STADTPLANUNG: Luzern Süd: Mehrverkehr bereitet Sorgen

Der Stadtrat von Luzern ist mit der Planung des neuen Stadtteils Luzern Süd nicht nur zufrieden. Es sei bislang noch nicht klar, wie der Mehrverkehr bewältigt werden könne. Ferner spiele die Ökologie und die Biodiversität in der Planung eine zu geringe Rolle.

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Eine Studie zeigt Möglichkeiten für die Entwicklung von Luzern Süd auf. (Bild: Archiv Dominik Wunderli / Neue LZ)

Eine Studie zeigt Möglichkeiten für die Entwicklung von Luzern Süd auf. (Bild: Archiv Dominik Wunderli / Neue LZ)

Der neue Stadtteil soll im Grenzgebiet der drei Gemeinden Luzern, Kriens und Horw realisiert werden. Statt dass jede Gemeinde allein innerhalb ihrer Grenzen plant, wollen die drei Kommunen aus einer übergeordneten Sicht das Gebiet als Einheit betrachten und einen gemeindeübergreifenden Stadtteil mit eigenem Charakter bauen.

Der geplante Stadtteil Luzern Süd wird vor allem in den Gemeinden Kriens und Horw zu liegen kommen. Trotzdem ist das Vorhaben für die Stadt Luzern von grosser Bedeutung: Sie ist eine bedeutende Grundeigentümerin, und sie wird vom Mehrverkehr, den der neue Stadtteil erzeugt, direkt betroffen sein.

Und gerade der Verkehr ist es, der im Entwicklungskonzept Luzern Süd dem Stadtrat Sorgen bereitet. Der Abstimmung von Siedlung und Verkehr werde in dem Konzept noch zu wenig Rechnung getragen, teilte die Stadtregierung am Donnerstag mit.

Es sei unbestritten, dass Luzern Süd ein grosses Entwicklungspotential habe, heisst es im Bericht der Stadtregierung. Die Entwicklung hänge aber massgeblich davon ab, wie der Verkehr bewältigt werde.

Der Stadtrat weist darauf hin, dass das bestehende Strassennetz schon heute teilweise seine Leistungsgrenze erreicht hat. Werde das Gebiet stärker genutzt, gebe es Mehrverkehr, der die Stausituation verschärfe und die Entwicklung behindere.

Diese zentrale Abhängigkeit von Siedlung und Verkehr kommt nach Ansicht der Stadtregierung im Entwicklungskonzept zu wenig zum Ausdruck. Der Stadtrat fordert deshalb, dass das Entwicklungskonzept zwingend Aussagen zu den Verkehrsmengen mache. Die Nutzungen müssten auf die vorhandenen Verkehrssysteme abgestimmt und diese zu Gunsten des Velo- und des öffentlichen Verkehrs optimiert werden können.

Ferner findet der Stadtrat, dass im Entwicklungskonzept die ökologischen Aspekte vernachlässigt werden. Wichtige Naturräume wie das Seeufer oder die Allmend würden auf ihre Erholungsfunktion reduziert. Bei der Weiterbearbeitung müssten den ökologischen und naturschutzfachlichen Funktionen der Freiflächen eine grössere Beachtung geschenkt werden, schreibt die Stadtregierung. (sda)