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Kolumne

«Stadtwärts»: Das grüne Hemd

In der Stadtwärts-Kolumne schreibt Gabriela Jordan über die Tücken des Zwillings-Daseins.
Gabriela Jordan
Gabriela Jordan

Gabriela Jordan

Man trifft sich immer zweimal im Leben, heisst es. Dieses Sprichwort kam mir neulich in den Sinn, als mir innert kurzer Zeit ein älterer Herr in grünkariertem Hemd mehrmals über den Weg lief. Zuerst sassen wir auf der gleichen Parkbank beim Pavillon, später am Tag begegneten wir uns wieder am Fussgängerstreifen beim Löwenplatz und steuerten beide den Coop an. Dort ging es weiter – vom Gemüse bis zur Schoggi-Abteilung, das grüne Hemd schien einfach überall zu sein.

Mit jedem Mal wurde das Zusammentreffen lustiger. Vom höflichen Nicken auf der Bank, über das lachende Grüezi beim Fussgängerstreifen, bis hin zum Fleischregal, wo er mich schon scherzhaft fragte, ob ich ihm beim Rindsbraten nicht Gesellschaft leisten wolle («Met Rotwy natürlech!»)

Die Begegnung wurde allerdings durch ein eigenartiges Ende getrübt. Als der Herr beim Zahlen erneut in meiner Nähe stand, blickte er verwirrt in meine Richtung, schüttelte den Kopf und zog dann ohne ein letztes Wort von dannen. Was war geschehen? Die Antwort lieferte Minuten später meine – mir stark ähnelnde – Zwillingsschwester, die per Zufall auch im Coop war. «Du», meinte sie, «da hat mich ein Mann gerade recht penetrant gegrüsst. Ganz komisch!» Sie, nichts ahnend und leicht vor den Kopf gestossen, grüsste nur kühl zurück. «Oje», dachte ich resigniert und verzichtete auf eine Erklärung.

Eine Zwillingsschwester zu haben, hat viele Vorteile, ständig verwechselt zu werden, gehört aber definitiv nicht dazu (und wenn wir schon beim Thema sind: Auch meine Geduld, die Unterschiede zwischen uns zu erklären, hat sich über die Jahre allmählich erschöpft). Doch vielleicht erreichen diese Zeilen ja jenen Herrn im grünkarierten Hemd. Falls dem so ist, so soll gesagt sein: Entschuldigen Sie die Verwirrung. Ich hoffe, der Rindsbraten hat Ihnen trotzdem geschmeckt!

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