Stadtluzerner Parlament lehnt Vorstoss hauchdünn ab: Schulhausplätze werden autofrei

Mit 20 Nein- zu 19 Ja-Stimmen weist der Grosse Stadtrat ein Postulat ab, das eine Parkplatzlösung für Vereine auf Schularealen gefordert hatte. Vor allem in Littau dürfte der Entscheid schlecht ankommen.

Roman Hodel
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Es war äusserst knapp: Mit nur einer Stimme Unterschied hat der Grosse Stadtrat am Donnerstag ein Postulat von FDP, CVP und SVP nicht überwiesen, das vom Luzerner Stadtrat eine Parkplatzlösung für Vereine auf Schularealen gefordert hätte. Dieser wäre zwar zur teilweisen Entgegennahme bereit gewesen, doch das reichte den Postulanten nicht. «Wir erwarten individuelle Lösungen – auf jedem Schulareal gibt's andere Bedürfnisse», sagte Postulant Marco Baumann (FDP) und weibelte als Littauer nicht zuletzt für die Schulhäuser Littau Dorf und Matt.

Das Areal des Schulhauses Dorf in Littau – ein beliebter Parkplatz ausserhalb der Unterrichtszeiten für Vereinsmitglieder.

Das Areal des Schulhauses Dorf in Littau – ein beliebter Parkplatz ausserhalb der Unterrichtszeiten für Vereinsmitglieder.

Pius Amrein (Littau, 14. März 2019)

Vor allem dort werden die Pausenplätze von den Vereinen, die abends in den Schulhäusern proben, als Parkplätze genutzt. Was bislang toleriert wurde Doch leider hat die Stadt laut Baumann ihr neues Regime, Schulareale autofrei zu machen, beschlossen, ohne vorher mit den Quartiervereinen zu sprechen. Auch würde teils nicht mit Augenmass gebüsst. Er sagt:

«Ich weiss von einer gehbehinderten Frau, die erstmals zum Schnuppertraining des Seniorenturnens ging, und prompt gebüsst wurde.»

Die Vereinsmitglieder würden die Pausenplätze mit ihren Autos ja nicht täglich benützen, führte Postulant Patrick Zibung (SVP) ins Feld: «Es ginge lediglich um eine zeitlich begrenzte Öffnung und dies vor allem am Abend.»

Postulantin Agnes Keller-Bucher (CVP), auch sie aus Littau, erinnerte daran, dass ihr Stadtteil weniger gut mit dem ÖV erschlossen sei als andere Teile Luzerns: «Zudem transportieren die Mitglieder etwa der Musikgesellschaft teils grosse schwere Instrumente. Diese kann man nicht einfach mit dem Bus anschleppen, vor allem nicht wenn man auf dem Littauerberg oder gar in Willisau wohnt.» Mit einem bisschen gutem Willen sei doch ein vernünftiges Parkangebot möglich.

Links-Grün unterstützt einheitliche Lösung

Dass manche Vereinsmitglieder grosse Instrumente zu transportieren haben, stiess bei den Grünen/Jungen Grünen zwar auf Verständnis: «Gleichzeitig verstehen wir die Absicht des Stadtrats, eine einheitliche Lösung für alle Schulareale erarbeiten zu wollen», sagte Mirjam Landwehr. «Wir sind deshalb gespalten in der Fraktion.»

Eine klar ablehnende Haltung vertrat die SP/Juso-Fraktion. «Wenn man den Postulanten zuhört, erhält man den Eindruck, als würden die Vereine eingehen, wenn sie nicht auf dem Schulareal parkieren können», sagte Nora Peduzzi. «Autos gehören einfach nicht dorthin.» Sie teile die Ansicht, dass Vereine wichtig sind, und spreche aus Erfahrung. Peduzzi:

«Aber ich wundere mich auch über Mitglieder von Guuggenmusigen, die an der Fasnacht tagelang Instrumente herumschleppen, aber für den Transport in die Probe brauchen sie dann unbedingt ein Auto.»

Ebenfalls ein klares Nein gab’s von der GLP, die damit ihrer Baudirektorin Manuela Jost den Rücken stärkte: «Schulhausplätze haben eine Zentrumsfunktion und sollte nicht zuparkiert werden», sagte Judith Wyrsch.

Manuela Jost selbst betonte, dass dem Stadtrat die Vereine nicht egal seien: «Wir wollen mit ihnen zusammensitzen, aber wir streben eine einheitliche Lösung für die ganze Stadt an, denn die Anfragen kommen nicht nur aus Littau.» Zudem unterscheide man bewusst zwischen Schulareal und Pausenplatz – Letzterer müsse autofrei sein. Sie sagte: «Deshalb wären wir zur teilweisen Entgegennahme des Postulats bereit gewesen.»

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