Kolumne

«Stadtwärts»: Ein Leben ohne Emojis?

Die Tage mit Whatsapp sind gezählt. Technische Neuerungen zwingen Frau zum Handeln.

Sandra Monika Ziegler
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Sandra Monika Ziegler

Sandra Monika Ziegler

Bild: Pius Amrein

Die Technik hat ihre geplanten Tücken. Die werde ich – ohne eigenes Zutun – demnächst zu spüren bekommen. Denn seit November werde ich tagtäglich darauf hingewiesen, dass mein Whatsapp nach dem 1. Februar 2020 nicht mehr auf meinem Telefon verwendet werden kann. Meine Whatsapp-Zeit läuft also ab, ein Update ist nicht vorhanden.

Es gibt Möglichkeiten, besser eine Möglichkeit, wird mir mitgeteilt: Ein neues Mobiltelefon kaufen. Dies, obwohl das vermeintlich «Alte» gut funktioniert und erst noch handlich ist. Folge ich diesem Rat, ent­gehe ich dem diktierten Ausschluss. Offen für Neues heisst die Devise, und so mach’ ich mich gut gelaunt und mit viel Zeit auf in den nächsten Shop.

Der mir zugeteilte Verkäufer hebt die Augenbrauen. Er betrachtet zuerst mich und dann mein Natel, fast schon mitleidig, wie ich amüsiert feststelle. Dann hebt er die Stimme und fragt allen Ernstes: «Und das hat bis jetzt funktioniert?» Als ich ihm dann noch zu verstehen gebe, wenn ein Neues, dann das Kleinste, gesellen sich zum ungläubigen Blick noch tiefe Sorgenfalten. Was hab ich da nur gefragt?

Wir machten keinen Deal, haben uns aber gut unterhalten. Gibt es ein Leben ohne Kurznachrichten, gespickt mit Emojis und Bildern? Ja, gibt es. Probieren Sie es aus. Reden Sie wieder öfters mit Blickkontakt, halten Sie Abmachungen pünktlich ein oder schreiben Sie ein paar Zeilen – tut gut.

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