Stadtratswahlen Willisau: André Marti ist einziger Kandidat fürs Präsidium

FDP-Kantonsrat André Marti dürfte bei den Wahlen als neuer Stadtpräsident von Willisau gewählt werden. Und auch Daniel Bammert (CVP) bleibt der einzige Kandidat für das Amt des Ammanns.

Fabienne Mühlemann
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Bald Willisaus neuer Stadtpräsident? André Marti

Bald Willisaus neuer Stadtpräsident? André Marti

Bild: PD

Im März haben Willisau und Gettnau über eine Fusion abgestimmt – und zur Heirat klar Ja gesagt. Die Stadtratswahlen für die fusionierte Gemeinde finden daher am 27. September statt. Bis am Montag um 12 Uhr konnten Wahlvorschläge für die zu besetzenden Ämter in der Exekutive eingereicht werden. Wie die Stadt Willisau und die Gemeinde Gettnau am Montagnachmittag mitteilten, haben nur CVP, FDP und SP eine gemeinsame Liste eingereicht. André Marti (FDP) ist der einzige Kandidat für das Stadtpräsidium und wird damit voraussichtlich Nachfolger der abtretenden Parteikollegin Erna Bieri. Trotzdem muss er an den Wahlen noch das Absolute Mehr erreichen, um sich definitiv Stadtpräsident nennen zu dürfen. Denn: Eine stille Wahl ist bei den Gesamterneuerungswahlen für den Stadtrat gemäss kantonalem Stimmrechtsgesetz nicht möglich.

Daniel Bammert will neuer Stadtammann werden.

Daniel Bammert will neuer Stadtammann werden.

Bild: PD

Dasselbe gilt für Daniel Bammert (CVP), welcher sich als einziger Kandidat für das Amt als Stadtammann seines abtretenden Parteikollegen Wendelin Hodel zur Verfügung gestellt hat. Er bleibt ebenfalls ohne Konkurrenz. Daneben kandidieren die bisherigen Stadträte Pius Oggier (CVP), Irma Schwegler (SP) und Sabine Büchli (FDP) erneut. An der parteipolitischen Zusammensetzung des Stadtrats dürfte sich also nichts ändern.

Angriff bleibt aus

Die linken Parteien SP und Grüne hatten bereits bei der Portierung der beiden Kandidaten erklärt, dass sie den Anspruch der FDP und CVP für die Ämter anerkennen und die SP-Stadträtin Irma Schwegler zur Wiederwahl vorschlagen. Die SVP stellt keinen Kandidaten. Parteipräsident Marcel Merz begründet den Entscheid: «Es ist schwierig, Kandidaten zu finden, die ein solches Amt ausführen möchten. Und die CVP und FDP haben bereits früh zwei gute Kandidaten vorgeschlagen, welche wir ebenfalls unterstützen.» Trotzdem hält er fest, dass die SVP Anspruch auf einen Sitz im Stadtrat hätte.

Auch aus Gettnau kommt keine Kandidatur – alle fünf Gemeinderäte wollen nicht in den Willisauer Stadtrat. Das sei schade, sagt der Gettnauer FDP-Präsident Raymund Rinderknecht. «Aber wir haben schlicht niemanden gefunden, der ein solches Amt übernehmen kann und möchte.» Er selber war 25 Jahre lang in der Gettnauer Exekutive. «Deshalb tut es mir weh, dass sich niemand finden liess, der unsere Interessen in Willisau vertritt. Aber wir können froh sein, dass man in Willisau fünf gute Kandidaten gefunden hat.»

Zufriedenheit über Kandidaturen

Laut André Marti hat sich abgezeichnet, dass keine weiteren Wahlvorschläge eingehen werden. «Aus demokratischer Sicht wäre es natürlich besser, wenn die Bevölkerung eine Auswahl hätte. Für mich ist es aber einfacher, da ich mich bereits jetzt mit genügend Zeit darauf einstellen kann, ab dem 1. Januar höchstwahrscheinlich eine neue Funktion auszuüben», sagt der 47-jährige selbstständige Unternehmer und FDP-Kantonsrat, der ausserdem Präsident von Willisau Tourismus ist. Dass keine weiteren Wahlvorschläge eingegangen sind, wertet er als gutes Zeichen. «Es zeigt, dass die anderen Parteien zufrieden mit den Kandidaturen sind – auch jene beiden, die nicht im Stadtrat vertreten sind – und man gute Arbeit in der Exekutive geleistet hat», sagt Marti.

Die Kandidaturen von Marti und Bammert haben die FDP und die CVP bereits Anfang April kommuniziert. Eine gute Taktik? «Dadurch, dass Erna Bieri und Wendelin Hodel bereits im Mai 2019 ihren Rückzug bekanntgaben, konnten die Parteien früh auf die Suche nach Nachfolgern gehen. Dementsprechend lange habe ich mich mit dem Gedanken befasst, als Stadtrat zu kandidieren. Es gab nach der Fusions-Abstimmung keinen Grund, warum wir mit der Bekanntgabe hätten zuwarten sollen», sagt Marti.

Obwohl er praktisch gewählt ist, will sich Marti bis zu den Wahlen nun nicht ausruhen. «Ich will mich der Bevölkerung präsentieren, und zeigen, wofür ich einstehe. Alle Einwohnerinnen und Einwohner von Willisau und Gettnau sollen die Möglichkeit erhalten, mich persönlich kennenzulernen», sagt Marti, der sich für Willisau als ein starkes Regionalzentrum, eine moderne Kleinstadt mit Lebensqualität und eine finanziell gut aufgestellte Gemeinde einsetzen will.

Der Bevölkerung Red und Antwort stehen

Daniel Bammert hingegen hat nicht damit gerechnet, dass er konkurrenzlos für das Amt des Stadtammanns kandidieren wird. «So ist die Situation für mich aber umso angenehmer», sagt der 34-jährige Familienvater, der Mitglied der Controllingkommission in Willisau und diplomierter Wirtschaftsprüfer sowie Betriebsökonom FH ist. Im Austausch mit den anderen Parteien habe man einen Konsens gesucht – und gefunden, dies zeige die gemeinsame Liste von CVP, FDP und SP. Daniel Bammert sehe der Wahl daher positiv entgegen und freue sich auf das Amt als Stadtammmann.

Auch er will weiterhin an Wahlevents teilnehmen und der Bevölkerung aktiv Red und Antwort stehen. «Es ist mir sehr wichtig, dass ich mich der Bevölkerung zeigen kann und präsent bin. Man kennt mich noch nicht in allen Altersgruppen», sagt Bammert, der sich vor allem für die Förderung der Standortattraktivität von Willisau, eine stabile finanzielle Entwicklung und für zeitgemässe Strukturen durch Digitalisierung einsetzen möchte.


Stille Wahlen bei Kommissionen und Urnenbüro

Für das Urnenbüro, die Einbürgerungskommission und die Controllingkommission gab es nicht mehr Kandidaturen als Ämter. Deswegen kommt es zu einer Stillen Wahl.

Controllingkommission

Schwegler Daniel SP bisher Präsident
Burri Roland CVP neu Mitglied
Häfliger-Küng Katja FDP bisher Mitglied
Müller Esther Grüne bisher Mitglied
Roos Silvan CVP bisher Mitglied
Waltenspül Christian FDP bisher Mitglied

Einbürgerungskommission

Bättig-Stutz Susan CVP bisher Präsidentin
Bertschmann Gregor SVP bisher Mitglied
Gertsch-Studhalter Gisela CVP bisher Mitglied
Hug Jérôme FDP neu Mitglied
Hurschler Maurus FDP bisher Mitglied
Joss Paul FDP bisher Mitglied
Keller Werner CVP bisher Mitglied
Kuoni-Stadelmann Judith CVP bisher Mitglied
Suppiger Thomas SVP bisher Mitglied
Uhlmann Peter FDP bisher Mitglied
Wüest Karin SP neu Mitglied

Urnenbüro

Arnold Christina CVP bisher
Baumgartner-Bürli Gaby CVP bisher
Hurschler Ulrich CVP neu
Kurmann Felix CVP bisher
Kurmann-Christen Marita CVP bisher
Odermatt Daniela CVP neu
Bühlmann-Meyer Jeannette FDP neu
Koch Joël FDP bisher
Muff-Koch Susanne FDP bisher
Stauffer Carina FDP bisher
Künzli Christian SVP bisher
Kurmann Ueli SVP bisher
Unternährer Monika SP bisher
Geiger Martin Grüne bisher