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STADT LUZERN: Weisser Sonntag: Die erste Hostie für 23 Kinder

In der Pfarrei St. Karl empfingen Drittklässler gestern erstmals ihre Kommunion. Dass die Zeremonie in dem Alter stattfindet, war aber nicht immer so.
Luca Merlo
Der grosse Moment für die Mädchen und Buben, die in der Kirche St. Karl Erstkommunion feierten. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. April 2017))

Der grosse Moment für die Mädchen und Buben, die in der Kirche St. Karl Erstkommunion feierten. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 23. April 2017))

Luca Merlo

stadt@luzernerzeiutng.ch

Kurz vor 10 Uhr herrscht vor dem Pfarreizentrum St. Karl am gestrigen Weissen Sonntag viel Betrieb. Die Kirchenglocken läuten, die Polizei stoppt den Verkehr auf der Spitalstrasse, und festlich gekleidete Eltern schiessen fleissig Fotos. Im Mittelpunkt stehen die 23 in Weiss gekleideten Erstkommunikanten der dritten Klassen der Schulhäuser St. Karl und Grenzhof, die sich für den Umzug zur Kirche bereitmachen. Heute empfangen sie zum ersten Mal die Eucharistie, die nach der Taufe das zweite Sakrament der Eingliederung in die katholische Kirche bildet. Die Eucharistie ist der erstmalige Empfang der Kommunion, die Kinder erleben somit zum ersten Mal das Abendmahl.

Mit dabei sind zum Beispiel Sofia und Lynn, beide achtjährig. Gemeinsam mit ihren Religionslehrern Benjamin Ledergerber und Habte Ghezu haben sie sich in den letzten Wochen auf den grossen Tag vorbereitet und unter anderem einen Leuchtturm mit 23 Lichtern gebastelt, «der grösser als Herr Ledergerber ist», erzählt Lynn. Die Lichter sollen die Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft darstellen.

Die Hostie sei «kein Zauberbrot»

Dann geht es auf einmal los: Zu feierlichen Alphornklängen betritt die Prozession die Kirche St. Karl, und der Festgottesdienst beginnt. Die Festgemeinschaft ist ein bunter Mix der Kulturen, so werden die Angehörigen denn auch in fünf verschiedenen Sprachen begrüsst. Bald schon kommt es zum Höhepunkt der Zeremonie: zur Spende der Hostie. Nachdem Lynn und Sofia das Dankesgebet vorgetragen haben, dürfen die Kinder zum ersten Mal den Leib Christi empfangen. «Es schmeckte ein bisschen wie Papier», stellt Cla danach fest. Die Hostie sei schliesslich auch kein «Zauberbrot, sondern ein Brot der Stärkung», erklärt Benjamin Ledergerber. Sie solle symbolisieren, «dass die Kinder nun mit der Glaubensgemeinschaft im Mahl verbunden sind».

Dass man erst als Drittklässler die Erstkommunion begeht, war nicht immer so. In den Anfängen der katholischen Kirchengeschichte wurde die Kommunion gleich nach der Taufe, also im Säuglingsalter, empfangen. Doch bereits im Frühmittelalter galt diese Praxis als überholt. Einerseits wollte man verhindern, dass Säuglinge den damals zur Zeremonie gehörenden geweihten Wein verschütteten, zum anderen sollten die Kinder zuerst ein sogenanntes Vernunftalter erreichen. Die letzte Anpassung des Kommunionszeitpunktes in der Stadt Luzern wurde übrigens erst vor kurzem vorgenommen: Bis 2011 fand die Kommunion bereits in der zweiten Klasse statt.

Zum Schluss bekommen die Kommunikanten ein kleines Steinkreuz, das ihre Eltern für sie gestaltet haben und das von Pfarrer Markus Isenegger gesegnet wurde. Nach dem Gottesdienst gibt es dann kein Halten mehr – schliesslich steht nun das Mittagessen mit der Familie auf dem Programm. Aber nicht nur deswegen scheinen es die Kinder ­eilig zu haben: «Ich freue mich auf die Gschänkli», meint Emil. Seine Klassenkameraden können ihm da nur zustimmen.

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