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Stadtluzerner Feuerwehr rettet drei Mal mehr Personen bei Bränden und Unfällen

Erneut hat die Anzahl Einsätze bei der Feuerwehr der Stadt Luzern letztes Jahr leicht zugenommen – auf 892. Gar eine starke Zunahme verzeichnete sie bei den Personenrettungen. Dafür gibt's einen Grund.
Roman Hodel

Sie retten Personen und Tiere, löschen Brände oder helfen bei Grossanlässen: Feuerwehrleute leisten eine Vielzahl verschiedener Einsätze. Exakt 892 Mal rückte die Feuerwehr der Stadt Luzern im letzten Jahr aus (Vorjahr 883). 609 dieser Einsätze erfolgten aufgrund eines Alarms, 283 betrafen geplante Einsätze wie beispielsweise Bereitschaftsdienste an Grossanlässen. Bei Bränden und Unfällen wurden total 61 Personen (Vorjahr 22) und 11 Tiere (Vorjahr 8) aus lebensbedrohlichen Notlagen gerettet.

Die enorme Zunahme bei den Personenrettungen erklärt Kommandant Theo Honermann so: «Letztes Jahr gab es einige grössere Gebäudebrände in der Stadt, bei denen Bewohner vom Feuer und Rauch bedroht waren und durch die Feuerwehr gerettet werden mussten.» Man habe aber auch Personen gerettet, die bei Verkehrsunfällen eingeklemmt worden seien. Interessant ist ausserdem: Die Gesamtzahl der Einsätze ist in den letzten fünf Jahren kontinuierlich leicht angestiegen. So waren es 2014 noch total 775 Einsätze gewesen. «Wirklich begründen kann ich den leichten Anstieg nicht», sagt Honermann. Grundsätzlich sei die Anzahl Einsätze Schwankungen unterworfen. «In manchen Jahren zählen wir mehr Brände, in anderen wieder mehr Unwetter – das vergangene Jahr war diesbezüglich ausgeglichen.»

Diese Ereignisse prägten das Jahr

Ausgeglichen, aber geprägt von zwei Ereignissen. Eines davon war der Brand des Hotels Schlüssel in der Kleinstadt am 2. Mai:

(Bild: Pius Amrein)

(Bild: Pius Amrein)

«Altstadtgebäude sind generell heikel», sagt Honermann dazu. So sei etwa die Bausubstanz alt und die Statik werde dadurch rasch zum Problem. Erschwerend hinzu kam eine historisch wertvolle Decke im ersten Stock, die es zu schützen galt. «Wir mussten mit möglichst wenig Wasser löschen», sagt Honermann und weiter:

«Dank unserer speziellen Taktik gelang dies sehr gut – wir liessen den Dachstock gezielt ausbrennen.»

Am wichtigsten sei jedoch, dass das Personal sich rechtzeitig in Sicherheit habe bringen können. «So kam niemand zu Schaden.»

Das zweite grosse Ereignis betraf den 8. August. An jenem Tag rückte die Feuerwehr zu einem Mehrfamilienhausbrand an der Luzernerstrasse in Littau aus:

(Bild: Radio-Pilatus-Hörer)(Bild: Radio-Pilatus-Hörer)
(Bild: Radio-Pilatus-Hörer)(Bild: Radio-Pilatus-Hörer)
Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot im Einsatz (Bild: Matthias Piazza)Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot im Einsatz (Bild: Matthias Piazza)
(Bild: Roman Hodel)(Bild: Roman Hodel)
(Bild: Roman Hodel)(Bild: Roman Hodel)
(Bild: Roman Hodel)(Bild: Roman Hodel)
Der ausgebrannte Dachstock. (Bild: Feuerwehr Stadt Luzern)Der ausgebrannte Dachstock. (Bild: Feuerwehr Stadt Luzern)
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Brand eines Mehrfamilienhauses in Littau

Noch während des Einsatzes wurde die Feuerwehr zu einem zweiten Ereignis gerufen. Es gab einen Blitzeinschlag in einen Mammutbaum beim Felsberg-Schulhaus:

Der Blitz schlug in einen Baum beim Schulhaus Felsberg und verursachte grossen Schaden. (Bild: Feuerwehr Stadt Luzern)Der Blitz schlug in einen Baum beim Schulhaus Felsberg und verursachte grossen Schaden. (Bild: Feuerwehr Stadt Luzern)
Die Trümmer sind über den ganzen Schulhausplatz verteilt. (Bild: Roman Hodel)Die Trümmer sind über den ganzen Schulhausplatz verteilt. (Bild: Roman Hodel)
In diesen Baum schlug der Blitz ein. (Bild: Roman Hodel)In diesen Baum schlug der Blitz ein. (Bild: Roman Hodel)
Die Baumteile wurden in einem Umkreis von 100 Metern zerstreut. (Bild: Roman Hodel)Die Baumteile wurden in einem Umkreis von 100 Metern zerstreut. (Bild: Roman Hodel)
Die Polizei sperrte das Gelände ab. (Bild: Roman Hodel)Die Polizei sperrte das Gelände ab. (Bild: Roman Hodel)
Eine Frau wurde von Holzsplitter getroffen und verletzt (Bild: Roman Hodel)Eine Frau wurde von Holzsplitter getroffen und verletzt (Bild: Roman Hodel)
Eine Scheibe des Schulhaus Felsberg wurde zertrümmert. (Bild: Roman Hodel)Eine Scheibe des Schulhaus Felsberg wurde zertrümmert. (Bild: Roman Hodel)
In Kriens schlug der Blitz in diesen Kran und verletzte eine Person (Bild: Leserreporter)In Kriens schlug der Blitz in diesen Kran und verletzte eine Person (Bild: Leserreporter)
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Blitz schlägt in Luzern in Baum ein

Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass die Feuerwehr alarmiert wird, wenn sie bereits woanders im Einsatz steht – das passierte im letzten Jahr 23 Mal. Doch der 8. August war speziell. «Der Dachstockbrand in Littau war nicht unerheblich und beim Felsberg-Schulhaus war zunächst unklar, ob es Verletzte gibt und ob es auch brennt», sagt Honermann. Der Pausenplatz war übersät mit Baumsplitterteilen, eine Frau wurde verletzt. Er sagt:

«Trotzdem kann man von Glück sprechen – ausserhalb der Schulferien wäre wohl alles noch schlimmer gewesen.»

Die Feuerwehr der Stadt Luzern verfügt seit 2016 über 24 Berufsfeuerwehrleute, die im 24-Stunden-Schichtbetrieb arbeiten und ein Kommando mit neun Personen im Tagesbetrieb. Hinzu kommen rund 260 Milizfeuerwehrleute. Gemäss Honermann hat sich die Professionalisierung in der Praxis bestens bewährt. Letztes Jahr konnten erstmals drei Absolventen der Stadtluzerner Feuerwehr den Lehrgang zum Berufsfeuerwehrmann an der Höheren Fachschule für Rettungsberufe in Zürich erfolgreich abschliessen. Ende 2018 befanden sich zudem fünf weitere Stadtluzerner Feuerwehrleute in derselben Ausbildung.

Aufgrund einer Kündigung gab es letztes Jahr eine vakante Stelle. 48 Frauen und Männer bewarben sich. Das Rennen machte schliesslich ein Berufsfeuerwehrmann aus dem Urnerland, der bereits den eidgenössischen Fachausweis besitzt. «Wir können freie Stellen stets problemlos besetzen – es gibt genügend gute Kandidaten», sagt Honermann. Niemals würde man Leute von anderen Berufsfeuerwehren abwerben. «Das gehört sich einfach nicht.»

Hinweis: Der Tätigkeitsbericht der Feuerwehr Stadt Luzern zum Nachlesen

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