Stadt Luzern
So verlief der Semesterstart nach dem Demo-Morgen an der Uni Luzern

Viele Luzerner Studierende starteten am Montag ins Herbstsemester. Nach einer kleinen Kundgebung zeigt sich: Mit dem Zertifikat gab es weitgehend keine Probleme. Bei den Testkosten bleiben jedoch Fragen offen.

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Die Demo vor dem Hauptgebäude in Luzern.

Die Demo vor dem Hauptgebäude in Luzern.

Bild: Pascal Studer (Luzern, 20. September 2021)

Es war ein Semesterstart der etwas anderen Art, den die Luzerner Studierenden am Montag erlebten. Vor dem Uni-Gebäude waren nämlich mehr Leute versammelt als sonst – und Transparente mit verschiedenen Parolen wurden in die Höhe gehalten. Zum Protest kam es, weil die Luzerner Universität und die Hochschulen die Zertifikatspflicht für Studierende eingeführt haben.

Eines vorneweg: Weder bestand die zertifikatskritische Gruppe ausschliesslich aus Studierenden, noch ist deren Meinung repräsentativ. Diverse Rückmeldungen an unsere Redaktion lassen den Schluss zu, dass der Grossteil der Studierenden die Ausweitung der Zertifikatspflicht unterstützt.

Video: PilatusToday

Sicherheitskräfte waren gut vorbereitet

Zur Kundgebung aufgerufen hatte die Bewegung «Mass-voll». Zeitgleich formierte sich ein Widerstand – vor allem von Studierenden der Universität Luzern – der sich von der massnahmenkritischen Jugendbewegung distanzierte. Die Luzerner Polizei schätzt, dass gesamthaft rund 100 Personen vor Ort waren. Zum Vergleich: Allein an der Universität Luzern sind 3155 Personen immatrikuliert.

Ab heute Vollbetrieb der Uni-Mensa

Vor wenigen Wochen hat die Universität Luzern ein vorwiegend vegetarisch-veganes Mensaangebot eingeführt. Fleischgerichte gibt es in einem Foodtruck vor dem Gebäude. Seit Montag herrscht Vollbetrieb mit dem ganzen Angebot. Entsprechend der Rückmeldungen von Mitarbeitenden und Studierenden ist das Fazit gemäss Uni bisher positiv. Dies ist wenig überraschend: Die Studierenden haben vor eineinhalb Wochen in einem offenen Brief den Luzerner Kantonsrat informiert, dass sie das neue Mensakonzept begrüssen. (stp)

Vor dem Gebäude ist es zu Auseinandersetzungen gekommen. Die Sicherheitskräfte haben verhindert, dass zertifikatskritische Demonstrierende ins Gebäude eindringen konnten. Gemäss Luzerner Polizei gab es mehrere Wegweisungen, fünf Personen wurden ausserdem verzeigt. «Wir waren aber auf die Kundgebung vorbereitet», sagt Polizei-Sprecher Urs Wigger. Auch die Uni und PH Luzern hatten Kenntnis von der Demonstration. «Wir waren vorinformiert und mit der Polizei im Kontakt. Wir konnten gemeinsam eine Risikoeinschätzung vornehmen und entsprechende Vorkehrungen treffen», sagt PH-Kommunikationschef Marco von Ah.

Zertifikatskontrollen «ruhig und freundlich verlaufen»

Die Kontrollen in den Gebäuden seien weitgehend unproblematisch verlaufen. Das sagt nicht nur von Ah, sondern auch Sigrid Cariola, Leiterin Unternehmenskommunikation der Hochschule Luzern (HSLU): «Sie waren ruhig, freundlich und ohne besondere Vorkommnisse.» Die Kontrollen lasse die HSLU durch externes Personal durchführen, fährt sie fort. Für die Universität Luzern ist es derweil noch zu früh, entsprechende Angaben zu machen.

Die Luzerner Polizei beobachtet das Geschehen vor der Uni.

Die Luzerner Polizei beobachtet das Geschehen vor der Uni.

Bild: Pascal Studer (Luzern, 20. September 2021)

Es zeigt sich: Der Zertifikatspflicht scheinen die Luzerner Studierenden nicht grundsätzlich negativ gegenüberzustehen. Offene Fragen gebe es vielmehr beim Onlineangebot und den Testkosten, sagen Studierende gegenüber unserer Redaktion. Bezüglich letztem Punkt lässt die Universität Luzern verlauten, man kläre Möglichkeiten ab, um die Tests für die Studierenden zu erleichtern. PH-Sprecher Marco von Ah führt aus: «Leider musste die Einführung der Zertifikatspflicht aufgrund des Bundesratsentscheids sehr kurzfristig erfolgen. Hier gilt es noch offene Fragen zu klären, zum Beispiel jene betreffend Finanzierung der Tests ab dem 1. Oktober. Daran arbeiten wir mit Hochdruck.»

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