STADT LUZERN: Stadt: Ärger über Freudenhaus

Im Tribschenquartier stehen trotz Verbots noch oft Prostituierte auf der Strasse. Beisst ein Freier an, wird er in einem Zimmer am Grimselweg bedient. Erstaunlich ist, wem das modrige Haus gehört.

Daniel Schriber und Thomas Heer
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In dem Haus am Grimselweg 4 bieten Prostituierte ihre Dienste an. Das Haus ist in einem desolaten Zustand. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

In dem Haus am Grimselweg 4 bieten Prostituierte ihre Dienste an. Das Haus ist in einem desolaten Zustand. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Trotz Verbot stehen im Tribschenquartier noch immer Prostituierte auf der Strasse. «Die Polizei macht regelmässig Kontrollen und verzeigt fehlbare Personen», sagt Maurice Illi, Sicherheitsmanager der Stadt. Doch offensichtlich gelingt es der Stadt nicht, die Strassenprostitution gänzlich aus den Wohngebieten zu verbannen. Sobald die Polizei nämlich zu Kontrollen ausrückt, ziehen sich die Prostituierten in ihr Freudenhaus am Grimselweg zurück.

Haus gehört Ex-Hochschuldozent

«Die Liegenschaft ist uns schon lange ein Dorn im Auge»,so Illi. Brisant: Bei den Hauseigentümern und damit bei den Profiteuren der Prostitution handelt es sich unter anderem um den Besitzer einer Luzerner Immobilienfirma sowie um einen ehemaligen Hochschuldozenten. Einer der Eigentümer erklärt auf Anfrage der «Zentralschweiz am Sonntag», dass man schon länger auf der Suche nach einem Käufer sei.

Diese Suche scheint sich, trotz der guten Lage des Hauses, schwierig zu gestalten – sie begann gemäss dem Immobilienbesitzer schon im Jahr 2005. Dann nämlich wandte sich die Stadt erstmals an die Hausbesitzer mit dem Appell, die Liegenschaft künftig anderweitig zu nutzen. Erfolglos. Ein erneutes Nachhaken der Stadt im Jahr 2011 blieb ebenfalls ohne Ergebnis.

Nun wollen die Eigentümer aber tatsächlich einen Käufer für ihr Haus gefunden haben. Das Geschäft soll am 1. Juli 2014 über die Bühne gehen.