Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

STADTKELLER: Wenn Arschgeigen Bass spielen

Rund 120 Guuggen-Bass-Bläser haben sich im Stadtkeller zum traditionellen Bassistenkongress getroffen. Das Motto des diesjährigen Anlasses: der Allerwerteste.
Der lustige Büsche (Stefan Bucher) von den Rüssgosler Äbike wurde als Präsidentenkandidat aufgestellt und spielt nun auf dem Bass ein heiteres Schaallalaa. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Der lustige Büsche (Stefan Bucher) von den Rüssgosler Äbike wurde als Präsidentenkandidat aufgestellt und spielt nun auf dem Bass ein heiteres Schaallalaa. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

An der Fasnacht ist bekanntlich alles erlaubt, und an geschlossenen Anlässen noch viel mehr. Das wissen auch die rund 120 Guuggen-Bass-Bläser, die sich an diesem Samstagnachmittag im Stadtkeller zum traditionellen Bassistenkongress eingefunden haben. So gelingt es Kassier Matthias «Disli» Birnstiel, während seiner etwa 45 minütigen Rede das Wort «Arsch» mindestens zwei mal pro Satz zu erwähnen. Denn gings letztes Jahr ums Duschritual, handelt die diesjährige Rede ausschliesslich und sehr detailliert um den Allerwertesten: Was lässt sich damit anstellen; wie ist er zu reinigen, welche Wortspiele ergeben sich daraus, was gibt er warum für Geräusche von sich, etc. Warum gerade dieses Thema? Vermutlich, weils lustig sein soll.

«Schlissmuskelsymphonien»
Und teilweise finden es die Besucher tatsächlich lustig. Zwar krümmen sich nicht annähernd alle, wenns um «Schliessmuskelsymphonien», «Nougat-Rizen» und «Gesässviolinen» geht. Aber Sprüche wie «Arschgesichter riechen komisch aus dem Mund» und «Durchfall wird bei Politikern auch Ansprache genannt», findet durchaus bierseeligen Widerhall im Publikum.
Auch «Dislis» Bemerkungen über Frauen (Anteil unter den Guuggern etwa 1 Prozent), die nicht «Arschkriechen» müssen, sondern sich «hochschlafen können, was angenehmer ist und mehr Spass macht», lässt einige der Herren amüsiert losprusten.

Musiziert wird übrigens nur am Rande, für einmal hat das gesprochene Wort Vorrang. Einzig für den legendären Sempacher-Marsch wird alle paar Minuten auf die Stühle gestanden, um den Text mitzugrölen der da lautet: «La-la-la-la-la-la--lo-lo-lo-lo-lo-lo.» Dass Blasinstrumente-Spieler auch gerne singen, beweisen sie regelmässig mit spontan intonierten Parolen à la «Im Tchouga sini Mueter esch en Ma», oder «Wir wolln die Möpse sehn».

Musikalisch überzeugender
Nach der Wahl des neuen Präsidenten gibts dann doch noch eine geballte Ladung Musik. Auf dem Rathaussteg zeigen die 120 Guugger des Bassistenkongresses, dass ihr musikalisches Niveau alles andere als unter der Gürtellinie liegt. Es wird geschränzt, als gebe es kein Morgen. Ein schöner Abschluss eines denkwürdigen Nachmittags.

Luca Wolf

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.