STADTENTWICKLUNG: Kommission will Pilatusplatz-Areal nicht verkaufen

In Luzern ist die Baukommission des Stadtparlaments uneinig mit der Regierung über die Überbauung eines Areals am Pilatusplatz. Die Kommission will das Grundstück nicht verkaufen sondern im Baurecht abgeben und fordert einen Investoren- statt einen Projektwettbewerb.

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Maximal so gross wie der gelbe Klotz könnte der Neubau in etwa werden. Laut Stadtrat wird sicher nicht das ganze Volumen ausgeschöpft. (Bild: PD / Oliver Marx)

Maximal so gross wie der gelbe Klotz könnte der Neubau in etwa werden. Laut Stadtrat wird sicher nicht das ganze Volumen ausgeschöpft. (Bild: PD / Oliver Marx)

Im Weiteren soll nach dem Willen der Baukommission das Geschäft zur Arealentwicklung am Pilatusplatz erst nach einer allfälligen Volksabstimmung über die Stadtbild-Initiative im Parlament behandelt werden. Im Grundsatz sei die Kommission mit dem Vorgehen des Stadtrates einverstanden, teilte die Baukommission am Dienstag mit.

Ein Investorenwettbewerb sei kürzer als das vom Stadtrat vorgeschlagene Vorgehen mit offenem Projektwettbewerb und mit Kosten von 617'000 Franken knapp 30'000 Franken günstiger, heisst es in der Mitteilung der Baukommission.

Ein Investorenwettbewerb verlange zudem einen früheren Entscheid über die Abgabe und den Landwert, schreibt die Kommission weiter. Allerdings sei der Einfluss der Stadt auf die zeitliche Realisierung des Projekts und den späteren Nutzer nicht gewährleistet.

Areal seit 2010 frei

Beim Pilatusplatz steht seit dem Abriss der "Schmiede" 2010 ein städtisches Areal frei. Die neue Bau- und Zonenordnung hat den Pilatusplatz als einen Hochhausstandort definiert.

Der Stadtrat will für das Grundstück am Pilatusplatz einen Projektwettbewerb durchführen. Vorgesehen ist ein höchstens 35 Meter hohes Haus mit maximal zehn Geschossen. 5000 Quadratmeter sollen fürs Arbeiten, 2000 fürs Wohnen zur Verfügung stehen.

Der Stadtrat will das Areal erst dann an einen Investor verkaufen, wenn ein bewilligtes Bauprojekt vorliegt. Damit könne die Stadt Einfluss nehmen und sicherstellen, dass das Areal in ihrem Sinne genutzt werde, sagte Baudirektorin Manuela Jost an einer Medienorientierung im August.

Bis das Gebäude steht, dürfte es 2020 werden. Eine Unsicherheit ist die im Juni eingereichte Stadtbild-Initiative. Diese will den Bau von Hochhäusern nur noch an fünf Standorten am Stadtrand zulassen. Scheidet das Stadtparlament zusätzliche Orte aus, soll gegen jeden einzelnen das Referendum ergriffen werden können. (sda)