STADTRAT: Die Gassechuchi soll dreistöckig werden

Der Luzerner Stadtrat plant, die Gassechuchi am Geissensteinring zu erweitern. Die Bausumme liegt mit 900'000 Franken höher als ursprünglich angenommen.

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Längsschnitt 1:200 durch den geplanten Umbau; die Masse sind provisorisch. (Bild GZP Architekten Luzern)

Längsschnitt 1:200 durch den geplanten Umbau; die Masse sind provisorisch. (Bild GZP Architekten Luzern)

Der Ausbau wird nötig, da die Kontakt- und Anlaufstelle (K+A) momentan als Provisorium in den Räumlichkeiten der Gassechuchi betrieben wird und nicht für einen längerfristigen Betrieb eingerichtet ist, schreibt der Stadtrat in einem Bericht und Antrag zum Thema. Die räumlich konsequente Trennung von Gassechuchi und K+A komme jenen Benutzern der Gassechuchi zugute, die keine Drogen konsumieren. Zudem sei vorgesehen, den Betrieb des Medizinischen Ambulatoriums in die K+A zu integrieren, womit personelle und räumliche Synergien entstehen.

Behindertengerechter Zugang
Die Bausumme liegt mit 900'000 Franken höher als ursprünglich angenommen, wie es weiter heisst. Gründe dafür seien die Investition in eine Lüftungsanlage und einen Liftanbaus, um einen behindertengerechten Zugang zu den Räumlichkeiten im zweiten Stock zu gewährleisten. Als weiterer Kostenfaktor erwiesen sich aufwändige Baustelleninstallationen, die aufgrund der engen Umgebungssituation nötig seien, um den Betrieb während der Bauzeit weiterzuführen. Die Kosten werden auf die Miete überwälzt und vom Zweckverband für institutionelle Sozialhilfe und Gesundheitsförderung (ZiSG) getragen.

Rund 100 K+A-Nutzer pro Tag
Die Benutzungsfrequenzen der K+A liegen bei etwa 100 Personen täglich. Eine Sogwirkung könne nicht festgestellt werden. Das Provisorium war vor etwa einem Jahr in der Gassechuchi eingerichtet worden, um zu prüfen, ob die niedrigen Besucherzahlen im damaligen Fixerraum an der St. Karlistrasse auf eine falsche Bedarfseinschätzung zurückzuführen waren. Es habe sich rasch bestätigt, dass der Grund in der mangelnden Akzeptanz des alten Standorts gelegen habe. Die Situation habe sich aus der Sicht der Polizei beruhigt und sei heute wesentlich besser kontrollierbar. Auch Spritzenfunde und andere Unannehmlichkeiten im Zusammenhang mit Drogenkonsum im öffentlichen seien stark zurückgegangen.

Dem Stadtrat zufolge setzt der geplante Ausbau den vorläufigen Schlusspunkt hinter einer Entwicklung, die sowohl für die betroffenen Drogenabhängigen als auch für die übrige Bevölkerung eine positive Wendung genommen habe. Der Grosse Stadtrat wird an seiner Sitzung vom 19. November über den Kreditantrag befinden.

scd