Stadt Luzern verschenkt doch keine 100-Franken-Bons

Die Einkaufsgutscheine für die ganze Bevölkerung hätten die Wirtschaft wieder ankurbeln sollen. Gekostet hätte dies die Stadt 8,3 Millionen Franken. Doch mittlerweile wurde die Idee wieder fallen gelassen.

Robert Knobel
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Die Idee klang verlockend: Jede Stadtluzerner Einwohnerin und jeder Einwohner soll von der Stadt einen 100-Franken-Einkaufsgutschein erhalten. Damit sollte die lokale Wirtschaft angekurbelt werden (wir berichteten). Gekostet hätte dies die Stadt 8,3 Millionen Franken. Doch mittlerweile wurde die Idee wieder fallen gelassen, wie die städtische Finanzdirektorin Franziska Bitzi (CVP) auf Anfrage bestätigt. Zwar hätte das Gutschein-System durchaus Vorteile gehabt: «Sie wirken zielgerichtet direkt vor Ort und proportional besser verteilt als eine generelle Steuersenkung», so Bitzi. Dank einer befristeten Gültigkeit hätten sie zudem eine rasche Ankurbelung der städtischen Wirtschaft garantiert.

Stadtrat arbeitet an Corona-Zusatzkrediten

Doch «demgegenüber steht der Nachteil des Giesskannenprinzips», gibt Franziska Bitzi zu bedenken. Denn längst nicht jedes Geschäft ist von der Coronakrise in seiner Existenz bedroht. Und längst nicht alle Einwohnerinnen und Einwohner wären auf einen solchen Zustupf angewiesen. «Unserer Bevölkerung mangelt es zum grossen Teil grundsätzlich nicht an Kaufkraft», so Bitzi. Zudem wäre auch die Abgrenzung des Kreises der Begünstigten sowie die Abwicklung der Gutscheinaktion sehr aufwendig gewesen. Welche Wirtschaftshilfen die Stadt genau zur Bekämpfung der Folgen der Krise leisten wird, ist noch offen. Der Stadtrat arbeitet zurzeit an einem Bericht und Antrag für diverse Corona-Zusatzkredite. Dazu gehören etwa Unterstützungsbeiträge für Spielgruppen.