STADTGESTALTUNG: Grendel-Erneuerung – mit Bijoutier-Geldern

Der Grendel in der Stadt Luzern soll an Attraktivität gewinnen. Zu diesem Zweck wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben – nun stehen die beiden Siegerprojekte fest.

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«Topographie der Zeit» schaffte es auf den ersten Platz. (Bild pd)

«Topographie der Zeit» schaffte es auf den ersten Platz. (Bild pd)

Die Altstadt von Luzern ist nicht nur ein Anziehungspunkt für zahlreiche Touristen aus aller Welt, sondern gilt weltweit neben Paris und Shanghai als einer der umsatzstärksten Orte für Uhren, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Den Eingang zum historischen Stadtkern bildet die Einkaufsstrasse Grendel, welche in Zukunft saniert werden soll. Um den Grendel als Drehscheibe zum Thema «Uhr» zu etablieren, veranstaltete die IG Grendel zusammen mit der Hochschule Luzern unter dem Patronat des Quartiervereins Altstadt Luzern einen Ideenwettbewerb. Aus den elf eingereichten Entwürfen von Studierenden und Absolventen der Hochschule wählte nun eine neunköpfige Fachjury, bestehend aus Vertretern der Tourismuswirtschaft, des Städtischen Tiefbauamtes sowie aus Bildung und Kultur die drei besten Projekte aus. Als Preisgeld wurden insgesamt 5000 Franken ausgeschrieben.

Fluss der Zeit im Fokus
Einstimmig auf den ersten Rang gewählt wurde das Projekt «Topographie der Zeit» der vier Architektur-Studenten Walter Arnold, Sandro Egelhofer, Reto Meier und Simon Lehner: Kernelement sind geschwungene Linien am Boden sowie Bänke und andere Objekte entlang der Strasse, welche den Raum zur Flanier- und Bummelmeile machen und den Fluss der Zeit spielerisch wiedergeben. Eine besondere Attraktion ist ein Brunnen, der mit Licht- und Wassereffekten versehen, das Thema Uhr erneut aufnimmt. Ebenfalls zur Weiterbearbeitung empfohlen wurde das zweitplatzierte Projekt «Stars and Fakes». Entworfen hat es Gian Häne, Student im neuen Master-Studiengang Art in Public Spheres. Einen Anerkennungspreis erhielten Zoe Dowlen und Marie-Eve Jetzer mit ihrem Entwurf «Eternal Optimism». Beide absolvieren den Master-Studiengang Kunst an der Hochschule Luzern.

Wettbewerb als Impulsgeber
Eva-Maria Würth, Projektleiterin des Wettbewerbs ist von der Ideenvielfalt begeistert: «Die präsentierten Beiträge reichen von einfachen, witzigen architektonischen Eingriffen bis zu aufwendigen und visionären künstlerischen Projekten, die weit über den Grendel hinaus eine Wirkung entfalten würden. Der Wettbewerb steht als Anfang einer grundlegenden Diskussion über die Gestaltungsmöglichkeiten und Interessen, die im öffentlichen Raum vorhanden sind. Vor allem ist es hier wichtig, dass die demokratische Prozesse gute Impulse bekommen um unseren gemeinsamen Alltag in Luzern qualifiziert zu bearbeiten.»

Im Sommer entscheidet die Fachjury, welches der beiden bestplatzierten Projekte der Stadt zur Realisierung vorgelegt wird. Sollte es zur Umsetzung kommen, möchten sich die ansässigen Uhrenhändler dafür einsetzen, dass sich die Schweizer Uhrenindustrie finanziell beteiligt. Alle eingereichten Projektideen werden noch bis zum Samstag, 7. März in einer öffentlichen Ausstellung im Erfrischungsraum in der Rössligasse 12 gezeigt.

scd