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STADT LUZERN: Verkehrschaos ruft Politik auf den Plan

Wegen der laufenden Bauarbeiten an der Seebrücke staut sich der Verkehr im und durchs Zentrum. Das ärgert viele Autofahrer – die Stadtluzerner CVP fordert gar einen Baustopp.
Yasmin Kunz
Während des Baus der heutigen Seebrücke, die im Dezember 1996 eröffnet wurde, wurde der Verkehr auf zwei Hilfsbrücken verlegt. (Bild: Stadtarchiv Luzern)

Während des Baus der heutigen Seebrücke, die im Dezember 1996 eröffnet wurde, wurde der Verkehr auf zwei Hilfsbrücken verlegt. (Bild: Stadtarchiv Luzern)

Yasmin Kunz

yasmin.kunz@luzernerzeitung.ch

Wer dieser Tage durch die Stadt Luzern fährt, gerät mit grosser Wahrscheinlichkeit in einen Stau. Grund dafür sind die Sanierungsarbeiten auf der Seebrücke, welche die Altstadt mit der Neustadt verbindet. Stau gibt es von allen Richtungen: vom Verkehrshaus her stadteinwärts an der Haldenstrasse, von der Zürichstrasse und dem Dreilindenquartier stadteinwärts und vom Sedel über die Spitalstrasse Richtung Stadtzentrum.

Das ärgert vor allem Autofahrer – viele Einsendungen an unsere Zeitung zeugen davon. Wann und wo es genau staue, lasse sich nicht vorhersehen, sagt Michael Wägli vom Tiefbauamt der Stadt Luzern. Zudem hält er fest: «Bei grossen Baustellen dauert es in der Regel zwei bis drei Tage, bis sich die Verkehrsteilnehmer daran gewöhnt und ihren eigenen Weg gefunden haben. Nach dieser Frist fliesst der Verkehr meist wieder nahezu einwandfrei.» Ab heute also dürfte sich die Situation beruhigen.

Obwohl Michael Wägli von einer entspannteren Verkehrslage ausgeht, wird man noch gewisse Verbesserungen vornehmen. So hat etwa gestern Nachmittag der Bus zwischen dem Löwen-Center und dem Luzernerhof eine für ihn eigens markierte Spur erhalten. Die Autofahrer können erst am Schweizerhofquai wieder in die ganz rechte Spur einbiegen. Ausserdem sind seit gestern zusätzliche Personen vom Verkehrsdienst im Einsatz. Diese stehen an Knotenpunkten wie etwa am Bahnhof Luzern und regeln den Verkehr zusätzlich zu den Ampeln. Seit gestern Abend ist auch die sogenannte Verschwenkung am Schwanenplatz Richtung Seebrücke verschoben worden, wie Wägli sagt. Die Autolenker können dadurch auf der linken Fahrbahn bleiben und die Busse auf der rechten Spur überholen. Wägli: «Der Verkehr dürfte dadurch besser fliessen.»

3,5 Zentimeter tiefe Rillen vor Lichtsignalanlagen

Die heutige Seebrücke wurde im Dezember 1996 eröffnet (siehe Kasten). 2014 wurde der gesamte Deckbelag ausgewechselt. Allerdings wies er bereits ein Jahr später Spurrillen auf. Das ist der Grund, weshalb nun erneut Arbeiten erfolgen. Vor allem vor den Lichtanlagen zeigen sich tiefe Rillen, so Wägli, «weil das Bremsen und das Anfahren den Belag stark beanspruchen». Bis zu 3,5 Zentimeter tief sind die Rillen an diesen neuralgischen Punkten. Während vor drei Jahren der gesamte Belag der Seebrücke erneuert wurde, wird heuer etwas mehr als die Hälfte ersetzt, wie Wägli sagt. Wie viel dies kostet, weiss der Bereichsleiter nicht. Die Kosten für die Gesamtsanierung von 2014 haben sich damals auf rund eine halbe Million Franken belaufen. Wie schon damals kommt auch nun die Firma Walo mit Hauptsitz in Dietikon für die Kosten auf, weil es sich um einen Garantiefall handelt.

Fakt ist: Ein neuer Belag hält in der Regel zwischen 15 und 20 Jahre. Über die Gründe, warum genau jener der Seebrücke der Belastung nicht standgehalten hat, kann nur gemutmasst werden. Die Untersuchung der letzten beiden Jahre hat ergeben: Weder die Arbeit noch das Material sind schuld an den Spurrillen. Wägli kann sich vorstellen, dass man dem Belag zu wenig Zeit gegeben hat, um vollständig auszuhärten. Daraus will man Lehren ziehen. Konkret heisst das: Von Freitag bis Sonntag hat der Belag Zeit zum Aushärten – demzufolge werden dann keine Arbeiten an den Baustellen ausgeführt. Die Sanierung der äusseren beiden Spuren ist voraussichtlich am 10. Juli abgeschlossen. Anschliessend werden die inneren beiden Spuren der Seebrücke bearbeitet. Voraussichtlich kann die Sanierung nun bereits am 17. Juli statt wie bisher kommuniziert am 29. Juli abgeschlossen werden. Vorausgesetzt, das Wetter macht mit.

Mit dem Zeitplan nicht einverstanden ist Andrea Gmür, Präsidentin der CVP Stadt Luzern. Dies verlautete sie gestern via Twitter. Sie fordert im Namen der Partei einen «Übungsabbruch». «Die Bauarbeiten sind eine Zumutung für die Stadtbewohner, die Touristen und vor allem auch für die Handwerker.» Sie versteht insbesondere nicht, warum die Deckbelagsarbeiten nicht während der Sommerferien und nachts, wenn weniger Verkehr herrscht, durchgeführt werden.

«Nachtschichten lohnen sich nicht»

Michael Wägli sagt zum Fahrplan: «Unter anderem mussten wir den Termin so wählen, weil während der Sommerzeit viele Feste stattfinden – wie etwa das bevorstehende Blue Balls Festival.» Auch Nachtarbeiten kämen nicht in Frage: «Nachtschichten sind wirtschaftlich und administrativ nicht sehr gewinnbringend.» Will heissen: Für jeden Arbeiter wäre eine Bewilligung für die Nachtarbeit fällig. Zudem müssten auch die umliegenden Hotels einverstanden sein. «Die Maschinen verursachen sehr viel Lärm», weiss Wägli. Ein weiterer erschwerender Faktor sei die Verfügbarkeit der Maschinen: «Die Geräte für den Belagseinbau sind im Sommer sehr stark ausgelastet und werden auch auf anderen Baustellen gebraucht. So steht uns die Maschine jeweils nur eine gewisse Zeit zur Verfügung.» So sei möglich, um 17 Uhr auf der Seebrücke keine Arbeiter mehr anzutreffen.

Andrea Gmür, die für die CVP auch im Nationalrat sitzt, lässt diese Antwort nicht gelten: «Man hätte die Hotels wenigstens fragen können. Zudem können die Einsätze so geplant werden, dass lärmintensive Arbeiten zu Beginn des Abends verrichtet werden.» Fest steht: Auf politischer Ebene lässt sich nun nichts mehr ändern. Gmür fordert den Stadtrat trotzdem auf, «unverzüglich über die Bücher zu gehen und dieser unhaltbaren Situation ein Ende zu setzen».

www. Mehr zu den Arbeiten auf der Seebrücke erfahren Sie im Interview mit Michael Wägli, Leiter Projekte beim Tiefbauamt der Stadt Luzern, unter: luzernerzeitung.ch/video

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