Stadt schützt Bäume am Ufer des Rotsees vor dem Biber

Mehrere Bäume am Ufer des Rotsees sind mit Maschendrahtzäunen versehen worden.

Stefan Dähler
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Am Rotsee ist der Biber aktiv.

Am Rotsee ist der Biber aktiv. 

Bilder: Corinne Glanzmann (Luzern, 29. Januar 2020)

Seit einigen Tagen sind am südlichen Rotsee-Ufer mehrere grosse Bäume mit Maschendrahtzaun versehen. Damit werden sie vor Biberschäden geschützt, wie die Stadt Luzern auf Anfrage bestätigt. «Bereits seit ungefähr 2014 lebt am Rotsee konstant mindestens ein Biber», sagt Stefan Herfort, Bereichsleiter Natur- und Landschaftsschutz der Stadt Luzern. Das Exemplar sei auch regelmässig beim Landschaftspark Friedental gesichtet worden.

2018 dürfte es gar eine Familie gewesen sein, doch das Weibchen starb bei einem Verkehrsunfall, worauf auch der Nachwuchs nicht überlebte. Wie viele Biber es jetzt sind, ist nicht ganz klar. Es lebe jedoch wieder maximal eine Familie am Rotsee.

Neu auch am Südufer aktiv

«Der Rotsee ist ein kantonales Naturschutzgebiet, daher darf der Biber dort auch als Landschafts- und Lebensraumgestalter aktiv sein», sagt Herfort. Zunächst habe man vor allem am Nordufer Spuren gesichtet, wo es weniger problematisch sei. Nun seien aber auch am Südufer unterhalb des Spielplatzes bei der Rotseewiese Bäume beschädigt worden. «Dort haben wir eine parkähnliche Landschaft mit mehreren prägenden Bäumen. Wir haben darum begonnen, ausgewählte, ökologisch wertvolle und landschaftsprägende Exemplare zu schützen», sagt Herfort. Weitere Bäume seien mit einem Zaun versehen worden, weil sie aus Sicherheitsgründen nicht beschädigt werden sollten.

Ein Biber im Wasser (Symbolbild).

Ein Biber im Wasser (Symbolbild).

Bild: Keystone

Die Situation werde nun laufend beobachtet, sagt Herfort. «Bei Bedarf können wir reagieren.» Das sei etwa nötig, wenn der Bahndamm oder sonst irgendwo die Sicherheit gefährdet wäre. Auch müsse man aufpassen, dass kein Baum an einer Stelle in den See fällt, wo er der Ruderstrecke in den Weg kommen könnte. Grundsätzlich fresse der Biber vor allem Weichhölzer wie Weiden. In Einzelfällen kann aber auch vorkommen, dass andere Bäume wie Eichen vom Biber gefällt werden – zuletzt war das etwa am Adligenweiher in Emmen der Fall. Eine Erklärung für dieses atypische Verhalten könnte sein, dass der Biber so für seine bevorzugten Nahrungshölzer Platz zu schaffen versucht, wie Miriam Peretti, Projektleiterin der Aktion «Biber & Co. für lebendige Gewässer» bei Pro Natura Luzern, damals sagte.