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Kolumne

«Stadtwärts:» Die Sache mit dem Ämterjargon

Behörden sind originell. Zumindest was ihre Wortschöpfungen angeht. Zwei davon beschäftigen Robert Knobel, Leiter Stadt/Region, in dieser Kolumne.
Robert Knobel
Robert Knobel.

Robert Knobel.

Ich habe ein Faible für Behörden-Wortschöpfungen. Wussten Sie, was «Velo­belastung» bedeutet? Nein – dabei handelt es nicht um die paar Kilo, die wir seit den Festtagen zusätzlich aufs Velo bringen. Es ist die Verkehrsbelastung, ausgelöst durch Zweiräder. Nachzulesen im Bericht des Bundesamts für Strassen (Astra) über das Pilotprojekt «Velo­strasse». An diesem hat auch die Stadt Luzern teilgenommen (wir berichteten).

Es ist schon seltsam: Da behauptet das Bundesamt vordergründig, sich über jedes Velo zu freuen, das über die Bruchstrasse rollt. Andererseits deutet die Wortwahl darauf hin, dass genau dies den Berner Beamten missfällt. Dabei hat die «Velobelastung» auf besagter Strasse gemäss Astra nicht einmal gross zugenommen. Da soll noch einer nachkommen, was die eigentlich wollen.

Wussten Sie, was ein «ent­laufenes Fahrzeug» ist? Gemäss Bundesbehörden ist das ein Fahrzeug, das seinen vorgesehenen Weg verlassen hat. Gelesen kürzlich in einem Unfallbericht. Ein bekannter Klassiker ist hingegen die «Flaniermeile». Jüngst hat uns die Stadt Luzern sogar getadelt, weil wir den Begriff angeblich inflationär verwenden. Es wurde sogar behauptet, unsere Zeitung hätte den Begriff erfunden. Die «Ricola-Frage» ist zwar in diesem Fall noch nicht abschliessend geklärt. Fest steht aber: Für originelle Wortschöpfungen haben Behörden definitiv mehr Talent als Journalisten.

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