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Stadtluzerner kiffen vielleicht bald für die Wissenschaft

Der Bundesrat hat sich für die Cannabis-Forschung ausgesprochen. Wenn die Vorlage beim Parlament durchkommt, können sich Stadtluzerner Kiffer bereits nächstes Jahr an einem Berner Forschungsprojekt beteiligen.
Simon Mathis

Der Bundesrat hat sich am Mittwoch für Pilotversuche mit Cannabis ausgesprochen. Was bedeutet dies für die Stadt Luzern? Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Was steckt hinter dem Experimentierartikel?

Wenn der Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz verankert wird, sind Versuche zur regulierten Abgabe von Cannabis erlaubt. Dies ermöglicht es Schweizer Gemeinden, wissenschaftliche Studien zum Hanfkonsum durchzuführen.

Ist der Experimentierartikel ein erster Schritt zur Cannabis-Legalisierung?

Bundesrat Alain Berset betont, dass der Vorschlag keine Weichenstellung für die Cannabis-Legalisierung sei. Die Kriterien sollen denn auch verschärft werden. Die Studien müssten «wissenschaftlich», «befristet» und «streng reglementiert» sein.

Wo steht die Stadt Luzern in Sachen Cannabis-Forschung?

Luzern ist neben Zürich, Bern und Biel eine von vier Schweizer Städten, die sich an der Cannabis-Studie der Universität Bern beteiligen. 2017 bewilligte das Stadtparlament dafür einen Kredit von 140 000 Franken. Stadtrat Martin Merki begrüsst die Entscheidung des Bundesrates. Sage auch das Bundesparlament Ja, nehme Luzern das Projekt wieder auf. «Das Geld dazu ist immer noch eingestellt», sagte Merki (Ausgabe von gestern). Die Cannabis-Studie der Uni Bern ist zurückgestellt, bis die rechtlichen Grundlagen geklärt sind.

Wann beginnt die Cannabis-Studie?

Wenn der Experimentierartikel beim Parlament durchkommt, könnten die Forscher in Bern Anfang 2020 ihre Arbeit aufnehmen. Dies aber nur, wenn alles glatt läuft. «Realistischer ist, dass die Studie im Sommer 2020 beginnt», so Sven Trelle, Direktor des universitären klinischen Studienzentrums.

Was wollen die Wissenschaftler herausfinden?

Die Wissenschaftler wollen die Vor- und Nachteile alternativer Regulierungsformen von Cannabis ermitteln. Die Frage des Forschungsteams in Bern lautet: «Welche Auswirkungen hat ein regulierter Hanf-Verkauf auf das Befinden, das Kauf- und das Konsumverhalten?» Wer an der Studie teilnimmt, kann in Apotheken legal eine begrenzte Menge Cannabis kaufen.

Wer kann bei der Cannabis-Studie mitmachen?

Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner, die nachweislich Cannabis konsumieren, sind als Testpersonen zugelassen. Voraussetzung ist, dass sie volljährig sind. Sie dürfen das Cannabis weder an Dritte weitergeben, noch in der Öffentlichkeit konsumieren. Interessierte sollten sich aber noch nicht melden. «Wir weisen alle Anmeldungen ab», erläutert Trelle von der Uni Bern. Die Forscher hätten noch keine Datenbank erstellt, dafür sei es zu früh.

Gibt es in der Schweiz noch andere Forschungsprojekte?

Ja. Auch in Genf und Basel warten die Forscher auf den Entscheid des Parlaments.

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