Stadtrat will die Auswirkungen des Klimawandels auf Luzern minimieren

Mit insgesamt 21 Massnahmen will der Luzerner Stadtrat die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken minimieren und die Lebensqualität sichern. Zur Umsetzung beantragt er dem Grossen Stadtrat einen Sonderkredit über 2,33 Millionen Franken.

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Beim Helvetiaplatz heizt sich im Sommer der helle, wasserdurchlässige Belag weniger stark auf. Starkniederschläge können vor Ort versickern.


Beim Helvetiaplatz heizt sich im Sommer der helle, wasserdurchlässige Belag weniger stark auf. Starkniederschläge können vor Ort versickern.

Bild: PD

(zim) Die bereits erfolgten und weiter zu erwartenden klimatischen Veränderungen machen zusätzlich zum bereits von der Stadt betriebenen Klimaschutz weitere Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel notwendig, heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt Luzern vom Freitag.

Mit der Motion «Mit mehr Grün gegen die Hitze» der Grünen/Jungen Grünen-Fraktion wurde der Stadtrat beauftragt, als Ergänzung zum Klimaschutz eine Klimaanpassungsstrategie für die Stadt Luzern zu formulieren. Der von den Motionären geforderte Planungsbericht liegt nun vor.

Die klimabedingten Risiken in vier Themenfeldern

  • Hitze: Die stetig steigenden Temperaturen können zu gesundheitlichen Problemen sowie zu Schäden an Grünflächen und Infrastrukturen führen.
  • Trockenheit: Längere Trockenphasen sind insbesondere für Stadtbäume, Grünräume und deren Unterhalt eine grosse Herausforderung.
  • Niederschläge: Trotz Trockenphasen ist öfter mit Starkniederschlägen zu rechnen. Diese können Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und Grünflächen verursachen.
  • Lebensräume: Stressfaktoren durch den Klimawandel können dazu führen, dass Arten und Lebensräume lokal aussterben.
Sonnen- und Schattenplätze im Vögeligärtli mitten in der Stadt. Grünflächen bleiben im Sommer angenehm kühl und senken die Temperatur in angrenzenden Quartieren.

Sonnen- und Schattenplätze im Vögeligärtli mitten in der Stadt. Grünflächen bleiben im Sommer angenehm kühl und senken die Temperatur in angrenzenden Quartieren.

Bild: PD

Der Planungsbericht umfasst 21 Massnahmen, welche die klimabedingten Risiken minimieren und die Anpassungsfähigkeit der Stadt Luzern an den Klimawandel erhöhen.

Die im Planungsbericht aufgeführten 21 Massnahmen...

  • ... leisten einen wichtigen Beitrag zur Kühlung der Stadt.
  • ... sorgen für eine bessere Durchlüftung und Begrünung.
  • ... fördern Oberflächen und Baumaterialien, die weniger Hitze speichern.
  • ... fördern versickerungsfähige Oberflächen (Dächer, Fassaden, Bodenbeläge) um Niederschlagswasser flächig speichern und wieder verdunsten zu können.
  • ... leisten einen Beitrag zur Sicherung der Biodiversität.
  • ... erhöhen die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der sich verdichtenden Stadt.

Die Massnahmen werden laut Mitteilung überwiegend innerhalb von bestehenden Strukturen und Prozessen umgesetzt. Dieses Vorgehen sei nicht nur kostengünstig, es ermögliche auch den Einbezug neuer Erkenntnisse im Verlauf der Zeit. Die Anpassung an den Klimawandel sei ein Prozess, der viel Zeit erfordert. So dauert es zum Beispiel Jahre, bis ein neu gepflanzter Baum eine gewisse Grösse erreicht.

Urbane Grünräume wie hier beim Neubad wirken kühlend auf ihre Umgebung und laden zum Verweilen ein.

Urbane Grünräume wie hier beim Neubad wirken kühlend auf ihre Umgebung und laden zum Verweilen ein.

Bild: PD

Für die Umsetzung beantragt der Stadtrat einen Sonderkredit über 2,33 Millionen Franken. Der entsprechende Bericht und Antrag wird voraussichtlich an der Sitzung vom 24. September im Grossen Stadtrat behandelt. Mit der Umsetzung kann ab 2021 begonnen werden.

Klimaangepasste Umgebung bei der Schulhausanlage Säli. Durch unterschiedliche Bodenbeläge entstehen auf dem Pausenplatz unterschiedliche Räume.

Klimaangepasste Umgebung bei der Schulhausanlage Säli. Durch unterschiedliche Bodenbeläge entstehen auf dem Pausenplatz unterschiedliche Räume.

Bild: PD