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Stadt Luzern will Schulhaus Littau Dorf für rund 40 Millionen ausbauen und sanieren

Die Schulanlage Littau Dorf befindet sich in einem schlechten Zustand, ist schadstoffbelastet und muss aufgrund der wachsenden Schülerzahlen ausgebaut werden. Für die Planung beantragt der Luzerner Stadtrat nun einen Kredit von 2,65 Millionen Franken.
Stefan Dähler
Der 1923 erbaute Trakt A des Schulhauses Littau Dorf. (Bild: Pius Amrein, 14. März 2019)

Der 1923 erbaute Trakt A des Schulhauses Littau Dorf. (Bild: Pius Amrein, 14. März 2019)

In Littau wird derzeit kräftig gebaut. Der Luzerner Stadtrat rechnet damit, dass im Schulhaus Littau Dorf in sechs Jahren 580 Kinder unterrichtet werden müssen. Heute sind es 420. Hinzu kommt, dass die zwischen 1923 und 1983 in Etappen erbaute Anlage sich teils in einem schlechten Zustand befindet. Der Stadtrat will das Schulhaus darum für grob geschätzt 40 Millionen Franken sanieren und einen zusätzlichen Neubau realisieren, wie er am Donnerstag bekannt gab.

In einem Bericht aus dem Jahr 2015 ging die Stadt noch von Kosten von 28 Millionen Franken aus. Damals sei der genaue Flächenbedarf aber noch nicht bekannt gewesen, wie auch weitere Informationen zum Sanierungsumfang oder die geologischen Bedingungen, begründet der Stadtrat die Abweichung. Unter anderem befinde sich unter den Sportplätzen eine alte Aushub-Deponie.

Umbau soll bis 2025 realisiert sein

In einem ersten Schritt beantragt die Stadtregierung dem Grossen Stadtrat einen Kredit von 2,65 Millionen Franken für einen Architekturwettbewerb sowie die Planung. Das Parlament entscheidet am 16. Mai darüber. Kommt der Kredit durch, soll der Wettbewerb im ersten Halbjahr 2020 durchgeführt werden und das Bauprojekt Anfang 2021 vorliegen. Das Volk könnte dann im November 2021 darüber abstimmen. Vorgesehen ist, dass die Bauarbeiten etappiert von 2023 bis 2025 durchgeführt werden.

Das Projekt wird übrigens vom Schülerrat begleitet, der Wünsche einbringen darf – etwa bezüglich Aussenraumgestaltung.

Die Schulanlage Littau Dorf besteht aus mehreren Bauten: Der 1923 erbaute Trakt A und der 1961 eröffnete Trakt B gelten als erhaltenswert und sollen saniert werden. Beiden befänden sich baulich und energetisch in einem schlechten beziehungsweise «dürftigen» Zustand, schreibt der Stadtrat im Bericht und Antrag. Trakt B ist zudem mit dem Schadstoff Naphthalin belastet. Dank Massnahmen wie konsequentem Stosslüften seien die Werte zwar nicht besorgniserregend, dennoch soll der Schadstoff entfernt werden. Hier sehen Sie Trakt B im Bild:

(Bild: Stefan Dähler, 14. März 2019)

(Bild: Stefan Dähler, 14. März 2019)

Die Situation in Trakt B sei nicht vergleichbar mit dem Schulhaus Grenzhof, das der Stadtrat abreissen will, wie Baudirektorin Manuela Jost (GLP) betont: «Die Werte sind tiefer und das Naphthalin befindet sich an Stellen, die für die Sanierungsarbeiten leichter zugänglich sind.»

Weiter gibt es zwei Einfach-Turnhallen, die zu einer Dreifachturnhalle umgebaut werden sollen. «Diese soll auch für Vereine nutzbar sein», sagt Jost. Dafür ist vorgesehen, die 1961 eröffnete obere Turnhalle abzureissen, obwohl auch sie als erhaltenswert gilt. Hier sehen Sie Letztere im Bild:

(Bild: Stefan Dähler, 14. März 2019)

(Bild: Stefan Dähler, 14. März 2019)

Die kantonale Denkmalpflege habe diesem Vorhaben zugestimmt, sofern eine «architektonisch überzeugende Neubaulösung» gefunden wird, schreibt der Stadtrat im Bericht und Antrag. Zudem stehen auf der Anlage drei Provisorien, die ebenfalls abgerissen werden sollen. Sie wurden aufgrund wachsender Schülerzahlen in den 70er- und 90er-Jahren erstellt und sind inzwischen zu «Providurien» geworden, wie Jost sagt. «Damit wollen wir nun aufräumen.» Hier die «Providurien» im Bild:

(Bild: Stefan Dähler, 14. März 2019)

(Bild: Stefan Dähler, 14. März 2019)

Kunst- statt Naturrasen

Zudem plant der Stadtrat, das Sportrasenfeld in ein Kunstrasenfeld umzubauen, weil diese Unterlage belastbarer sei. Die Ludothek, die sich seit letztem Jahr auch auf der Schulanlage befindet, soll in die Bibliothek integriert werden. Auf den Dächern sollen möglichst viele Fotovoltaikanlagen erstellt und die Gebäude mittels Lift behindertengerecht gestaltet werden. Heute ist dies nicht der Fall. Hier sehen Sie die ganze Schulanlage im Überblick:

Auch das Betreuungsangebot soll erweitert werden. Heute stünden 50 Plätze zur Verfügung, was ungenügend sei. Es bestehe eine Warteliste. Künftig plant der Stadtrat mit 90 Plätzen. Dies aufgrund der steigenden Schülerzahlen und weil die Prozentzahl der Kinder, die betreut werden, steigen dürfte. Heute seien es 22 Prozent, künftig rechnet die Stadtluzerner Volksschule mit 40 Prozent. «Die zusätzlichen Plätze müssen aber nicht alle auf dem Schulareal erstellt werden», sagt Vreni Völkle, Rektorin der Volksschule. Denkbar sei auch, Räume ausserhalb zu mieten.

Standort des Neubaus noch unbekannt

Wo genau der Erweiterungsbau erstellt wird, soll erst im Rahmen des Architekturwettbewerbs geklärt werden. Dieser würde dann gemeinsam mit der Dreifachturnhalle zuerst ab zirka 2023 realisiert, um möglichst schnell neuen Schulraum zu schaffen. Die Sanierungsarbeiten sollen frühestens 2024 starten. Dennoch seien, auch wegen der steigenden Schülerzahlen, während der Bauzeit wohl zusätzliche Provisorien nötig. Eines soll ab Schuljahr 2020 zusätzlich gemietet werden, ab 2023 sollen jene, die zuvor für den Umbau der Anlage St. Karli benötigt werden, hinzukommen.

Wird der Ausbau der Schule Littau Dorf realisiert, entsteht dort eine der grössten Volksschul-Anlagen im Kanton Luzern. «Es sind ähnliche Dimensionen wie beim Schulhaus Staffeln», sagt Baudirektorin Manuela Jost. Das Staffeln befindet sich derzeit im Bau, es soll nächstes Jahr eröffnet werden und rund Platz für rund 650 Schüler bieten. Weiter sind im Gebiet Littau der Ausbau des Schulhauses Rönnimoos und der Abriss des Grenzhof vorgesehen. Dieses Projekt ist derzeit blockiert, weil es unter Schutz gestellt werden soll (wir berichteten).

Durch die drei Ausbauten, also Dorf, Staffeln und Rönnimoos, sollen in Littau Kapazitäten für rund 300 zusätzliche Schüler entstehen.

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