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«Stadtwärts»: Aus dem Weg geräumt

Social Distancing zu Zeiten von Corona ist wichtig. Aber man könnte die Regelung auch lockerer nehmen, wie ein Erlebnis unseres Redaktors Hugo Bischof zeigt.

Hugo Bischof
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Vor wenigen Tagen spazierte ich mit meinem Hund via Ufschötti Richtung Alpenquai. Dabei kam mir eine andere Hundebesitzerin entgegen. Wie das halt so ist: Hunde beschnüffeln sich. Herrchen und Frauchen machen Smalltalk. Wie alt? Name? Männchen, Weibchen? Kastriert? Wie häufig gehen (oder müssen) Sie mit ihm nach draussen? Weltbewegende Themen also. Wohlgemerkt: Wir standen Corona-bedingt zwei Meter voneinander entfernt.

Plötzlich, wie aus heiterem Himmel, taucht eine Spaziergängerin vor uns auf. Rabiat die Arme um sich schleudernd, grimmig «Distanz, Distanz»-geifernd. Ohne uns eines Blickes zu würdigen, räumt sie uns aus dem Weg. Als wär’s die 59. Minute in einem American-Football-Match, beim Stand von 13 zu 13. Meine arme Zufallsbekanntschaft wäre vor Schreck fast in den See gefallen.

Dass man sich zurzeit aus dem Weg geht, ist klar. Aber man kann das auch mit einem freundlichen Lächeln tun, vielleicht gar einem schüchternen Grüezi oder einem respektvollen «Achtung». Denn eines ist klar: Die Regeln des Social Distancing werden über die jetzige akute Phase weiter gültig sein, vielleicht länger, als viele jetzt denken. Da wollen wir uns doch nicht gegenseitig das Leben schwer machen.

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