STADT LUZERN: Touristen sollen länger in Luzern bleiben

Die Luzerner Stadtregierung spricht sich für den Tagestourismus in Luzern aus und will, dass die Gäste länger in Luzern verweilen. In einer Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss gibt sie sich aber auch kritisch.

Drucken
Teilen
Tagestouristen aus Asien fotografieren sich vor der Jesuitenkirche in Luzern. (Bild: Keystone)

Tagestouristen aus Asien fotografieren sich vor der Jesuitenkirche in Luzern. (Bild: Keystone)

Der Tagestourismus bringt der Stadt Luzern grossen wirtschaftlichen Nutzen: Durchschnittlich gibt ein Tagesgast in Luzern 103 Franken am Tag aus – egal on in- oder ausländischer Gast. Studien zufolge generiert der Tagestourismus in Luzern jährlich rund eine halbe Milliarde Franken. Die Kosten für die Parkplatzwächter im Zentrum würden von den Uhren- und Bijouterie-Geschäften rund um den Schwanenplatz übernommen. Die vier grossen Geschäfte, Bucherer, Gübelin, Cartier und Embassy würden ausserdem für das Marketing von Luzern jährlich je 40 000 Franken zur Verfügung stellen, heisst es in der Antwort der Regierung.

Trotz aller Wertschöpfung für die region: Der Tagestourismus belastet die Umwelt. So sei die Umweltbelastung vor allem dann gross, wenn die Gäste via Flugzeug in die Schweiz reisen. Hierfür gibt die Regierung ein Rechenbeispiel: Eine Flugreise von Peking nach Zürich retour belastet die Umwelt mit rund 3 Tonnen CO2 pro Passagier. Die Stadtluzerner Bevölkerung hingegen verursacht mit all ihren Aktivitäten durchschnittlich rund 6 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr. Der Verkehr durch Reisecars hingegen belaste die Umwelt im Vergleich zu seiner touristischen Ertragskraft eher wenig.

Im Fokus des Stadtluzerner Tourismus-Engagements steht gemäss Regierung ein qualitatives und nachhaltiges Wachstum mit einer Steigerung der touristischen Wertschöpfung. Hierfür sollen die Gäste künftig länger in Luzern verweilen.

nop

Uhrenfirmen generieren 3-5 Millionen Franken

Die Steuererträge aller am Schwanenplatz und Grendel domilizierten Bijouterie- und Souvenirgeschäfte wie Bucherer und Gübelin betragen zwischen 3 und 5 Millionen Franken pro Jahr. Der Beitrag dieser wenigen Unternehmen beträgt damit 10 bis 15 % des Steueraufkommens der rund 5000 steuerpflichtigen, juristischen Personen in der Stadt Luzern.

«Man muss bedenken, dass es nur eine Handvoll Unternehmen sind, die einen relativ hohen Anteil des Steuerertrags liefern», sagt dazu Peter Bucher, der Wirtschaftsbeauftragte der Stadt Luzern. Zudem: «Wir reden hier nur von den städtischen Steuern. Nimmt man die Kantons- und Bundessteuern dazu, kommt man auf 15 bis 25 Millionen.»

Dies unterstreiche die hohe Wertschöpfung, welche der Tourismus am Schwanenplatz effektiv auslöst, schreibt die Stadt in ihrer Antwort.

rem/hb

Mehr zum Thema am<br /> 6. Februar in der Neuen LZ.