Stadt Luzern
Zu wenig Kundschaft am Schalter: Postfiliale bei der Uni Luzern schliesst im Februar

Der Postschalter ist noch bis am 18. Februar 2022 geöffnet. Die Begründung: Immer weniger Kundinnen und Kunden wickeln ihre Geschäfte am Schalter ab. Kündigungen hat der gelbe Riese nicht ausgesprochen.

Pascal Studer
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Die Poststelle bei der Uni Luzern wird ihre Türen schliessen.

Die Poststelle bei der Uni Luzern wird ihre Türen schliessen.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. November 2021)

«Die Post richtet ihr Angebot im Zentrum der Stadt Luzern neu aus»: Das ist der Titel der Medienmitteilung der Schweizerischen Post, die am Donnerstagmorgen verschickt wurde. Dies bedeutet: Der Postschalter an der Filiale der Universität an der Frohburgstrasse 3 schliesst.

Diesen Schritt begründet die Post hauptsächlich mit zwei Punkten. So würden die Kundinnen und Kunden ihre Postgeschäfte immer seltener am Schalter abwickeln – auch an der Stelle bei der Universität Luzern. Dazu kommt gemäss Mitteilung, dass auch die Hauptpost am Luzerner Bahnhof in den vergangenen Jahren weniger Geschäfte verzeichnete. Mit der Schliessung der Uni-Filiale würde man so die Wirtschaftlichkeit des Hauptstandorts stärken, heisst es entsprechend.

Starker Rückgang der Geschäfte

Die Schliessung der Uni-Filiale fügt sich in ein Bild, das sich im Postwesen in den vergangenen Jahren manifestiert hat. Markus Flückiger, Spezialist Politik und Kommunikation Region Mitte, sagt: «Die Menschen werden immer mobiler – beruflich und in ihrer Freizeit. Das spürt auch die Schweizerische Post.» So würden die Dienstleistungen vermehrt elektronisch und rund um die Uhr nachgefragt.

Wenn die Kundinnen und Kunden dennoch an einen Postschalter kommen, geben sie gemäss Flückiger weniger Geschäfte auf als früher: «Die am traditionellen Postschalter aufgegebenen Briefe sowie die getätigten Einzahlungen nehmen kontinuierlich ab», führt er aus. Dies merke man vor allem beim Rückgang der Briefe: In den letzten 20 Jahren betrug dieser nämlich 75 Prozent. Bei den Einzahlungen beläuft er sich auf 57 Prozent, bei den Paketen auf immerhin 25 Prozent. Flückiger betont:

«Es werden heute nur noch halb so viele Geschäfte am Postschalter getätigt wie vor 20 Jahren.»

Zugangspunkte ausgebaut

Die Post hat daher in den letzten Jahren einen Strategiewechsel vollzogen. Dieser beinhaltet allerdings keinen Rückgang bei den Zugangspunkten – im Gegenteil: Über die ganze Schweiz habe die Post seit 2016 deren Anzahl von 4200 auf über 4700 ausgebaut, sagt Flückiger. Und die Zahlen zeigen: Diese Tendenz ist auch in den Zentralschweizer Kantonen wahrnehmbar. Im Kanton Luzern hat die Post zwar seit dem 1. Januar 2017 insgesamt 20 Filialen geschlossen, gleichzeitig aber 20 neue Filialen mit Partnern eröffnet – also Stellen, die in einem Laden angesiedelt sind. In der Stadt Luzern sind diese beispielsweise im Eisenwarengeschäft von Moos am Kasernenplatz oder im Quai-4-Markt an der Baselstrasse.

Zudem wurden die My-Post-Service-Stellen stark ausgebaut. Gab es im Kanton Luzern im Januar 2017 noch 5, sind es heute 37. Ebenfalls zugenommen hat die Anzahl Geschäftskundenstellen, welche von 4 auf 18 angehoben wurde. Zusammengerechnet sind die Zugangspunkte im Kanton Luzern von 154 auf 203 gestiegen. Auch in den anderen Zentralschweizer Kantonen Zug, Uri, Nid- und Obwalden ist die Entwicklung im selben Zeitraum steigend, wenn auch teilweise weniger stark.

Auch an der Universität Luzern verschwindet die Post nicht. Sie erstellt im hinteren Teil der heutigen Filiale eine unbediente Geschäftskundenstelle und eine der heutigen Nachfrage angepasste Postfachanlage. Damit «profitieren die örtlichen Gewerbetreibenden weiterhin von einem zentralen und gut erreichbaren Zugang», sagt Flückiger.

Nur am Rand betroffen von der Schliessung sind die Mitarbeitenden. Wie Flückiger betont, gebe es keine Entlassungen. Vereinzelt müssten aber Jobprofile angepasst werden. «Die betroffenen Personen werden aber alle in der Stadt Luzern weiterbeschäftigt», sagt er.

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