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STADT LUZERN: Wachsendes Bedürfnis nach Sicherheit: Zaugg verlegt Firmensitz

Der Schlüssel-Hersteller Zaugg zügelt nach Reussbühl. Dort hat die Firma mehr Platz für die Herstellung ihrer Produkte – die aufgrund des erhöhten Sicherheitsbedürfnisses immer mehr gefragt sind.
Gabriela Jordan
Die Schliesstechnik-Firma Zaugg wechselt ihren Firmensitz von der Allmend in Luzern nach Reussbühl. Im Bild: Ronny Zaugg (im weissen Hemd) und Martin Zaugg (im schwarzen Hemd) mit Mitarbeitern. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 8. Januar 2018))

Die Schliesstechnik-Firma Zaugg wechselt ihren Firmensitz von der Allmend in Luzern nach Reussbühl. Im Bild: Ronny Zaugg (im weissen Hemd) und Martin Zaugg (im schwarzen Hemd) mit Mitarbeitern. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 8. Januar 2018))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Praktisch jeder in der Zentralschweiz hat einen in seiner Tasche: einen Schlüssel hergestellt von der Firma Zaugg, die seit 53 Jahren in der Stadt Luzern zu finden ist. Nach über einem halben Jahrhundert zieht es die Stadtluzerner Firma mit ihren aktuell 38 Angestellten nun an einen neuen Standort. Anfangs Januar verlegt sie ihren Sitz von der Moosmattstrasse 50 an die Täschmattstrasse 16 in Reussbühl.

«Wir haben bereits seit einer Weile nach grösseren Räumlichkeiten Ausschau gehalten. Auch Standorte in der Agglomeration waren dabei ein Thema», sagt Ronny Zaugg, der das Familienunternehmen seit 2014 in dritter Generation führt. «Schliesslich war uns aber klar, dass wir in der Stadt bleiben wollen. Mit Reussbühl haben wir nun einen idealen Standort gefunden, der überdies auch wegen der vielen Bauprojekte am Seetalplatz interessant ist.»

Der Umzugstermin war auf den 3. Januar angesetzt gewesen, ab dem 15. Januar öffnet die Firma dann ihre Tore in Reussbühl. Während der Adventszeit herrschte an der Moosmattstrasse deshalb Hochbetrieb: «Wir sind bereits seit Wochen am Packen», so Ronny Zaugg. «Und auch am neuen Standort mussten wir einige bauliche Anpassungen abwickeln.»

Simple Schlösser haben allmählich ausgedient

Der Grund dafür, dass die Firma mehr Platz benötigt, ist laut Zaugg die Intensivierung einiger Geschäftsbereiche, die grössere Werk- und Lagerungsstätten erfordern. «Wir produzieren heute nicht mehr lediglich Schlösser, sondern ganze Sicherheitssysteme samt Alarmanlage, Videoüberwachung und anderen elektrischen Zutrittskontrollmöglichkeiten.» Als Beispiel nennt Zaugg elektrische Türsysteme, die per App von überallher geöffnet und geschlossen werden können. «Die Nachfrage nach solchen Produkten hat in letzter Zeit extrem zugenommen», sagt er. Entsprechend brauche die Verarbeitung ganzer Türen samt Rahmen und Elektronik mehr Platz als die von einzelnen Schlösser. Des Weiteren biete der Standort in Reussbühl deutlich mehr Platz für die Logistik – was etwa das Aufladen tonnenschwerer Tresore erleichtern würde. Diese, fügt Zaugg hinzu, seien bei Kunden ebenfalls immer mehr gefragt.

Auf die Frage, ob es sich die Leute heutzutage denn eher leisten könnten, in Sicherheit zu investieren, oder ob sie einfach ängstlicher geworden seien, antwortet Ronny Zaugg: «Sicherheit ist ein Thema, das stark mit Gefühlen verbunden ist. Und im Moment wird dieses Sicherheitsgefühl von den Leuten sehr stark gesucht.» Als Ursache führt er die aktuell unsichere weltpolitische Lage auf. Und auch seit der Finanzkrise sowie der Abschaffung des Bankgeheimnisses könne die Firma eine stärkere Nachfrage nach ihren Produkten registrieren. «Die Leute wollen ein Daheim haben, wo sie sich sicher fühlen, und investieren deshalb auch mehr darin», so Zaugg.

Nebst Investitionen von Privaten erwirtschaftet die Firma einen grossen Teil ihres Umsatzes im Baubereich. So werden bei Neubauten meist gleich moderne Schliesstechniken installiert.

Effizienter dank der nahen Autobahn

Eine zweite Zaugg-Filiale gibt es in Baar, dort ändert sich laut Ronny Zaugg nichts. Er freut sich, dass die Fahrzeit zwischen den beiden Filialen dank der guten Verkehrserschliessung in Reussbühl bald kürzer sein wird – und kommt damit auf die Verkehrsproblematik in Luzern zu sprechen: Die Erreichbarkeit innerhalb der Stadt sei schwieriger geworden. Und da die Firma stark im Servicebereich tätig sei und häufig zu Kunden fahre, gehe so wertvolle Arbeitszeit verloren. «Manchmal kommt es vor, dass ein Auftrag in Rothenburg schneller erledigt werden kann, als einer in einem nähergelegenen Stadtquartier.» Dank des Umzugs nach Reussbühl müssten seine Mitarbeiter nun immerhin nicht mehr so häufig über die Seebrücke fahren.

Wer sich in die 414 Quadratmeter grossen Räumlichkeiten an der Moosmattstrasse einmieten wird, ist derweil noch nicht bekannt. Auf Homegate ist das Objekt für eine Nettomiete von 3277 Franken pro Monat ausgeschrieben. Dazu, ob sich bereits Interessenten gemeldet haben, will sich die Emmen ansässige Verwalterin Welcome Immobilien auf Anfrage nicht äussern.

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