Stadt Luzern

Auf Spielplätzen soll nicht mehr geraucht werden – ein Verbot ist aber kein Thema

Mit «Sensibilisierungsmassnahmen» und neuer Signalisation will die Stadt Luzern Zigaretten möglichst von Spielplätzen verbannen. Es bleibt jedoch beim Appell an die Eigenverantwortung.

Stefan Dähler
Drucken
Teilen

Die öffentlichen Spielplätze sind in Luzern nun als «rauchfreie Zone» gekennzeichnet. Im Verlauf der zweiten Hälfte des letzten Jahres sind auf sämtlichen städtischen Spielplätzen die grünen Infostelen mit einem entsprechenden Hinweis ergänzt worden.

Die Infostele beim Spielplatz bei der Rotseewiese.

Die Infostele beim Spielplatz bei der Rotseewiese.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 10. Januar 2021)

Es handelt sich jedoch nicht um ein Verbot, wie es bei der Stadtgärtnerei auf Anfrage heisst. Ein solches hatte die CVP zwar in einem Postulat gefordert, dieses wurde vergangenes Jahr jedoch vom Grossen Stadtrat abgelehnt. «Bei der rauchfreien Zone handelt es sich um eine Empfehlung. Wir sprechen auch von einem Gebot, welches das Handeln lenken soll», sagt Claudio Läng von der Stadtgärtnerei. Eine Ausnahme stellen Spielplätze in Schulanlagen und bei Kindergärten dar, auf denen über die Hausordnung tatsächlich ein rechtlich bindendes Rauchverbot besteht. Generell verboten ist es, Zigaretten auf den Boden zu werfen – das gilt als Littering.

Verbot wäre schwer durchsetzbar

Auch der Stadtrat sprach sich damals in seiner Stellungnahme zum Postulat gegen ein Rauchverbot auf Spielplätzen aus. Dies, weil ein solches nur schwer durchsetzbar wäre. Spielplätze befänden sich oft in Park- und Grünanlagen. Die Grenze zwischen dem Spielplatz und der restlichen Anlage verlaufe meist fliessend. Da Luzern nicht mehr über eine Stadtpolizei verfügt, müsste zudem der Vollzug eines Rauchverbots «bei der Luzerner Polizei eingekauft werden», da diese Aufgabe nicht zum polizeilichen Grundauftrag gehören würde, heisst es in der Stellungnahme weiter.

Nichtsdestotrotz hält der Stadtrat das Rauchen auf Spielplätzen für «nicht angebracht». Weil sie schneller atmen, seien Kinder auf Erkrankungen durch Passivrauch anfälliger als Erwachsene. Weiter würden Zigarettenstummel teils auf den Boden oder in den Sandkasten geworfen. Dies könne dazu führen, dass Kleinkinder Stummel in den Mund nehmen, was gesundheitliche Schäden oder Vergiftungen nach sich ziehen könne. Der Stadtrat zeigte sich daher offen für «Sensibilisierungsmassnahmen», mit welchen das Rauchen auf den öffentlichen Spielplätzen «eingeschränkt werden kann».

SIP weist auf das Gebot hin

Die nun angebrachten Hinweise gingen auf die Diskussion rund um das Postulat zurück, sagt Läng. In der Praxis würden nun Mitarbeitende der städtischen SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) oder der Stadtgärtnerei rauchende Personen auf das Gebot hinweisen. Büssen oder wegweisen könne man diese jedoch nicht – ausser bei den Schulhaus-Spielplätzen. «Wir appellieren vor allem an die Eigenverantwortung.»

Besteht so nicht auch ein Konfliktpotenzial; etwa, wenn Raucher sich weigern, den Spielplatz zu verlassen oder die Zigarette auszudrücken und auf das fehlende Verbot hinweisen? Läng:

«Es ist schon möglich, dass es mal zu Diskussionen kommt. Entsprechende Rückmeldungen haben wir bis jetzt selten bis nie erhalten, und wenn die SIP jemanden auf das Gebot hinweist, sind diese Personen meist einsichtig.»

Er fügt an: «Meldungen gibt es viel mehr zu Littering auf Spielplätzen. Gelittert wird aber meistens nachts, wenn keine Kinder mehr dort sind.»

Trotz der Empfehlung, nicht zu rauchen, befinden sich auf den öffentlichen Spielplätzen teils immer noch Abfalleimer mit integriertem Aschenbecher. Das soll auch in Zukunft so bleiben. «Ein Abbau dieser Aschenbecher ist kein Thema, tendenziell wollen wir eher noch mehr davon installieren», sagt Läng. «Trotz Gebot ist es nun mal eine Realität, dass geraucht wird. Es ist immer noch besser, wenn die Stummel im Aschenbecher landen als auf dem Boden.»