Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

STADT LUZERN: VBL wollen Gütsch-Bahn betreiben

Die Gütsch-Bahn soll Ende August eröffnet werden. Betreiber der Bahn werden vermutlich die VBL. Doch diese sind sich noch nicht einig mit den «Gütsch»- Besitzern.
Gemäss früheren Plänen sollte sie schon fahren. Aber die Gütschbahn ist immer noch Baustelle, wie das Bild vom Dienstag zeigt. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Gemäss früheren Plänen sollte sie schon fahren. Aber die Gütschbahn ist immer noch Baustelle, wie das Bild vom Dienstag zeigt. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Robert Knobel

Der Bau der neuen Bahn zum Château Gütsch in der Stadt Luzern kommt voran Tal- und Bergstation sind inzwischen fast fertiggestellt. Es fehlen nur noch die beiden Liftkabinen. Diese sollen demnächst angeliefert werden, sagt Richard Horton, Chef der Gütsch-Betreiberfirma Castle Holding, auf Anfrage. Ein genaues Eröffnungsdatum will er noch nicht nennen, es werde aber wohl Ende August, so Horton. Ursprünglich hätte der neue Schräglift auf den Gütsch im Mai 2015 eröffnen sollen, später wurde von Seiten der Castle Holding der Juli als wahrscheinliches Datum genannt. Nun verzögert sich die Eröffnung also weiter. Ein Grund dafür sind offenbar die Verhandlungen der Castle Holding mit den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) und dem Tarifverbund Passepartout. Diese sind noch immer im Gang.

Komplizierter Kamera-Einbau

Was die Öffentlichkeit bisher nicht wusste: Bei diesen Verhandlungen geht es nicht nur um die Integration der Gütsch-Bahn in den Tarifverbund, sondern auch um die Frage, wer die Bahn betreiben soll. Die «Gütsch»-Besitzer wollen das offenbar nicht selber machen und möchten den Betrieb den VBL überlassen. VBL-Direktor Norbert Schmassmann bestätigt entsprechende Verhandlungen: «Die VBL haben in ihrem Marktgebiet grundsätzlich immer ein Interesse, für Dritte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Personentransporten zu erbringen.» Verhandelt wird noch über den genauen Leistungsumfang und die entsprechende Abgeltung. Vorgesehen ist unter anderem, dass die VBL ihr Videoüberwachungssystem, das bereits in den Bussen eingesetzt wird, der Gütsch-Bahn zur Verfügung stellen. Die Kameras sollen zudem in der Lage sein, die Fahrgäste automatisch zu zählen. Der Einbau der Kameras sei komplizierter als angenommen, was ebenfalls ein Grund für die Verzögerung sei, sagt Richard Horton.

Stadt zahlt an den Betrieb

Doch offenbar ist auch die Frage der finanziellen Abgeltung noch nicht geklärt. Die Einnahmen aus dem Billettverkauf sollen in die Kassen des Tarifverbunds fliessen. Dieser entschädigt die VBL dann nach einem festgesetzten Verteilschlüssel. Offenbar geht es im Falle der Gütsch-Bahn um einige zehntausend Franken. Da dieser Betrag für die VBL vermutlich nicht kostendeckend ist, müssen die «Gütsch»-Besitzer für den Rest aufkommen. Das alles muss verhandelt werden. Verkompliziert wird die Sache zudem durch die Tatsache, dass es auch um öffentliche Gelder geht. Die Stadtluzerner Stimmberechtigten haben Ende 2014 einen Kredit von 1,73 Millionen Franken für die Gütsch-Bahn genehmigt. Darin enthalten ist nicht nur ein Beitrag an die Baukosten, sondern auch an den Betrieb der Gütsch-Bahn während 25 Jahren. Der städtische Kredit war die Voraussetzung dafür, dass die Château Gütsch Immobilien AG den sistierten Bau der Bahn fortsetzt und zu Ende führt.

Es braucht ein Billett der Zone 10

Für den Ticketverkauf an der Gütsch-Bahn-Talstation wird voraussichtlich der bereits bestehende Billettautomat der benachbarten Bushaltestelle Gütsch benutzt. Bereits seit längerem klar ist, dass die Bahn in den Tarifverbund Passepartout integriert werden soll. Gemäss Christoph Zurflüh, Sprecher des Tarifverbunds, erfolgt die Integration, sobald die Bahn ihren Betrieb aufnimmt. Um auf den Gütsch zu fahren, benötigt man dann ein Billett der Zone 10. Dieses kostet 4, mit dem Halbtax-Abo 3 Franken. Die Zone umfasst die Stadt und die Agglomeration. Auch Inhaber sämtlicher Abos mit der Zone 10 können die Bahn benutzen. Kurzstreckenbillette sind auf der Bahn indes nicht gültig.

Josef Moser, Präsident des Quartiervereins Wächter am Gütsch, wünscht sich ein möglichst einfaches Verfahren für den Billettverkauf. Dass Passagiere zur Bushaltestelle laufen müssen, um ein Billett zu kaufen, kann er sich «überhaupt nicht vorstellen». Es sei wichtig, dass nicht nur versierte Einheimische die Bahn benutzen können, sondern auch Touristen und Personen, die sich mit dem ÖV nicht auskennen, so Moser. Sein Vorschlag: In der Talstation muss man Tickets kaufen können. Allerdings brauche es dafür nicht einen voll­ständigen VBL-Automaten. Ein einfacher Automat, der nur Billette für die Bahn ausgibt, würde reichen, findet Moser.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.