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STADT LUZERN: Stiftung Contenti sammelt für einen grossen Lift im Himmelrich

Bei einer Liftfahrt im Wohnhaus lernt man die Nachbarn kennen. Für Menschen mit Behinderung sind solche Begegnungen besonders wichtig. Deshalb sammelt die Stiftung Contenti Geld für einen grossen Lift in der ABL-Siedlung Himmelrich.
Andreas Bättig
Menschen mit einer Beeinträchtigung stehen zusammen. (Bild: Videostill)

Menschen mit einer Beeinträchtigung stehen zusammen. (Bild: Videostill)

Ab 2019 sollen im «Himmelrich» 20 Menschen mit Behinderung gemeinsam mit rund 500 anderen Personen in derselben Siedlung leben. Bruno ­Ruegge, Geschäftsleiter der Stiftung Contenti, gibt Auskunft.

Bruno Ruegge, Sie sammeln Geld für einen neuen Lift. Warum?

Weil wir wollen, dass sich im Himmelrich die Menschen mit Einschränkungen mit den anderen Bewohnern im Lift treffen können. Dazu braucht es aber einen grossen Lift, in dem sowohl Fussgänger als auch die elektrischen Rollstühle zusammen reinpassen.

Warum sind Ihnen diese Begegnungen wichtig?

Eine unserer behinderten Bewohnerinnen sagte mir einmal, dass Begegnungen im Lift wie Speeddating sind: Die kurze Zeit der Liftfahrt muss genügen, um einen ersten Kontakt herzustellen. Danach ist das Eis gebrochen, man «kennt sich» und kann sich mit seinen Nachbarn kurz austauschen. Menschen mit einer Einschränkung schätzen das sehr. Wegen Berührungsängsten kommen sie im Alltag oft wenig mit Menschen ohne Einschränkung in Kontakt. Dabei ist für viele ­behinderte Personen ein solcher Austausch wichtig. Menschen mit einer Einschränkung wollen ja keine Sonderrolle einnehmen, sondern ganz normal den Alltag mit anderen Menschen teilen.

Sie haben sich entschieden, das Geld mit einem Crowd­funding zu sammeln – dazu mit einem Video, bei dem die Bewohner augenzwinkernd auf die engen Platzverhältnisse aufmerksam machen. Insgesamt 30000 Franken müssen Sie bis zum 9. Januar zusammenhaben. Wie ­kamen Sie auf diese Idee?

Wir wollten nicht auf die Tränendrüse drücken und kein Video machen, in dem wir Menschen mit Einschränkung als arme Geschöpfe darstellen, die unbedingt Hilfe brauchen. Wir wollten die Menschen mit positiven Emotionen und Humor erreichen. Ich finde, das ist uns mit dem Video gelungen.

Warum müssen Sie überhaupt Geld sammeln?

Insgesamt brauchen wir 3,5 Millionen Franken für den Umzug ins Himmelrich, um die Wohnungen auf unsere Bedürfnisse anzupassen. Vom Kanton gibt es dafür kein Extrageld. Deshalb müssen wir diesen äusserst grossen ­Betrag selber stemmen. Bis jetzt haben wir knapp 2,5 Millionen zusammen. Die letzte Million wird aber sicher happig.

Aktuell fehlen Ihnen noch knapp 3000 Franken bis zum Ziel von 30'000 Franken. Ist das in den verbleibenden fünf Tagen noch zu schaffen?

Ich hoffe es sehr. Es wäre eine schöne Bestätigung für unsere Bewohner, dass ihr Anliegen ernst genommen wird und dass man sie bei der Nachbarschaftspflege unterstützen möchte.


Interview: Andreas Bättig

stadt@luzernerzeitung.ch


Hinweis

Die Stiftung Contenti sammelt auf www.funders.ch/projekte/contenti Geld für einen grossen Lift. Das Crowdfunding läuft noch bis zum 9. Januar.

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