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Stadt Luzern soll weg vom Gas – aber wie?

Die Stadt Luzern will den CO2-Ausstoss deutlich senken. Doch die grosse Energiewende braucht wohl mehr Zeit als erhofft. Das räumt sogar der grüne Umweltdirektor ein.
Robert Knobel
Fossile Heizungen sind auch in der Stadt Luzern noch weit verbreitet. (Symbolbild Gaetan Bally/Keystone)

Fossile Heizungen sind auch in der Stadt Luzern noch weit verbreitet. (Symbolbild Gaetan Bally/Keystone)

Was kann die Stadt Luzern gegen den Klimawandel tun? Das fragt die GLP in zwei dringlichen Motionen im Stadtparlament – und gibt gleich selber eine Antwort: Die Pro-Kopf-Emissionen von CO2 sollen bis zum Jahr 2030 auf «netto Null» sinken. Das bedeutet: Die Emissionen aus fossilen Energien sollen vollständig kompensiert werden, sei es durch Aufforstungen oder neue Techniken für die CO2-Speicherung. Natürlich hat die Stadt Luzern hier relativ wenig eigenen Spielraum. Dennoch will die Stadtregierung in einem Bericht aufzeigen, was eine solche «Null-CO2-Politik» für die Stadt Luzern konkret für Folgen hätte.

Mit welchen Herausforderungen die Stadt dabei konfrontiert ist, skizziert der Stadtrat in seiner Antwort auf die erwähnten Vorstösse:

  • Heizungen: Auf Stadtgebiet existieren zurzeit 5600 fossile Kleinheizungen (Öl oder Gas). Wer auf ökologischere Systeme umstellt, hat Anrecht auf Förderbeiträge. Würden bis 2030 sämtliche Heizungen ersetzt, würde dies Stadt und Kanton 15,6 Millionen Franken pro Jahr kosten. Das tatsächliche Förderbudget beträgt aber lediglich 1 Million pro Jahr.
  • EWL: Der städtische Energieversorger verdient heute mit dem Verkauf von Erdgas gutes Geld. Eine Abkehr vom Erdgas würde zu «erheblichen Beeinträchtigungen der Rentabilität» führen, schreibt der Stadtrat. Doch mit dem Erlös aus dem Erdgas-Absatz finanziert die EWL die Energiewende mit. Mit anderen Worten: EWL braucht das rentable Gasgeschäft, um sich die teuren Investitionen in Fernwärme und Sonnenenergie leisten zu können. «Wie rentabel diese Energien eines Tages sein werden, bleibt offen», sagt Stadtrat und Umweltdirektor Adrian Borgula (Grüne). Er sei aber überzeugt, dass sich die Investitionen irgendwann nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch auszahlen werden.

Insgesamt kommt der Stadtrat zum Schluss:

«Die geforderte Revolution eines über Jahrzehnte wenig hinterfragten Systems der Energieversorgung lässt sich bei grösstem politischem Willen kaum in zehn Jahren verwirklichen.»

Trotzdem wolle man nun «nochmals einen Zacken zulegen», wie Adrian Borgula sagt. So wünscht sich der Stadtrat, dass ab sofort keine neuen Bauprojekte mehr geplant werden, die auf fossilen Energieträgern basieren. Die technischen Voraussetzungen dafür seien gegeben. Es brauche bloss noch ein entsprechendes Anreizsystem auf gesetzlicher Ebene. Konkrete Lenkungsmassnahmen will der Stadtrat beispielsweise im städtischen Energiereglement festschreiben.

Seit 2005 geht der CO2-Ausstoss in Luzern zurück

Der Stadtrat hält aber auch fest, dass Luzern bisher alles andere als untätig geblieben ist in Sachen Klimaschutz. So seien etwa in den letzten Jahren auf Stadtgebiet 220 Fotovoltaikanlagen und und 300 thermische Solaranlagen gebaut worden. Hinzu kommen mehrere geplante Grossprojekte im Bereich der Fern- und Seewärmenutzung. Die bisherigen Massnahmen haben ihr Ziel auch nicht verfehlt: So ist der CO2-Ausstoss auf Luzerner Stadtgebiet seit Jahren rückläufig, wie Berechnungen der städtischen Umweltschutz-Stelle zeigen: Betrug der Pro-Kopf-Ausstoss im Jahr 2005 noch 6,5 Tonnen pro Jahr, waren es 2017 nur noch 5,6 Tonnen. Dies ist allerdings immer noch meilenweit entfernt vom Ziel, welches das Volk 2011 mit der Annahme der städtischen Energie- und Klimastrategie definiert hat: Demnach soll der CO2-Ausstoss bis zum Jahr 2050 auf 1 Tonne pro Einwohner sinken.

Bei allem Engagement für den Klimaschutz macht der Stadtrat aber auch klar, dass der Klimawandel bereits im Gang ist und zunehmend auch in Luzern spürbar sein wird. Wie sich die Stadt auf die veränderten klimatischen Bedingungen einstellen soll, will der Stadtrat in einem späteren Bericht aufzeigen.

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