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STADTPARLAMENT: Sie hat ab heute das Zepter in der Hand

Laura Grüter (FDP) wird Präsidentin des Grossen Stadtrats. Sie will sich für speditive Sitzungen einsetzen — es komme viel Arbeit auf den Rat zu.
Robert Knobel
Laura Grüter Bachmann (47) auf dem Europaplatz. (Bild Robert Knobel)

Laura Grüter Bachmann (47) auf dem Europaplatz. (Bild Robert Knobel)

Robert Knobel

Immer wieder packt Laura Grüter Bachmann das Reisefieber. Vor einer Woche kam die 47-Jährige erst von einer zweimonatigen Reise zurück. Zusammen mit ihrem Mann fuhr sie mit einer Kleingruppe von China bis in die Schweiz – per Jeep. «Solche Erfahrungen sind sehr lehrreich. Sie zeigen, wie relativ unsere Probleme hier in der Schweiz sind. Daran denke ich, wenn wir wieder mal über Veloständer und Brückenbilder diskutieren.» Doch die Luzerner Lokalpolitik hat Laura Grüter schnell wieder eingeholt. Heute Donnerstag wird sie nämlich zur Präsidentin des Grossen Stadtrats gewählt. Sie löst damit Jörg Krähenbühl (SVP) ab.

Zuerst zögerte sie

Das Präsidentenamt ist für viele Politiker die Krönung ihrer Karriere. Nicht so für Laura Grüter. Für die FDP, die beim Präsidium turnusgemäss an der Reihe ist, war zwar klar, dass man das amtsälteste Fraktionsmitglied anfragen würde. Doch Laura Grüter zögerte zunächst. «Ich dachte zuerst, das reizt mich gar nicht. Man muss viel organisieren, repräsentieren, aber man darf nicht mehr politisieren.» Als Präsidentin darf man ausser bei Stichentscheiden nicht mehr abstimmen. Man lanciert keine Vorstösse mehr und hält sich aus der Parteipolitik heraus. Die beiden ehemaligen Parlamentspräsidentinnen Theres Vinatzer (SP) und Korintha Bärtsch (Grüne) überzeugten Laura Grüter allerdings, dass ein Präsidialjahr «sehr schön sein kann», wie sie sagt. So hofft sie auf viele spannende Begegnungen. Und die Aufgabe, die Stadt zu repräsentieren, sei im Grunde ja auch eine sehr politische Angelegenheit.

Sie pendelt nach Basel

Laura Grüter sitzt seit 2005 im Grossen Stadtrat. Sie war damals nachgerückt für den heutigen Oberstaatsanwalt Daniel Burri. Laura Grüter ist Anwältin und leitet seit 2009 die Öffentlichkeitsarbeit bei Swisslos, der Interkantonalen Landeslotterie in Basel. Dorthin pendelt sie oft – ausser an Parlamentstagen und wenn Sitzungen der Sozialkommission anstehen. Da ihr Mann Stephan Bachmann als Spitaldirektor ebenfalls in Basel arbeitet, übernachtet sie manchmal auch dort.

Klar ist für sie bereits, dass sie auch nach ihrem Präsidialjahr im Grossen Stadtrat bleiben will. «Ich werde bei den Wahlen 2016 wieder kandidieren», sagt Laura Grüter.

«Verkehr ist grosses Problem»

Wo sieht Laura Grüter die Schwerpunkte der städtischen Politik? «Der Verkehr ist ein grosses Problem, auch Wohnen im Alter wird immer wichtiger.» Allerdings vermisst sie beim heutigen Stadtrat die Eigeninitiative. «Die Stadträte präsentieren sich oft bloss als Direktionsvorsteher, es fehlen Visionen und mutige Schritte.» Gerade bei den wichtigen Schlüsselarealen, etwa am Pilatusplatz und Steghof, herrsche seit Jahren Stillstand, bedauert sie. Vorwärtsmachen, laute die Devise – und zwar nicht nur für den Stadtrat, sondern auch für die Parlamentarier, welche in diesem letzten Jahr der Legislatur noch viele wichtige Entscheide zu fällen hätten. «Es ist mir ein Anliegen, dass die Parlamentssitzungen speditiv vorankommen», sagt Laura Grüter. Als Parlamentspräsidentin wird sie auch für die Disziplin verantwortlich sein. Besonders streng müsse sie aber wohl nicht sein, glaubt sie. «Im Vergleich zum Kantons- oder Nationalrat sind wir ein sehr diszipliniertes Parlament.»

Die Wahl zur Parlamentspräsidentin – gewöhnlich eine Formsache – findet heute statt. Gleichzeitig wird die neue Vizepräsidentin gewählt. Es ist dies Katharina Hubacher (Grüne).

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