Stadt Luzern
Verkehrsbetriebe Luzern erhalten unangemeldeten Besuch von der Staatsanwaltschaft

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstag die Herausgabe von zusätzlichen Daten verlangt. Die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) hätten sich «kooperativ gezeigt», schreibt deren Direktor Laurent Roux.

Simon Mathis
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Die Staatsanwaltschaft und die Luzerner Polizei haben gestern Dienstag den Hauptsitz der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) im Stadtluzerner Tribschenquartier besucht – ohne Voranmeldung. Dies geht aus einer internen Nachricht hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Darin schreibt VBL-Direktor Laurent Roux, dass die Staatsanwaltschaft «die Herausgabe von zusätzlichen Daten verlangt» habe. Hintergrund sei das Strafverfahren gegen Unbekannt im Rahmen des Subventionsfalles.

Das VBL-Gebäude im Tribschenquartier.

Das VBL-Gebäude im Tribschenquartier.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 25. September 2020)

Vor einem Jahr wurden drei Anzeigen eingereicht: vom Bundesamt für Verkehr (BAV), vom Verkehrsverbund Luzern (VVL) und von einer unbekannten Privatperson. Der Verdacht lautet auf Betrug und Urkundenfälschung. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte leitete die Untersuchung vor genau einem Jahr offiziell ein.

Keine Hausdurchsuchung

Roux schreibt weiter: «Selbstverständlich haben wir uns kooperativ gezeigt und alle gewünschten Unterlagen mit Hilfe unserer IT ausgehändigt.» Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft sei in solchen Verfahren normal und habe die Geschäftsleitung nicht überrascht. «Es wurde uns explizit vom anwesenden Staatsanwalt mitgeteilt, dass es sich dabei nicht um eine Hausdurchsuchung handelt», hält Roux fest.

Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, könne das Unternehmen keine weiteren Auskünfte erteilen, sagt VBL-Mediensprecher Sämi Deubelbeiss. Die Luzerner Staatsanwaltschaft bestätigt auf Anfrage, dass keine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde.