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STADTRATSWAHL: FDP Stadt Luzern unterstützt CVP-Fraktionschefin Franziska Bitzi

Bei den Wahlen im Frühling suchte die FDP die Nähe zur SVP, nun empfiehlt sie die CVP-Kandidatin zur Wahl. Mit der Parteizugehörigkeit hat dies jedoch wenig zu tun, sondern mit den Kandidaten.
Bild: Raphael Gutzwiller

Bild: Raphael Gutzwiller

Raphael Gutzwiller

Am 27. November kommt es in der Stadt Luzern zur Ersatzwahl für den zurückgetretenen Stadtrat Stefan Roth (CVP). Als Nachfolgerin hat die CVP Franziska Bitzi Staub nominiert. Sie kämpft um den frei gewordenen Sitz in der Exekutive gegen Thomas Schärli (SVP) und Rudolf Schweizer (parteilos).
Nun erhält die CVP-Frau Unterstützung von der FDP. An ihrer Parteiversammlung entschieden die FDP-Mitglieder mit 47 von 48 Stimmen, Franziska Bitzi Staub zur Wahl zu empfehlen. Thomas Schärli war chancenlos, Rudolf Schweizer wurde gar nicht erst zur Versammlung eingeladen. Der Entscheid war nach einer dreiviertelstündigen Beratung gefällt. Dabei war die Ausgangslage für die FDP nicht einfach. Noch bei den Wahlen im Frühling suchte sie die Nähe zur SVP. Die beiden Parteien unterstützten sich gegenseitig. Die CVP hingegen war im ersten Wahlgang nicht bereit, einen bürgerlichen Schulterschluss einzugehen, und wagte den Alleingang. Soll man sich nun gegen den offiziellen SVP-Kandidaten stellen und riskieren, bei der Volkspartei in Missgunst zu geraten? Davor warnte ein FDP-Mitglied an der gestrigen Parteiversammlung: «Eigentlich müssten wir Stimmfreigabe geben. Schliesslich ist es gut möglich, dass wir wieder einmal auf die SVP angewiesen sind.»

«Bitzi ist viel besser geeignet»

Doch die Parteizugehörigkeit der Kandidaten sollten beim Entscheid der FDP nur eine untergeordnete Rolle spielen. Wichtiger waren die Kandidaten selbst. Und hier hatte Franziska Bitzi klar die besseren Karten als Thomas Schärli und Rudolf Schweizer. «Franziska Bitzi Staub ist viel besser dafür geeignet, Finanzdirektorin unserer Stadt zu sein», sagte ein FDP-Parteimitglied. Kurz darauf folgte das alles entscheidende Argument: «Nicht einmal die SVP selber steht hinter ihrem Kandidaten», sagte ein weiteres Parteimitglied. Die Diskussionen an der Versammlung zeigten deutlich: Aus taktischen Gründen hätte die FDP gerne einen SVP-Kandidaten unterstützt. Doch Thomas Schärli ist aus Sicht der Freisinnigen für das Amt als Stadtrat nicht geeignet.
In einer kurzen Vorstellung und in Fragerunden mussten sich die Stadtratskandidaten gestern den Fragen der FDP-Mitglieder stellen. Bei den Finanzen wurde Bitzi kritisch beäugt und gefragt, ob sie einer Steuererhöhung zustimmen würde. «Vorläufig ist das nicht nötig», sagte sie. Thomas Schärli ist grundsätzlich gegen eine Steuererhöhung, er sagte gar: «Man kann sicher noch 10 Prozent im Budget einsparen.» Dabei präsentierte er auch neue Sparvorschläge. Schärli fand unter anderem, dass das Luzerner Theater komplett gestrichen werden soll. «Es ist nur ein Klotz am Bein der Kantons- und Stadtfinanzen», so der SVP-Kandidat. Ein weiteres Thema war der Verkehr in Luzern. Bitzi blieb ihrer Linie treu und verteidigte die Strategie, mehr auf den öffentlichen Verkehr und auf den Veloverkehr zu setzen. «Im Zentrum geht es schlicht nicht anders», sagte sie.

Schärli übt Kritik an der CVP

Auch auf den letzten Wahlkampf kamen die beiden Kandidaten zu sprechen. Thomas Schärli übte nachträglich Kritik an der CVP, die bei den Parlamentswahlen keinen bürgerlichen Schulterschluss wollte. «Da hat die CVP gezeigt, dass sie eigentlich eine versteckte linke Partei ist.» Schärli forderte die FDP-Mitglieder auf, ihn zu unterstützen.

Sinnbildlich für die Haltung der Kandidaten war die Frage nach dem US-Wahlkampf: Clinton oder Trump? Bitzi: «Clinton.» Schärli: «Trump.»

Franziska Bitzi ist 43 Jahre alt und Fraktionschefin der CVP. (Bild: PD)

Franziska Bitzi ist 43 Jahre alt und Fraktionschefin der CVP. (Bild: PD)

Sie treten am 27. November an: Franziska Bitzi (CVP), Thomas Schärli (SVP) und Rudolf Schweizer (parteilose Schweizer). (Bilder PD / LZ)

Sie treten am 27. November an: Franziska Bitzi (CVP), Thomas Schärli (SVP) und Rudolf Schweizer (parteilose Schweizer). (Bilder PD / LZ)

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