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Stadt Luzern: Tourismus-Zone als «Chance für kleine Läden»

In der Luzerner Alt- und Neustadt hofft man auf positive Effekte von längeren Öffnungszeiten. Für den Quartierverein Hochwacht sind die Pläne der Stadt hingegen der falsche Weg.
Robert Knobel
Auch die Pilatusstrasse könnte dereinst zur Tourismus-Zone mit längeren Öffnungszeiten gehören. (Bild: Nadia Schärli, 23. Oktober 2018)

Auch die Pilatusstrasse könnte dereinst zur Tourismus-Zone mit längeren Öffnungszeiten gehören. (Bild: Nadia Schärli, 23. Oktober 2018)

Der Luzerner Stadtrat verfolgt sein Ziel von verlängerten Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt weiter. Am Dienstag lud er zu einem Workshop, um die Bedürfnisse der direkt betroffenen Geschäfte, Verbände und Quartiere zu erfahren (wir berichteten). «Wir nehmen mit Befriedigung zur Kenntnis, dass der Handlungsbedarf beim Thema Ladenöffnungszeiten bei allen Anwesenden unbestritten war», bilanziert André Bachmann, Vorstandsmitglied der City Vereinigung Luzern.

«Wer auswärts arbeitet, hat unter der Woche kaum eine Chance, im Quartier einkaufen zu gehen. Mit längeren Öffnungszeiten würde sich dies ändern.»

Markus Schulthess, Co-Präsident QV Hirschmatt-Neustadt

Dabei zeigte sich, dass der geplante Tourismus-Rayon nicht nur die Altstadt umfassen könnte, sondern auch Teile der Neustadt. «Das wäre eine Chance für die vielen kleinen Geschäfte in der Neustadt», sagt Markus Schulthess, Co-Präsident des Quartiervereins Hirschmatt-Neustadt. Wie gross die Nachfrage nach längeren Öffnungszeiten konkret ist, könne er nicht sagen – bisher gab es in der Neustadt keine Forderungen nach einer Änderung. Doch Schulthess fände es wünschenswert, den Spielraum zu vergrössern, selbst wenn am Ende nur wenige Läden die Möglichkeiten nutzen. Profitieren würden wohl auch die Arbeitspendler, von denen gemäss Schulthess viele in der Neustadt wohnen. «Wer auswärts arbeitet, hat unter der Woche kaum eine Chance, im Quartier einkaufen zu gehen. Mit längeren Öffnungszeiten würde sich dies ändern.»

«Niemand will, dass die Geschäfte bis
22.30 Uhr und am Sonntag geöffnet bleiben. Es braucht lediglich eine Lösung, die nicht so streng ist wie die heutige Regelung – so wie dies auch andere Städte kennen.»

Pierre Rügländer, Präsident QV Altstadt

Auch Pierre Rügländer, Präsident des Quartiervereins Altstadt, begrüsst eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten. Es gehe keineswegs darum, die theoretisch erlaubten Tourismus-Öffnungszeiten voll auszuschöpfen, betont er. «Niemand will, dass die Geschäfte bis 22.30 Uhr und am Sonntag geöffnet bleiben. Es braucht lediglich eine Lösung, die nicht so streng ist wie die heutige Regelung – so wie dies auch andere Städte kennen.» Aus Sicht der Altstadt-Bewohner würden längere Öffnungszeiten auch zur Belebung beitragen. «Seit sich die Ausgehmeile Richtung Bahnhof verschoben hat, ist die Altstadt nach Ladenschluss praktisch leer», sagt Rügländer.

«Die Rayon-Grenze würde wohl mitten durch unser Quartier verlaufen».

Marc-André Roth, Präsident QV Hochwacht

Neben der Alt- und Neustadt als Hauptbetroffene würde der Tourismus-Rayon auch das Hochwacht-Quartier tangieren, beispielsweise das Löwencenter. Doch der dortige Quartierverein hält wenig von den Plänen der Stadt und hat auch am Workshop nicht teilgenommen. «Die Rayon-Grenze würde wohl mitten durch unser Quartier verlaufen», sagt Marc-André Roth, Präsident des Quartiervereins Hochwacht. Viel sinnvoller als eine geografisch isolierte Lösung wäre, das kantonale Ladenschlussgesetz anzupassen. Dies schlägt bekanntlich die FDP in einer Motion vor (Forderung: Gemeinden sollen selber über Öffnungszeiten entscheiden).

Wirtschaftsverband: Eine Stunde mehr reicht nicht

Am Dienstag hat auch der Detaillistenverband (DVL) einen neuen Vorschlag für eine kantonale Lösung eingebracht (siehe Interview-Link unten). Alexander Gonzalez, Präsident des Wirtschaftsverbands Stadt Luzern, begrüsst, «dass auch die kritischen Partner zur Einsicht gelangen, dass wir uns bezüglich der Öffnungszeiten von der Steinzeit-Betrachtung im Detailhandel lösen müssen». Der Vorschlag des DVL, am Samstag bis 17 Uhr zu verlängern und dafür auf einen Abendverkauf zu verzichten, überzeugt Gonzalez aber nicht. «Mit einer zusätzlichen Stunde werden wir den Einkaufstourismus in die Nachbarkantone kaum stoppen können.» Deshalb müsse man schon eher einen Ladenschluss um 18 Uhr anpeilen, sagt Gonzalez, der beim Samstag den grössten Handlungsbedarf sieht.

Auch André Bachmann von der City Vereinigung, der an vorderster Front für die städtische Lösung kämpft, glaubt, dass längerfristig kein Weg an einer kantonalen Gesetzesänderung vorbei führt. «Doch dieser Weg wird Jahre in Anspruch nehmen. Der Pilotversuch der Stadt Luzern ist im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung die einzige Möglichkeit, auf Gemeindeebene rasch zu handeln.»

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