssteigerung von 2009 als Einladung: Tauben. Ihr Kot ziert seither oft das Turminnere. Auch diese Drecksarbeit erledigen die Männer.

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