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Stadtluzerner Club El Cartel wechselt Ende August die Seeseite

Lakefront-Center statt Haldenstrasse 21: Das El Cartel zieht in die Nectar Bar und in den Club Klangfabrik um. Klar ist: Damit muss das Radisson-Hotel seine Ausbaupläne begraben. Unklar ist: Was passiert mit dem bisherigen El-Cartel-Standort?
Roman Hodel
Blick ins El Cartel an der Haldenstrasse 21. (Bild: PD/El Cartel)

Blick ins El Cartel an der Haldenstrasse 21. (Bild: PD/El Cartel)

«Big Final» – unter diesem Motto steigen ab dem kommenden Wochenende die letzten Events im El Cartel an der Haldenstrasse 21 in der Stadt Luzern. Bis Ende Monat wird freitags und samstags nochmals richtig Gas gegeben. Beispielsweise mit der Party «Throwback» am 30. August. Auf die Ohren gibt's da Hip-Hop aus den 1980er und 1990er Jahren – den «goldenen Zeiten» dieses Genres, wie auf der Webseite des Clubs zu lesen ist. Das passt irgendwie: Denn auch die goldenen Zeiten dieser Location liegen ein paar Jahre zurück. Der Mietvertrag endet am 31. August – die Haldenstrasse Management AG hat ihn nicht mehr erneuert.

«Unser Club läuft zwar nach wie vor sehr gut – aber nur noch freitags und samstags», sagt Simon Märki, Mitinhaber der Haldenstrasse Management AG. Donnerstags und sonntags sei es in den letzten Jahren schwierig geworden, von den restlichen Wochentagen ganz zu schweigen. «Das Ausgehverhalten hat sich aus verschiedenen Gründen verändert», weiss Märki. Als Beispiel nennt er den gestiegenen Leistungsdruck im Beruf:

«Feiern, wenn am anderen Tag die Arbeit ruft, liegt kaum mehr drin.»

Ergo fehlen dann Einnahmen bei gleichbleibenden Mietkosten. Ein weiteres Manko: El Cartel hat keinen Aussenbereich – etwa als Lounge oder zum Rauchen. Und dieser Aussenbereich ist einer der Gründe, weshalb El Cartel per Anfang September ins Lakefront-Center beim Bahnhof Luzern wechselt. Märki kooperiert künftig mit der Lakefront Gastronomy AG, die dort das Restaurant Aqua im Erdgeschoss, den Club Klangfabrik im Untergeschoss sowie die Nectar Bar mit grosser Terrasse im Dachgeschoss betreibt.

(Bild: hor)

(Bild: hor)

«Wir haben drei unterschiedliche Locations im selben Gebäude, die man je nach Party unterschiedlich nutzen und miteinander verbinden kann – das ist einmalig in Luzern», sagt Adrian Flückiger, Geschäftsführer der Lakefront Gastronomy AG.

Die beiden Geschäftspartner haben eine Veranstaltungsvereinbarung für den Clubbetrieb unterzeichnet. Gemäss dieser betreibt Flückiger weiterhin den Club und die Bar, während Märki quasi für den Inhalt sorgt. Dazu zählen die Hip-Hop-/Latin-/Reggaeton-Events, die laut Märki «sehr beliebt sind in Luzern», aber auch die Radio-Pilatus- und Ü28-Party oder die Frigay-Night. El Cartel wird primär die Deko und Teile der Einrichtung von der Haldenstrasse ins Lakefront-Center zügeln – und das Personal. Es ist für beide eine klassische Win-win-Situation. Flückiger sagt es so:

«Märki hat einen gut laufenden Club in einem allerdings ziemlich maroden Gebäude – wir hingegen haben Top-Locations, aber mit der Klangfabrik einen Betrieb, der zuletzt leider nur noch unregelmässig bespielt werden konnte.»

Mit dieser Zusammenarbeit ist überdies noch etwas anderes klar: Das Hotel Radisson blu, das sich ebenfalls im Lakefront-Center befindet, muss seine aktuellen Ausbaupläne begraben. Mitte Juli lag ein Baugesuch öffentlich auf. Demnach plante das Hotel elf zusätzliche Hotelzimmer und eine Umplatzierung des Wellnessbereiches. Im Gegenzug sollte die Klangfabrik aufgehoben werden. Nur: Für die Klangfabrik besitzt Flückiger einen langjährigen Mietvertrag – und eine Abgabe der Fläche kommt für ihn nicht in Frage: «Es gab zwar Verhandlungen, aber wir wurden uns nicht einig.»

Diesen Sachverhalt bestätigt die Betreiberfirma des Hotels Radisson blu – ein Unternehmen der Maréchaux-Gruppe – auf Anfrage. Man habe das Baugesuch vorab eingereicht, «um im Falle einer Einigung Zeit zu gewinnen». Ob das Baugesuch nun formell zurückgezogen werde, sei in Abklärung. Die Betreiberfirma bedauert, dass der Ausbau nicht zustande kommt, denn das Hotel laufe sehr gut.

Offen ist derweil, was mit der heutigen Location des El Cartel an der Haldenstrasse 21 passiert. Das Haus hat jedenfalls schon bessere Tage gesehen.

(Bild: hor)

(Bild: hor)

«Da wir erst seit Kurzem wissen, dass El Cartel den Vertrag, der per Ende August ausläuft, nicht verlängern will, ist die Nutzung noch nicht bekannt», sagt Franz Glanzmann, Mitinhaber von Glanzmann Dreifuss Viesel AG. Das Immobilienunternehmen aus Meggen hat die Liegenschaft vor gut zwei Jahren vom Hotel National übernommen. Zu deren Portfolio gehört auch das Nachbargebäude der Galerie Fischer. «Mittelfristig ist eine Komplettsanierung oder ein Neubau an der Haldenstrasse 21 geplant», sagt Glanzmann, der in Luzern bestens bekannt ist. Eine seiner Firmen war einst im Besitz des Gütsch-Hotels. Eine Zwischennutzung sei eine Option – konkrete Anfragen oder Bemühungen ihrerseits gebe es jedoch nicht. Glanzmann: «In einigen Monaten lässt sich mehr dazu sagen.»

Hinweis: Die grosse Closing-Party an der Haldenstrasse findet am 31. August statt. Eine Woche später, am Samstag 7. September, ab 17 Uhr, folgt das «Grand Opening» des neuen El Cartel im Lakefront-Center am Inseliquai.

Die älteste Luzerner Disco – seit über 50 Jahren

Sollte an der Haldenstrasse 21 tatsächlich künftig nicht mehr getanzt werden, ginge Ende August eine 51-jährige Ära zu Ende. 1968 wars, als der Entertainer Hazy Osterwald (sein grösster Hit: «Kriminaltango») in den ehemaligen Stallungen des Hotels National das Hazyland eröffnet hatte. Zu dieser Zeit hiess ein Club noch Dancing und die Musik kam nicht vom Laptop, sondern von einer Live-Band. Diese wurden erst in den 1980er Jahren durch DJs abgelöst. Der wohl berühmteste – DJ Bobo – legte hier ab 1986 auf und startete später zu einer Weltkarriere durch. Nach 25 Jahren folgte 1992 der erste grosse Umbau. Aus dem Dancing wurde der Garage-Club. Den Betreiber schwebte ein In-Place wie der damals ebenfalls neue Kaufleuten-Club in Zürich vor. House war der Sound der Stunde. Doch nach nur zwei Jahren war Schluss. Zwar waren House und Techno gerade daran, salonfähig zu werden, doch der neue Betreiber Martin Knöpfel setzte auf einen anderen Trend, der damals schweizweit aufkam: Aprés-Ski-Lokale mit entsprechend rustikalem Interieur und (Schlager-)Hits zum Mitgrölen. Der Hexenkessel war geboren. Dieser hielt sich erfolgreich bis 2001. Nach einem Umbau entstand The Loft – nun war wieder Clubbing angesagt, mit (inter)nationalen DJ's und tendenziell elektronischer Musik. 2013 stiegen die heutigen El-Cartel-Betreiber ins Geschäft ein – aus The Loft wurde nach einem Facelifting The New Loft und ab 2016 schliesslich El Cartel.

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