Stadtluzerner Sportvereine und die IG Kultur Luzern plädieren für die Beibehaltung der Billettsteuer

Die Abschaffung der Billettsteuer hätte fatale Auswirkungen auf die städtische Kultur- und Sportförderung. Die IG Kultur Luzern und die Sportstadt Luzern schreiben, dass jährlich über 5 Millionen Franken fehlen würden.

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(spe) Mit einer Motion forderte der FDP-Kantonsrat Damian Hunkeler im Herbst des vergangenen Jahres die Abschaffung der Billettsteuer (wir berichteten). Mittlerweile sei die Billettsteuer ein «reines Umverteilungsvehikel», das bei Gemeinden und Veranstaltern für erheblichen bürokratischen Aufwand sorge, aber kaum Nutzen bringe, lautet seine Begründung. Die Steuer verpflichtet Veranstalter von sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen, zehn Prozent der Eintrittseinnahmen an die Behörden abzuliefern. Betroffen sind Events in der Stadt Luzern, in der Stadt Kriens und in den Gemeinden Ebikon, Willisau, Malters sowie Emmen. Die Motion ist im Luzerner Kantonsrat noch hängig.

«Keine Alternativen» zu Einnahmen aus den Billettsteuern

Nun appellieren die städtischen Sportvereine und die IG Kultur Luzern an die Politik, «keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen», wie sie in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben. Mit dem Wegfall der Billettsteuer würden jährlich über 5 Millionen Franken für die Sport- und Kulturförderung fehlen. Namentlich sind dies der Fuka-Fonds und der Jugendsportförderfonds, die jeweils 15 Prozent der Billettsteuer-Einnahmen erhalten sowie der Fonds Kultur und Sport, der 70 Prozent erhält. Die fehlenden Mittel bei einer Abschaffung der Steuer würden viele ehrenamtliche Sportvereine in finanzielle Bedrängnis bringen und den Kulturplatz in Luzern und in der Region nachhaltig schädigen, heisst es weiter.

Im Jahr 2018 sind gemäss der IG Kultur über den Fuka-Fonds beispielsweise über 250 Projekte unterstützt worden, über den Fonds Kultur und Sport rund 30 Institutionen im Sportbereich. «Die Abschaffung der Billettsteuer wäre ein Blindflug und würde die städtische Kulturförderung in der heutigen Form verunmöglichen», wird Gianluca Pardini, Geschäftsleiter der IG Kultur Luzern zitiert. Es gäbe bisher keine Alternative zur Billettsteuer. Ähnlich klingt es von der sportlichen Seite her. «Durch die ehrenamtliche Organisation des Breitensports ist die Mittelbeschaffung eine grosse Herausforderung», so Andriu Cavelti, Co-Geschäftsleiter von Sportstadt Luzern. Einnahmelücken würden die Sportvereine als Non-Profit-Organisationen empfindlich treffen und könnten nicht kompensiert werden.

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