Stadt sucht Zwischennutzer für altes Hallenbad

Was passiert mit dem in die Jahre gekommenen Biregg-Hallenbad, wenn es am 1. Juli geschlossen wird? Es soll andersweitig genutzt werden können – für 100'000 Franken im Jahr.

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Das Hallenbad an der Bireggstrasse 36. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das Hallenbad an der Bireggstrasse 36. (Bild: Archiv Neue LZ)

Bevor das Hallenbad abgerissen wird, soll es andersweitig genutzt werden. Dies schreibt der Stadtrat in einer Medienmitteilung vom Freitag. Denn: Das Biregg-Hallenbad hat am 1. Juli von 9 bis 14 Uhr zum letzten Mal geöffnet und wird danach nicht mehr gebraucht. Im August – der genaue Eröffnungstermin ist noch nicht bekannt – wird der Ersatzbau auf der Allmend eröffnet.

Neue Überbauung geplant

Geplant ist, auf dem Areal eine neue Überbauung zu realisieren. Es dürfte allerdings mindestens vier Jahre dauern, bis ein baureifes Projekt vorliegt, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Zwischennutzung umfasst das gesamte Gebäude inklusive Wohnung und Parkplätze im Erdgeschoss, aber ohne die Tiefgarage. Gedacht wird an verschiedene Akteure, Betriebe und Organisationen der Kreativwirtschaft, Start-Up-Unternehmen, Ateliers, Werkräume, Studios für Training und Unterricht.

Das Hallenbad an der Bireggstrasse 36. (Bild: Archiv Neue LZ)

Das Hallenbad an der Bireggstrasse 36. (Bild: Archiv Neue LZ)

Kein Kulturbetrieb wegen Lärm

Mit der Suche will sich die Stadt aber nicht selber befassen. Sie sucht einen Vertragspartner, der die ganze Liegenschaft übernimmt und gegenüber der Stadt für sämtliche Rechte und Pflichten geradesteht. Laut Mitteilung verzichtet die Stadt auf eine Miete, jedoch müssen die jährlichen Betriebs- und Nebenkosten im Umfang von 100'000 Franken übernommen werden. Einen öffentlichen Kulturbetrieb schliesst der Stadtrat wegen Lärmimmissionen aus Rücksicht auf das Quartier von vornherein aus.

Zwischennutzungen fördern

Wie der Stadtrat weiter mitteilte, will er Zwischennutzungen auch von anderen Liegenschaften fördern. Solche seien im öffentlichen Interesse, weil sie das Leerstehen von Gebäuden verhinderten. Der Stadtrat zieht für die Zwischennutzung auch unbebaute Areale in Betracht, nicht nur leerstehende Gebäude. Laut Medienmitteilung wären Containerlösungen beispielsweise auf dem Areal des Zimmerwerks auf der Allmend, am Heimbachweg entlang der Bahngeleise oder auf dem für den Südzubringer freigehaltenen Gebiet möglich.

pd/rem

Hinweis:
Weitere Infos unter www.ausschreibungen.stadtluzern.ch

Erste Reaktionen

Die SP/JUSO-Fraktion freut sich in einer ersten Stellungnahme über den Entscheid des Stadtrates das Hallenbad für Zwischennutzung zur Verfügung zu stellen. Nach Ansicht der SP/Juso-Fraktion sollen kommerzielle Nutzer nicht berücksichtigt werden. Zudem sei der Betriebsostenbeitrag von 100'000 Franken «an der oberen Grenze». Unzufrieden zeigt sich die SP/JUSO-Fraktion über die «starke Einschränkung bezüglich Öffnungszeiten». Klar sei, dass ein Konzertlokal im Wohnquartier problematisch wäre. Aber ein lebendiges Zwischennutzungsprojekt sei auf einen Austausch zwischen BenutzerInnen und Öffentlichkeit angewiesen. Dies könne allenfalls auch durch einen Restaurationsbetrieb erreicht werden, der die gleichen Bedingungen bezüglich Öffnungszeiten haben soll, wie die Betriebe in nächster Umgebung.

pd/zim