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STADTRAT: Viel Support für Bürgerliche

Wer unterstützt welche Stadtratskandidaten? Auffallend ist: Die Linken können kaum ausserhalb ihres Spektrums mobilisieren.

Robert Knobel

Total 27 Wahllisten sind bei der Stadt Luzern für die Wahlen vom 1. Mai eingegangen. Die Wahlvorschläge stammen von Parteien sowie von diversen Komitees und Interessengruppen. Die grösste Unterstützung geniesst dabei Sozialdirektor Martin Merki (FDP). Sein Name erscheint auf insgesamt 13 Listen – häufiger noch als die Namen von Stadtpräsident Stefan Roth (CVP) und Baudirektorin Manuela Jost (GLP), die beide elfmal zur Wahl empfohlen werden (siehe Tabelle). Deutlich weniger sind es bei den jungen Kandidaten: Sina Khajjamian (Junge Grüne) und Yannick Gauch (Juso) erscheinen auf vier Listen, Karin Stadelmann (JCVP) auf drei. Denis Kläfiger (BDP) und Ruedi Schweizer (parteilos) figurieren nur auf ihrer eigenen Liste.

Retourkutsche der SVP an die CVP

Interessant ist insbesondere, welche Kandidaten von den offiziellen Parteien zur Wahl empfohlen werden. Bei SP und Grünen ist es einfach: Beide haben ausschliesslich linke Kandidaten auf ihre Wahllisten genommen. Offener zeigt sich die FDP: Neben Martin Merki haben es auch Stefan Roth (CVP) und Peter With (SVP) auf die liberale Liste geschafft. Die SVP hingegen versagt Stadtpräsident Stefan Roth die Unterstützung und empfiehlt neben Peter With lediglich Martin Merki zur Wahl. Dies ist wohl die Retourkutsche an die Adresse der CVP, die neben Roth und Merki lediglich JCVP-Kandidatin Karin Stadelmann auf die Liste genommen hat, nicht aber Peter With von der SVP.

«Architekten-Liste», «Frauenliste»

Geschmäht von den offiziellen Parteien wird GLP-Baudirektorin Manuela Jost. Ihr Name erscheint ausserhalb der GLP-Liste auf keiner anderen Parteiliste. Dennoch kann sich Jost nicht über mangelnde Unterstützung beklagen, erscheint ihr Name doch auf elf verschiedenen Wahllisten. So etwa auf einer «Architekten-Liste» zusammen mit Beat Züsli oder als «Stimme für die Quartiere» zusammen mit Martin Merki. Auch auf einer speziellen «Frauenliste» figuriert Manuela Jost zusammen mit Karin Stadelmann.

Gehts nach links oder nach rechts?

Die Luzerner Stadtratswahlen sind auch Richtungswahlen. Heute kann der Stadtrat als Mitte-links bezeichnet werden. Bei einer Wiederwahl von Manuela Jost (GLP) und bei einer Wahl von Beat Züsli (SP) würde der Stadtrat noch etwas weiter nach links rutschen, da Züsli wohl pointierter links politisiert als die abtretende SP-Stadträtin Ursula Stämmer. Ganz anders, wenn Peter With (SVP) den Sitz von Manuela Jost erobern würde. Genau dieses Szenario, dass der Stadtrat wieder bürgerlicher wird, wünschen sich diverse Komitees herbei. So erscheint die Kombination Roth-Merki-With gleich auf mehreren Wahllisten, darunter auch auf derjenigen des städtischen Wirtschaftsverbands. Den drei Kandidaten von CVP, FDP und SVP ist es auch gelungen, zahlreiche prominente Persönlichkeiten in ihre Unterstützungskomitees zu holen (siehe Tabelle).

CVPler und Grüne für Jost

Die linken Kandidaten Adrian Borgula und Beat Züsli können hingegen kaum auf prominente Unterstützung ausserhalb ihres Parteispektrums zählen. Da hat es Manuela Jost immerhin etwas besser. Sie wird zwar von keiner anderen Partei als der GLP unterstützt. Das hindert namhafte Politiker von CVP und Grünen aber nicht daran, sich persönlich für die Wiederwahl der Baudirektorin einzusetzen.

Interessant ist auch: Für die Beibehaltung der aktuellen Parteiverteilung im Stadtrat plädiert lediglich ein einziges Komitee, nämlich mit der Liste «Weiter für eine offene und zukunftsfähige Stadt». Dieses empfiehlt die vier Bisherigen plus Beat Züsli (SP) zur Wahl.

Die elf Stadtratskandidaten (hinten von links): Rudolf Schweizer (Parteilose Schweizer, neu), Peter With (SVP, neu), Beat Züsli (SP, neu), Adrian Borgula (Grüne, bisher), Martin Merki (FDP, bisher), Stefan Roth (CVP, bisher) und Manuela Jost (GLP, bisher). Vordere Reihe von links: Sina Khajjamian (Junge Grüne, neu), Yannick Gauch (Juso, neu), Kabarettist Veri, Karin Stadelmann (JCVP, neu) und Denis Kläfiger (BDP, neu). (Bild Pius Amrein)

Die elf Stadtratskandidaten (hinten von links): Rudolf Schweizer (Parteilose Schweizer, neu), Peter With (SVP, neu), Beat Züsli (SP, neu), Adrian Borgula (Grüne, bisher), Martin Merki (FDP, bisher), Stefan Roth (CVP, bisher) und Manuela Jost (GLP, bisher). Vordere Reihe von links: Sina Khajjamian (Junge Grüne, neu), Yannick Gauch (Juso, neu), Kabarettist Veri, Karin Stadelmann (JCVP, neu) und Denis Kläfiger (BDP, neu). (Bild Pius Amrein)

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