Stadtrat: Bürgerliche gemeinsam für Jost?

In der Stadt Luzern ist nach den Wahlen vom Sonntag noch ein Sitz frei. Eine Kampfwahl am 17. Juni ist so gut wie sicher, denn mit Beat Züsli (SP) und Manuela Jost (Grünliberale) haben zwei Kandidaten ihre Ambitionen bereits angemeldet.

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Manuela Jost (GLP) dürfte Wahl nur eine Chance haben, wenn die bürgerlichen geschlossen hinter ihr stehen. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

Manuela Jost (GLP) dürfte Wahl nur eine Chance haben, wenn die bürgerlichen geschlossen hinter ihr stehen. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

Sollte beim zweiten Wahlgang der Stadtratswahlen zur Ausmarchung zwischen Züsli und Jost kommen, steht die Stadt Luzern vor einer Richtungswahl. Wird Beat Züsli gewählt, erhält Luzern erstmals in seiner Geschichte eine linke Mehrheit im Stadtrat. Denn mit Ursula Stämmer (SP) und Adrian Borgula (Grüne) haben im ersten Wahlgang bereits zwei Linke den Sprung in den Stadtrat geschafft.

Die linke Mehrheit verhindern wollen die Bürgerlichen. Doch nicht allen ist Manuela Jost bürgerlich genug. Für die SVP ist sie deswegen nicht wählbar. Ihre Taktik noch nicht festgelegt haben CVP und FDP. Drei Szenarien scheinen am wahrscheinlichsten zu sein.

Szenario 1

Es kommt zum Duell zwischen Beat Züsli und Manuela Jost. Züsli ist alleiniger Kandidat der SP und der Grünen. Die Grünliberalen steigen nochmals mit Manuela Jost ins Rennen. CVP und FDP verzichten auf eine eigene Kandidatur, da sie je ihren Sitz im Stadtrat gesichert haben. Ausserdem würde eine weitere Kandidatur aus dem bürgerlichen Lager, zu dem auch Jost gezählt wird, die Stimmen verzetteln. Und das oberste Wahlziel von CVP und FDP lautet, eine links-grüne Mehrheit im Stadtrat zu verhindern. Die SVP tritt nicht an, weil ihr Kandidat im ersten Wahlgang chancenlos war.

Fazit: Dieses Szenario ist sehr wahrschenlich; Manuela Jost hat gute Wahlchancen.

Szenario 2

Nebst Züsli und Jost stellt die CVP eine neue Kandidatur auf. Als mögliche Kandidaten stehen die Grossstadträte Markus Mächler (59, Architekt) und Franziska Bitzi (39, Juristin) in den Startpflöcken. Beide verfügen über langjährige politische Erfahrung. Das Problem: Die CVP hat mit einem Wähleranteil von 17 Prozent keinen Anspruch auf eine Zweiervertretung im Stadtrat. Und: Die bürgerlichen Stimmen würden sich auf Mächler/Bitzi und Manuela Jost aufteilen. Dies könnte Beat Züsli und der SP helfen.

Fazit: Dieses Szenario ist eher unwahrscheinlich; Beat Züsli hat gute Wahlchancen.

Szenario 3

Die FDP steigt nebst Züsli und Jost mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen. Die Partei hat bei den Parlamentswahlen vom Sonntag die CVP um einen Prozentpunkt übertroffen, arithmetisch Anspruch auf einen zweiten Sitz hat sie deswegen aber nicht. Ein möglicher Kandidat ist Oberstaatsanwalt Daniel Burri (50). Für Parteipräsident Daniel Wettstein prioritär ist aber, eine links-grüne Mehrheit zu verhindern. Deshalb erachtet er eine Unterstützung von Manuela Jost als wahrscheinlich.

Fazit: Dieses Szenario ist eher unwahrscheinlich; Beat Züsli hat gute Wahlchancen.

Christian Bertschi

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