STADT LUZERN: Stadt will Knascht und Opera früher schliessen

Der Stadtrat fordert, dass die Ausgehlokale Knascht und Opera in Zukunft um 00.30 Uhr schliessen müssen. Die Situation für die Anwohner sei unzumutbar – und eine Besserung nicht in Sicht.

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Der Opera-Club beim Pilatusplatz (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der Opera-Club beim Pilatusplatz (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Trotz zahlreichen Vermittlungsversuchen seitens der Stadt und Zusicherungen seitens der Clubs habe sich die Situation für die Anwohnerinnen und Anwohner zunehmend verschlechtert, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Die Lebensqualität im Bruchquartier und am Löwengraben sei massiv eingeschränkt. Der Stadtrat fordert deshalb vom Kanton, dem Opera-Club und dem Knascht-Club keine Bewilligungen für Verlängerungen mehr zu geben.

Entscheidung liegt beim Kanton
Höchst unangenehme Begleiterscheinungen des regen Nachtlebens in Luzern wie Lärm, zerbrochene Flaschen, Urin und Erbrochenes in Hauseingängen sowie frühmorgens Motorengeheul und quietschene Autoreifen in Wohnquartieren führen regelmässig zu Reklamationen durch die betroffene Bevölkerung. Der Handlungsspielraum der Stadt sei durch die aktuelle Gesetzgebung begrenzt. Bewilligungsbehörde für Ausgehlokale auch auf Stadtgebiet ist der Kanton. Die Stadt hat sich wegen der anhaltenden Reklamationen bei beiden Betrieben seit langer Zeit stark für eine Verbesserung der Situation eingesetzt.

Emissionen trotz Massnahmen nicht verringert
Der Opera-Club habe sich zwar um eine Verbesserung der Situation bemüht. Das grosse Aufgebot an Sicherheitspersonal und die clubeigenen Reinigungskräfte haben im direkten Umfeld des Opera auch Wirkung gezeigt. Leider hätten sich aber die Emissionen insgesamt trotz diesen Anstrengungen nicht im gewünschten Masse nachhaltig verringert.
Beim Knascht-Club am Löwengraben hat die Stadt beim Kanton schon im Frühling 2010 den Entzug der Bewilligung für Verlängerungen nach 00.30 Uhr beantragt. Die Betreiber hätten die gemeinsam vereinbarten Sicherheits- und Sauberkeitsmassnahmen nie zur vollen Befriedigung umgesetzt. Auch längst fällige Schallisolationen seien nicht realisiert worden. Die zuständige kantonale Gastgewerbe und Gewerbepolizei hatte darauf auf Antrag der Stadt den Betreibern des Knaschts nur noch eine eingeschränkte Bewilligung erteilt. In der Folge hatten die Betreiber erfolgreich Berufung eingelegt. Dem Knascht wurde zwar mangelhafte Betriebsführung vorgeworfen, die Bewilligungseinschränkung wurde jedoch als zu überstürzt und kurzfristig erachtet.

pd/bep