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Stadt Luzern soll schöner werden – dafür will die Verwaltung mehr Geld

In den nächsten zehn Jahren werden zahlreiche Strassen und Plätze in der Stadt Luzern neu gestaltet und aufgewertet. Es sind so viele Projekte in der Pipeline, dass der Stadtrat die Abteilung Stadtplanung ausbauen will. Doch das Volk könnte ihm noch einen Strich durch die Rechnung machen.
Robert Knobel

Luzern ist eine schöne Stadt. Doch neben den Aushängeschildern wie Europaplatz, Mühleplatz oder Nationalquai wimmelt es von städtebaulichen «Problemecken». Das sind Orte, die sowohl optisch als auch von der Nutzung her nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entsprechen. Zum Beispiel die Tribschenstrasse: Einst grosszügig für viel Verkehr gebaut, wirkt sie heute überdimensioniert und trennt das Tribschen-Quartier in zwei Hälften. Links und rechts davon findet zwar eine rasante Entwicklung statt, aber die Trennwirkung der Strasse bleibt:

(Bild: Roger Grütter)

(Bild: Roger Grütter)

Ähnlich verhält es sich mit der Luzernerstrasse in Littau. Hinzu kommen Grünflächen, bei denen niemand so genau weiss, wozu sie eigentlich da sind. Zum Beispiel der kleine Park bei der Geissmattbrücke:

(Bild: rk)

(Bild: rk)

Dagegen will der Luzerner Stadtrat etwas tun. Er will mit mehreren konkreten Projekten zur Aufwertung von Strassen und Plätzen beitragen. Was in den nächsten zehn Jahren alles geplant ist, sehen Sie auf der folgenden Karte:

Am weitesten fortgeschritten ist die Umgestaltung der Pfistergasse sowie des Reussstegs, der parallel zur Pfistergasse an der Reuss verläuft. Die beiden Gassen sollen optisch dem Bild der übrigen Kleinstadt angepasst werden. Diese wurde kürzlich neu gepflästert.

Die Pfistergasse heute. Klar ist bereits, dass die Trottoirs wie in der übrigen Kleinstadt verschwinden sollen. (Bild: zvg)

Die Pfistergasse heute. Klar ist bereits, dass die Trottoirs wie in der übrigen Kleinstadt verschwinden sollen. (Bild: zvg)

Für die weitere Planung der Umgestaltung von Pfistergasse und Reusssteg beantragt der Stadtrat dem Parlament einen Planungskredit von 0,7 Millionen Franken. Gebaut werden soll ab 2024. Einen konkreten Realisierungstermin nennt der Stadtrat auch für die Aufwertung des Wesemlin-Quartiers (2025) und für die Neugestaltung des St.Karli-Quais und des erwähnten Parks bei der Geissmattbrücke (2026). Die heute unattraktive Strasse entlang des Reussufers soll dereinst nicht wiederzuerkennen sein:

Der St. Karli-Quai heute. (Bild: zvg)

Der St. Karli-Quai heute. (Bild: zvg)

Visualisierung ab 2026. (Bild: PD)

Visualisierung ab 2026. (Bild: PD)

Noch etwas länger dauert es mit der Aufwertung des Würzenbach-Quartiers (2027) und der Umgestaltung der Tribschenstrasse (2028). Für andere Projekte ist der genaue Realisierungszeitpunkt noch offen – auch weil teilweise gar nicht die Stadt, sondern der Kanton federführend ist. So beispielsweise beim Bundesplatz. Der Stadtrat setzt sich zwar für eine neue Verkehrsführung inklusive einer Aufwertung des Platzes als Quartierzentrum ein, doch da der Bundesplatz dem Kanton gehört, muss die weitere Planung gemeinsam erfolgen. Diese ist ab 2021 vorgesehen.

Visualisierung des künftigen Bundesplatzes. (Bild: Stadt Luzern)

Visualisierung des künftigen Bundesplatzes. (Bild: Stadt Luzern)

All die Projekte sind in einer «Stadtraumstrategie» zusammengefasst, die der Stadtrat dem Parlament vorlegt. Darin enthalten sind einerseits Vorhaben aus dem kürzlich vorgestellten Raumentwicklungskonzept, das vor allem die Stärkung von Quartierzentren vorsieht. Andere Projekte stammen aus dem Bericht und Antrag «Attraktive Innenstadt». Dieser wurde vom Stadtparlament wegen der umstrittenen Carparking-Pläne zurückgewiesen. Die übrigen Massnahmen zur Attraktivierung der Innenstadt, bei denen es um die Aufwertung von Plätzen geht, sind aber unbestritten und werden daher weiter verfolgt.

Stadtrat plant bereits mit Stellenausbau – obwohl er noch gar kein Budget hat

Für die Planung und Umsetzung dieser Massnahmen sollen zusätzliche Stellen geschaffen werden. Konkret soll die Dienstabteilung Stadtplanung von 910 auf 1040 Stellenprozent ausgebaut werden. Nicht nur dies: Ein Teil der heutigen 910 Stellenprozente sind nämlich lediglich befristete Anstellungen auf Projektbasis. Diese sollen ebenfalls in reguläre Stellen umgewandelt werden. Faktisch beträgt der Ausbau somit 340 Prozent. Dies ist bereits im Budget 2019 vorgesehen. Ob die Stellen tatsächlich geschaffen werden können, ist allerdings unklar. Denn die SVP hat gegen das Budget 2019 das Referendum ergriffen (wir berichteten). Die Abstimmung darüber findet Ende März statt. Wird das Budget abgelehnt, wird wohl auch der Stellenausbau obsolet. Denn die SVP fordert mit ihrem Referendum vor allem eine Steuersenkung. Bei einem Nein am 31. März müsste der Stadtrat wohl ein neues Budget ausarbeiten, das deutlich weniger Steuereinnahmen – und damit auch weniger Ausgaben vorsieht. Der städtische SVP-Präsident Dieter Haller bezeichnet das Vorhaben des Stadtrats denn auch als «Affront». Es gehe gar nicht an, bereits mit Stellenaufstockungen zu planen, solange das Budget nicht unter Dach und Fach ist.

Eine Flut von Vorstössen für eine schönere Stadt

Der Stadtrat rechtfertigt den Stellenausbau damit, dass die Abteilung Stadtplanung heute alle Hände voll zu tun hat. Denn sie muss sich nicht nur mit den oben erwähnten Projekten befassen. Der öffentliche Raum rücke zunehmend in den Fokus von politischen Interessen, stellt der Stadtrat fest. Davon zeugt eine wahre Vorstoss-Flut, die in den letzten Jahren im Stadtparlament eingegangen zum Thema ist. Immer ging es darum, die Nutzung oder das Erscheinungsbild von öffentlichen Plätzen zu verändern. Hier einige Beispiele:

Hinzu kommen weitere hängige Grossprojekte wie die Neugestaltung des linken Seeufers sowie die Aufwertung des Schwanenplatzes. Letzteren möchte der Stadtrat mittelfristig neu gestalten (siehe Visualisierung unten), doch da die Frage der Carparkierung noch nicht gelöst ist, bleibt dieses Projekt vorläufig vage.

Visualisierung eines car-freien Schwanenplatzes, unter anderem mit einem Brunnen. (Bild: Stadt Luzern)

Visualisierung eines car-freien Schwanenplatzes, unter anderem mit einem Brunnen. (Bild: Stadt Luzern)

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